Zusammenfassung
- Katsuyasu Toyama und sieben Mitautoren schlugen portable IPv6-Adressen für Endnetze vor, die mehrfach angebunden waren oder es binnen drei Monaten werden wollten; der erste Entwurf verlangte bei Nichterfüllung die Rücknahme.
- APNIC setzte prop-035 2007 um. Eine archivierte Richtlinie behielt die Drei-Monats-Rücknahme bei, während der heutige Multihoming-Abschnitt den Satz nicht mehr enthält.
Wer 2006 zwei Internetprovider nutzen wollte, brauchte eine Adresse, die nicht mit einem der beiden Verträge verschwand. Für IPv6-Endnetze gab es diese portable Zuteilung bei APNIC noch nicht. Katsuyasu Toyama und sieben Mitautoren schlugen in prop-035-v001 vor, auch kleineren Endnetzen unabhängige Adressen zu geben, sofern sie multihomed waren oder es werden wollten. Die normale Größe sollte /48 sein, bei begründetem Bedarf auch ein kürzeres Präfix. Dafür musste das Netz den Block innerhalb von drei Monaten für Multihoming nutzen. Andernfalls musste er zurückgeholt werden.
Die zweite Fassung vom 6. September ließ die Frist stehen, änderte aber das Verb: Nicht entsprechend genutzter Raum sollte zurückgeholt werden. Aus der Formulierung folgt kein Nachweis, dass APNIC tatsächlich jemanden verschonte. Sie zeigt, wie die Autoren den Preis der Portabilität verhandelten. Ein eigener Block erspart beim Providerwechsel das Renummerieren; das Register wollte zugleich verhindern, dass eine nur behauptete zweite Verbindung dauerhaftes portables Adressrecht begründet.
Toyama stellte den Vorschlag auf APNIC 22 neben einem weiter gefassten Modell vor. Der Vorsitz stellte zunächst Konsens für eine portable Zuteilungsregel und dann für prop-035 fest. Die offizielle Historie nennt den Final Call, die Zustimmung des Executive Council am 15. Dezember 2006 und die Umsetzung am 19. März 2007. Eine später archivierte IPv6-Richtlinie formulierte wieder verbindlich: Nach drei Monaten ohne Multihoming wird der Adressraum zurückgeholt. Der weichere Entwurfswortlaut überlebte nicht als einzige Lesart der Regel.
Später veränderte prop-101 unter David Woodgate die Zugangsvoraussetzungen und beseitigte das absolute Multihoming-Erfordernis für portable IPv6-Zuteilungen. Die heutige APNIC-Ressourcenrichtlinie führt Multihoming weiter als einen möglichen Weg und verlangt mindestens /48; Abschnitt 9.1.1 enthält aber keine Rücknahme nach drei Monaten mehr. Daneben bestehen andere Zulassungswege. Die späteren Regeln gehören zu einem neuen Handel zwischen Register und Endnetz.
Die vorliegenden APNIC-Quellen zählen nicht, wie viele Blöcke wegen der alten Klausel tatsächlich zurückgeholt wurden. Ein datiertes Zuteilungs- und Rücknahmeverzeichnis würde das klären. Die Textgeschichte reicht für eine andere Feststellung: Toyamas Gruppe öffnete die Portabilität und band sie an eine überprüfbare technische Zusage.
Identitätsgrundlage des Porträts: APNIC-28-Sprecherprofil von Katsuyasu Toyama.
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