• Microsoft hat beim US Army Corps of Engineers einen Antrag für das geplante MNZ07 Wellington Rechenzentrum in Prince William County, Virginia, eingereicht
  • Der Plan für das 123 Acre große Gelände nahe Gainesville umfasst zwei eingeschossige Rechenzentrumsgebäude und ein Umspannwerk auf dem Gelände

Die Fakten

Microsoft hat beim US Army Corps of Engineers, Norfolk District, einen Antrag für das geplante MNZ07 Wellington Rechenzentrum an der Adresse 13490 University Boulevard in Prince William County, Virginia, eingereicht. Auf dem 123 Acre großen Gelände nahe Gainesville sollen zwei eingeschossige Rechenzentrumsgebäude und ein Umspannwerk entstehen. Das Grundstück liegt östlich des University Boulevard, südlich der Interstate 66 und nördlich der Wellington Road.

Das US Army Corps of Engineers reguliert gemäß Section 404 des Clean Water Act bestimmte Arbeiten, die Gewässer und Feuchtgebiete betreffen. Der Antrag kennzeichnet damit einen Schritt im Umweltgenehmigungsverfahren auf Bundesebene, getrennt von örtlichen Genehmigungen zur Flächennutzung. Microsoft hat weder die geplante Anschlussleistung des Campus noch den Baubeginn oder den angestrebten Termin für die Zuschaltung ans Stromnetz offengelegt. Aus dem Antrag gehen außerdem weder die Spannungsebene noch die Kapazität des geplanten Umspannwerks hervor.

Die Einordnung

Der Antrag zeigt, dass Microsoft vor dem Bau des Campus nicht nur lokale Planungsfragen und Regelungen zur Stromversorgung klären muss. Wenn ein Standort regulierte Gewässer oder Feuchtgebiete betrifft, kann das Genehmigungsverfahren auf Bundesebene zusätzlich zu den Genehmigungen von Prince William County Anforderungen an Planung und Ausgleichsmaßnahmen sowie weitere Prüfungen mit sich bringen.

Das ist relevant, weil eine Änderung des Standortplans zur Verringerung von Umweltauswirkungen bereits geplante Straßen, Gebäude und Versorgungsinfrastruktur beeinflussen kann. Das vorgesehene Umspannwerk auf dem Gelände ist ein weiteres großes Element der Infrastruktur, das koordiniert werden muss; aus dem Antrag geht jedoch nicht hervor, wie Microsoft es an das übergeordnete Stromnetz anschließen will.

Für Leserinnen und Leser von BTW weist der Antrag beim US Army Corps of Engineers auf eine weitere Abhängigkeit im Entwicklungsweg des Projekts hin. Der Fortschritt hängt nicht nur von der Sicherung des Grundstücks und der Stromversorgung ab, sondern auch davon, ob die endgültige Campusplanung die für den Standort geltenden Umweltauflagen erfüllen kann.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten sind die öffentliche Bekanntmachung des US Army Corps of Engineers und Angaben dazu, welche Feuchtgebiete oder Wasserläufe von dem Projekt betroffen sind. Etwaige vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen oder Planungsänderungen werden zeigen, wie stark die Prüfung auf Bundesebene die Campusgestaltung beeinflusst. Unterlagen zur Stromversorgung, Baugenehmigungen und eine veröffentlichte MW-Angabe würden deutlicher erkennen lassen, wann das Projekt in Richtung Realisierung vorankommen könnte.