Zusammenfassung

  • Masasi Eto zeigte bei APNIC 16, dass syntaktisch gültige IRR-Policies einander bei Import und Export zwischen benachbarten AS widersprechen können.
  • In seiner Untersuchung hatten 55,8 % von 11.696 registrierten AS mindestens eine Unstimmigkeit. APNIC führte den Vortrag als Information und vermerkte keinen weiteren Handlungsauftrag.

Zwei Verträge können einzeln tadellos formuliert sein und zusammen einen Streit ergeben. Im Internet Routing Registry geht es dabei nicht um Anwälte, sondern um Filter auf Routern. Wer aus den registrierten Policies Konfiguration erzeugt, muss wissen, ob die Zusage des einen Netzes zur Annahmebereitschaft des anderen passt. Masasi Eto stellte diese einfache Gegenprobe beim APNIC-16-Routing-SIG vor.

Seine Originalfolien zerlegen den Widerspruch in zwei Richtungen. Ein Peer importiert nicht, was der andere exportiert. Oder er exportiert nicht, was der andere importiert. Das IRR prüfte die Syntax der einzelnen Policy; Eto wollte ihre Bedeutung im Verhältnis zueinander prüfen. Ohne diesen Vergleich kann eine aus dem Register erzeugte Routerkonfiguration die Verbindung zwischen Peers beeinträchtigen. Die Folien belegen diesen Mechanismus, aber keinen konkreten Ausfall.

Die Untersuchung im Vortrag nannte 11.696 registrierte AS. Bei 55,8 % fand sie mindestens eine Unstimmigkeit. Das ist der Befund für die damals untersuchten Datensätze, kein Messwert für das heutige Internet und keine Ausfallquote. Er trifft dennoch eine verbreitete Bequemlichkeit: Ein Registereintrag wird oft wie eine bestätigte Betriebsabsicht behandelt, obwohl nur seine Form bestätigt wurde.

Im Sitzungsprotokoll bekam der Ansatz Gegenwind. Teilnehmer bezweifelten, dass sich IRR-Daten auf Routern praktikabel und sicher nutzen ließen. Ein anderer Einwand betraf die Pflege: Netze hielten ihre Einträge nicht aktuell, weil andere diese Daten nicht nutzten. Gerade die veralteten Einträge machten die Nutzung wiederum unattraktiv. Ein Prüfdienst kann zwei widersprechende Sätze finden. Er kann nicht festlegen, welcher Netzbetreiber seine Absicht falsch beschrieben hat.

Ein Policy-Checker für JPIRR und Benachrichtigungen standen laut Protokoll noch auf der Liste künftiger Arbeiten. Die APNIC-Seite zu prop-012 führt den Vortrag vom 21. August 2003 mit dem Status „keine weiteren Maßnahmen erforderlich“; das Protokoll enthält keinen Aktionspunkt. Etos nachweisbare Leistung war die Gegenprobe samt Messung, nicht eine dokumentierte Einführung eines neuen Dienstes.