Zusammenfassung

  • Mapchester teilte für den 13. und 14. Mai 2006 das Gebiet innerhalb der M60 in nummerierte Sektoren. Freiwillige wählten einen Bereich und trugen sich in eine gemeinsame Liste ein.
  • Viele kamen erstmals mit GPS und OpenStreetMap in Berührung und waren zu Fuß unterwegs. Der Schwerpunkt lag deshalb im Zentrum; brauchbare Rohdaten und spätere Bearbeitung blieben nötig.

Eine ganze Stadt ist eine unhöflich große Aufgabe für ein Wochenende. Ein Stück davon geht schon eher.

Die Leute hinter Mapchester hatten dafür im Mai 2006 eine passende Zeichnung: Manchester innerhalb der M60, aufgeteilt in drei Ringe und nummerierte Sektoren. Große Straßen bildeten die Grenzen. Das Ganze sah aus wie eine Torte, deren Stücke man sich aussuchen konnte. Nur das Abholen erforderte einen Spaziergang.

Für das Treffen am 13. und 14. Mai stellte Manchester Digital Development Agency Räume an der Portland Street bereit. Dort lag die gemeinsame Anmeldeliste für die Gebiete. Wer nicht ins Hauptquartier kommen konnte, sollte jemand anderen bitten, den eigenen Eintrag vorzunehmen. Die Arbeit an einer gemeinsamen Onlinekarte begann mit zwei Seiten Papier an einem bekannten Ort.

Erst auswählen, dann loslaufen

Das Ziel in den damaligen Hinweisen war großzügig bemessen: Straßen und wichtige Verkehrswege innerhalb des Autobahnrings erfassen. Die Reihenfolge berücksichtigte den Alltag der Stadt. Für Samstag war der mittlere Ring vorgeschlagen, für Sonntagvormittag das dann ruhigere Zentrum. Die äußeren Bereiche sollten folgen, soweit Zeit und Teilnehmerzahl es zuließen.

Auch ein Gebiet außerhalb der M60 war willkommen, wenn jemand gerade daran Interesse hatte. Das Projekt wollte darüber informiert werden. Die Liste sollte sichtbar machen, wer welches Gebiet übernahm, damit andere ihre Wege entsprechend wählen konnten.

Der Bericht auf der Veranstaltungsseite zeigt, welche Form die Arbeit tatsächlich annahm. Die meisten waren neu bei OpenStreetMap und im Umgang mit GPS, die meisten kamen zu Fuß. Entsprechend konzentrierte sich die Erfassung auf das Zentrum innerhalb der inneren Ringstraße. Eine Zeichnung kann mühelos die ganze Stadt umrunden. Bei ihren Benutzern dauert das länger.

Die spätere OpenStreetMap-Beschreibung der Kuchendiagramme verbindet die kreisförmige Zeichnung mit diesem Treffen. Ein nummeriertes Stück senkte die Einstiegshürde: Man konnte einen begrenzten Auftrag übernehmen und wusste, wo er endete. Die gemeinsame Liste machte aus persönlichen Plänen eine sichtbare Arbeitsteilung.

Speichern konnte Informationen kosten

Draußen wartete eine weniger appetitliche Aufgabe: Daten so sammeln, dass sie später noch zu gebrauchen waren.

Die Anleitung von 2006 verlangte rohe GPS-Aufzeichnungen mit Position und Zeit für jeden Punkt. Ein Sekundenabstand war empfohlen, sofern der Speicher reichte. Würde das Gerät vor Ende eines Vormittags oder Nachmittags volllaufen, sollte man das Intervall anpassen.

Für die dort besprochenen Garmin-Geräte gab es eine ausdrückliche Warnung vor der Funktion zum Speichern des Tracks. Dabei wurde die Aufzeichnung gefiltert; Zeitangaben und andere nützliche Informationen gingen verloren. Ein freundlich beschrifteter Knopf konnte die spätere Arbeit also erheblich erschweren.

Auch Fotos brauchten eine Verbindung zur Uhr. Die Kamera sollte auf UTC gestellt werden; ein Foto der GPS-Zeitanzeige diente zur Kalibrierung. So konnte das Team Bilder und Spur in JOSM zusammen ansehen. Straßenschilder auf Fotos ließen sich dadurch dem aufgezeichneten Weg zuordnen. Notizblock und Diktiergerät waren ebenfalls brauchbare Begleiter.

Eine GPS-Linie lieferte den Verlauf. Namen und weitere Eigenschaften mussten Menschen ergänzen. Zwischen dem Hochladen einer Spur und einer nützlichen Karte lag noch Arbeit, die der Empfänger nicht einfach erledigte.

Die Stadt machte es den Geräten schwer

Leihgeräte und praktische Einweisung ermöglichten Anfängern den Einstieg. Wer keinen geeigneten Empfänger bekam, konnte Straßennamen und interessante Orte von Hand aufnehmen.

Steve Coast schilderte am 15. Mai, wie viele Teilnehmer zum ersten Mal GPS benutzt hatten. Zugleich berichtete er über Schwierigkeiten der eTrex-Geräte in der städtischen Umgebung. Die Häuser jener Stadt, die man erfassen wollte, konnten dem Empfang im Weg stehen.

Mapchester gab einer großen Einladung eine handliche Form: Stück wählen, Wahl eintragen, brauchbare Beobachtungen zurückbringen. Der Kuchen war schnell gezeichnet. Seine Straßen musste trotzdem jemand ablaufen.

Originalquellen

Veranstaltungsseite mit den Hinweisen von 2006, Steve Coasts Bericht vom 15. Mai 2006 und OpenStreetMaps Rückblick auf das Kuchendiagramm.