Zusammenfassung

  • Der USGS-Plan vom April 2008 verknüpfte kostenlosen elektronischen Zugriff mit automatischer Standardverarbeitung und dem Ende bezahlter Verarbeitungsoptionen.
  • Im August 2009 wurde die millionste kostenlose Szene heruntergeladen; sehr alte Aufnahmen gewannen für die Untersuchung von Veränderungen an Bedeutung.

Ein altes Satellitenbild hat einen Wissensvorsprung: Es zeigt den Ort, bevor er so aussah wie heute. Im Sommer 2009 waren Aufnahmen aus den ältesten Beständen des Landsat-Archivs ungewöhnlich gefragt. USGS meldete einen bislang beispiellosen Abruf von mehr als drei Jahrzehnte alten Bildern. Der Bestand hatte das Alter, der neue Internetzugang die Kundschaft.

Am 20. August 2009 gab die Behörde bekannt, dass drei Tage zuvor die millionste kostenlose Szene heruntergeladen worden war. Die Untersuchung von Veränderungen der Landoberfläche entwickelte sich zu einer wichtigen Anwendung. Dazu braucht man Aufnahmen verschiedener Zeitpunkte. Jeder zusätzliche Kauf kann eine solche Reihe schon bei der Planung kürzen.

Die frühere Rechnung hatte Gewicht. Der Abstract eines 2010 bei NASA dokumentierten Konferenzbeitrags von James R. Irons und John L. Dwyer nannte 600 Dollar je Landsat-Szene für die Bearbeitung einer Anforderung. Die Autoren beschrieben zugleich, wie der kostenlose Vertrieb organisiert wurde: Individuelle Verarbeitungsoptionen entfielen, eine einheitliche Verarbeitung trat an ihre Stelle. Mit der Kasse ging also auch ein Teil der Bestellkarte in Rente.

Der Plan vom April 2008 erklärte den neuen Ablauf. Ein Nutzer wählte eine historische Szene aus. Das System sollte sie automatisch nach einer Standardvorgabe aufbereiten und zum elektronischen Abruf bereitstellen. Archivbilder konnten unabhängig von ihrer Bewölkung angefordert werden. Die kostenpflichtigen Varianten mit unterschiedlichen Parametern sollten schrittweise verschwinden. EarthExplorer und GloVis boten Vorschau und Download.

Über 2008–2009 verband der Ausbau damit Katalog, Verarbeitung und Auslieferung. Für Nutzer hieß das: suchen, auswählen, abholen. Der Betreiber konnte auf einen wiederholbaren Ablauf bauen. Eine gemeinsame Rezeptur vereinfachte das Produktangebot. Wer eine Veränderung über Jahre verfolgen wollte, konnte weitere Aufnahmen zusammentragen, ohne jede davon neu einkaufen zu müssen.

Die Eigenschaften der gelieferten Datei blieben wichtig. Ein USGS-Merkblatt vom April 2011 beschrieb GeoTIFF-Ausgaben und einheitliche radiometrische Verfahren. Manche Szenen hatten jedoch nicht die Bodenpasspunkte oder Höhendaten, die für die übliche Korrektur nötig waren. Sie erhielten deshalb die beste verfügbare Korrekturstufe. Vor einem Vergleich musste man diese Angaben lesen. Die hübsche Vorschau erledigte diese Arbeit nicht mit.

Die Million zählte heruntergeladene Szenen. Das besondere Interesse an alten Bildern zeigte, warum die Sammlung als zeitliche Reihe nützlich wurde. Landsat hatte die Veränderungen längst aufgenommen. Der kostenlose und regelmäßig abgewickelte Abruf half dabei, passende Seiten aus diesem Album zusammenzulegen. Die Arbeit des Archivs ging weiter, während seine Kasse nichts mehr zu tun hatte.