Summary
- Datacoms lokales BBS und das internationale Mailgateway hatten verschiedene Grenzen; geplanter Austausch bedeutete keinen dauerhaften IP-Zugang.
- Die Aufzeichnungen reichen von Datacoms Datierung auf Dezember 1994 bis zu anderen Berichten aus dem frühen Jahr 1995; auch die Frequenz änderte sich.
Ein Postfach mit Fahrplan
Eine im Dezember 1994 vom Network Startup Resource Center archivierte Nachricht beschrieb Datacoms 16-Leitungs-BBS. Es bot lokale E-Mail, Konferenzen, Dateibibliotheken und Datenbanken. Das Grundangebot enthielt unbegrenzte inländische, aber begrenzte internationale E-Mail. Datacom schrieb, man habe das Institute for Global Communications (IGC) gebeten, den eigenen Knoten täglich außer am Wochenende anzuwählen. Der externe Mailweg hatte also einen Zeitplan, und eine andere Organisation baute die Verbindung auf. Die Nachricht hielt außerdem fest, dass Datacom noch keine Erfahrung mit internationalem E-Mail- und Usenet-Austausch hatte. Das ist die Beschreibung des Anbieters und seines Plans, kein Verkehrsprotokoll. Datacom/IGC-Notiz, NSRC-Archiv, 15. Dezember 1994
Die Preisliste markierte eine weitere Grenze. Die Notiz nannte einmalige Anschlussgebühren je nach Kundentyp sowie Monatsbeträge von 20 US-Dollar für Unternehmen und 15 Dollar für andere. Inlands-E-Mail war unbegrenzt, internationale E-Mail begrenzt. Auslandsfax, lange Sitzungen und zusätzlicher Speicher konnten extra kosten. Im März 1995 beschrieb Datacom eine Monatsspanne von 5 bis 20 Dollar und einen Rabatt von 75 Prozent für Studierende und gemeinnützige Organisationen. Das sind verschiedene Momentaufnahmen, kein stabiler nationaler Tarif. Sie zeigen, dass lokale Nachrichten und internationaler Austausch unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Kosten waren. Datacom-Update, NSRC-Archiv, 27. März 1995
Das Datum hängt davon ab, was als Beginn gilt
Die Quellen ergeben keinen einzigen Starttag. Datacom schrieb im März 1995, der Internet-Maildienst bestehe seit Dezember 1994; IGC rufe nun einmal täglich an. Das Unternehmen hoffte auf zwei oder drei Austauschvorgänge pro Tag. Ein im Januar 1996 verfasstes Telegramm der US-Botschaft erinnerte sich anders: Datacom habe den Botschafter im Januar 1995 eingeladen, ein frühes Mailsystem zu testen. Die Botschaft richtete ein Versuchskonto ein, dessen Nachrichten über eine Einwahl in Kalifornien einmal täglich ausgetauscht wurden. Eine Mongolia-FAQ datiert den ersten E-Mail-Link auf Januar oder Februar 1995 und sagt, er lief noch nicht rund um die Uhr. Die Berichte können verschiedene Etappen meinen – Dienstbeginn, Botschaftskonto oder öffentliche Verbindung –, doch die Aufzeichnungen entscheiden das nicht. Telegramm der US-Botschaft, 28. Januar 1996; Mongolia-FAQ, Oliver Corff und Mitwirkende
Ein 1997 veröffentlichter IDRC-Bericht ergänzt technische Einzelheiten. Datacom habe PC-Mail vor Ort auf Basis russischer Software entwickelt; das dateibasierte System habe Kyrillisch verarbeitet und ließ sich an UUCP anpassen. Der Bericht datiert das UUCP-Einwahlgateway auf Ende 1994 und sagt, es habe Internet-E-Mail und Newsgroups über IGC transportiert. Zu Beginn seien zweimal wöchentlich Dateien ausgetauscht worden, später mit steigender Nutzerzahl häufiger. Das stimmt nicht genau mit Datacoms täglichem Austausch im März 1995 überein. Vielleicht veränderte sich der Dienst oder die Quellen beziehen sich auf verschiedene Etappen. Anrufprotokolle, die das klären könnten, liegen nicht vor. Geoff Long, IDRC-Bericht über PAN Mongolia
Eine Route war noch keine dauerhafte Leitung
Auch der Satellitenübergang hatte mehrere Schritte. Am 4. Januar 1996 meldete ein Sprint-Techniker, die Mongolei-Verbindung sei aktiv, Datacom müsse aber noch eine Standardroute zurück ergänzen. Am Folgetag berichtete eine NSF-Nachricht von 50 erfolgreichen Pings zur Router-Schnittstelle in Ulaanbaatar, bei hoher Laufzeit. Das bestätigt einen Testweg bis zum Router, nicht die Nutzbarkeit aller Dienste für jeden Kunden. Datacom schrieb am 18. Januar, das Internetzentrum sei am Vortag mit einer Feier für über 100 Personen aus 60 Organisationen eröffnet worden. Der IDRC-Bericht nennt Januar 1996 die erste dauerhafte Internetverbindung. Die Quellen halten unterschiedliche Meilensteine fest: Schaltung, Rückroute, Test, Eröffnung und spätere institutionelle Einordnung. NSF/Sprint-Nachricht, NSRC-Archiv, 5. Januar 1996; Datacom-Eröffnungsmitteilung, NSRC-Archiv, 18. Januar 1996
Store-and-forward-Mail kann warten; interaktiver Zugang nicht. Gespeicherte und später übertragene Nachrichten verbinden Menschen über Grenzen hinweg, bieten aber keinen jederzeit verfügbaren Weg zum Surfen, für interaktive Dienste oder sofortige Antworten. Die 16 BBS-Leitungen beschreiben lokale Einwahlkapazität, keine 16 internationalen Leitungen. Ein E-Mail-Konto beweist nicht, dass ein Kunde zu einer bestimmten Zeit online war. Mongoleis Verbindungsgeschichte besteht aus dem Weg von lokalen Nachrichten und planmäßigem Austausch zu einer gerouteten Satellitenverbindung, die spätere Quellen als dauerhaft bezeichneten.
Quellen
- Datacom/IGC, 15. Dezember 1994, NSRC-Archiv
- Datacom-Update, 27. März 1995, NSRC-Archiv
- US-Botschaftstelegramm, 28. Januar 1996, NSRC-Archiv
- Mongolia-FAQ, Oliver Corff und Mitwirkende
- Steve Goldstein/NSF, 5. Januar 1996, NSRC-Archiv
- Datacom-Eröffnungsmitteilung, 18. Januar 1996, NSRC-Archiv
- Geoff Long, IDRC-Bericht über PAN Mongolia
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