Summary
- RFC 3172 wies .arpa 2001 die Infrastrukturkennungen zu; .int blieb für Organisationen mit völkerrechtlicher Vertragsgrundlage bestimmt.
- RFC 9121 hielt später eine Bestandsaufnahme, als unerheblich bewertete Abfragemuster und die Entfernung verbliebener Infrastrukturdelegierungen aus .int fest.
Unter .int kamen zwei Nutzungen zusammen, die ähnlich aussehen konnten, aber unterschiedliche Aufgaben erfüllten. RFC 1591 beschrieb die Domain 1994 als vorgesehen für Organisationen, die durch internationale Verträge gegründet wurden, sowie für internationale Datenbanken. Daneben wurden experimentelle Kennungen der Internetinfrastruktur dort untergebracht. Ein DNS-Name konnte damit eine Organisation bezeichnen oder an der Adressierung eines Protokolls beteiligt sein.
RFC 3172 legte 2001 fest, wohin die zweite Nutzung gehörte. Das Internet Architecture Board definierte .arpa als begrenzten Namensraum für Infrastruktur. Ein beigefügter Brief vom April 2000 bat ICANN, .arpa für diese Anwendungen zu verwalten und auch die damals noch unter .int liegenden Infrastruktur-Anwendungen dorthin zu migrieren. Damit war das Ziel benannt; die vorhandenen Delegierungen verschwanden dadurch nicht automatisch.
Einzelne Migrationen verliefen separat. RFC 4159 dokumentiert, wie ip6.int durch ip6.arpa ersetzt wurde. Andere experimentelle Namen blieben in der .int-Zone, obwohl sie praktisch nicht mehr genutzt wurden. RFC 9121 nahm sich 2021 dieses Rests an. Das Dokument führt atma.int, ip4.int, ip6.int, nsap.int, rdi.int und reg.int auf und erwähnt auch tpc.int als Dienst für Fernübertragung von Druckaufträgen. Den Angaben zufolge nutzten die zuständigen Betreiber diese Namen schon lange nicht mehr.
Die Grundlage für die Entfernung blieb ausdrücklich begrenzt. IANA sichtete historische Unterlagen, wertete DNS-Abfragemuster aus und nahm erste Kontakte auf. Die beobachteten Muster galten als unerheblich; die Domains wurden als sehr wahrscheinlich veraltet eingestuft. RFC 9121 setzte RFC 1528 und RFC 1706 auf Historic und hält fest, dass IANA die betreffenden Infrastrukturdelegierungen aus der .int-Zone entfernt hat. Zugleich warnt das Dokument vor Namen, die in alten Systemen fest codiert sind, und vor einer unvorsichtigen späteren Wiederverwendung.
Damit ist nicht belegt, dass jeder private Resolver, jede Anwendung oder jede gespeicherte Konfiguration aktualisiert wurde. Belegt ist die Entscheidung, dass der öffentliche Delegierungseintrag die alten Namen nicht länger rechtfertigte. .arpa war seit 2001 der passende Ort; bis die übrig gebliebenen Einträge aus .int entfernt wurden, verging eine weitere Prüfung.
Quellen
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