Summary

  • Eine RIPE-Labs-Untersuchung fand ältere Filter, die 128.0.0.0/16 noch als besonderen Adressraum behandelten. RIPE-Atlas-Messungen zeigten die Folgen für Pakete. Kühnes Bericht von 2012 beschreibt den Kontakt zu 121 Betreibern und einen Anstieg der beobachteten Erreichbarkeit von etwa 70 auf 85 Prozent der getesteten Sonden.
  • Die Nachmessung von 2013 nutzte erreichbare Kontrollziele in denselben Zielnetzen. Mehr als 95 Prozent der Sonden dieses begrenzten Tests erreichten 128/16-Ziele.

Der Adressblock hatte gültige Papiere, der Router führte eine alte Gästeliste. Bestimmte Juniper-Software blockierte 128.0.0.0/16 weiterhin als „martian“, berichtete RIPE Labs. Ein Netz konnte Adressen aus diesem Block erhalten und seine Pakete trotzdem an einem fremden Filter verlieren.

Das RIPE NCC beobachtete den tatsächlichen Weg. RIPE-Atlas-Sonden versuchten, Ziele im Präfix zu erreichen und Antworten zurückzubekommen. Aus den Fehlversuchen wurde eine praktische Arbeitsliste: Welche Betreiber müssen ihre Filter ansehen?

Kühne schilderte die Teamarbeit im Juni 2012 und nannte Kjell Leknes als Mitwirkenden. Das RIPE NCC kontaktierte 121 Betreiber, deren Netze in beobachtete Filterfälle verwickelt waren. 37 kannten das Problem bereits, 15 hatten noch nichts davon gehört; viele antworteten nicht. 34 kündigten eine Änderung innerhalb eines Monats an. Nach ungefähr zwei Monaten hatten 47 das Präfix nicht mehr gefiltert. In der getesteten Sondengruppe stieg die Erreichbarkeit von rund 70 auf rund 85 Prozent.

Auch der Kommunikationsweg wurde getestet. Die Gruppe nutzte Telefon und Mail und lernte, dass Betreiber mit klarer öffentlicher NOC-Adresse meist lieber eine Nachricht dorthin bekamen. Kleinere Netze ohne eindeutigen Kontakt wurden angerufen. Ein Diagramm kann die kaputte Route zeigen. Ändern kann die Regel nur jemand, der die Nachricht liest und Zugang zum Router hat.

Der Folgebericht vom Februar 2013 legte Kontrollziele daneben. Zwei Gruppen von jeweils ungefähr tausend Sonden prüften 128/16-Adressen in zwei verschiedenen Empfängernetzen. Jedes Netz stellte auch ein bekannt erreichbares Ziel bereit. Erreichte eine Sonde dieses Ziel und scheiterte am 128/16-Ziel, war das Signal genauer als ein einzelner fehlgeschlagener Ping. Über 95 Prozent der Sonden kamen in diesem Versuch durch; 64 erhielten von einem dokumentierten Ziel keine Antwort. Für die betroffenen Adressnutzer blieben diese Lücken spürbar.

Kühne würdigte im späteren Text auch Rene Wilhelm und Kjell Leknes. Die Betreiber veränderten die Filter in ihren eigenen Netzen. Die alte Klassifikation hatte sich in Konfigurationen festgesetzt. Erst messen, dann die Zuständigen erreichen, dann lokal ändern und wieder messen: So erhielt der Block seine Wege zurück.