Summary

  • Am 27. Oktober öffnete das IETF-Nominierungskomitee 2026/27 die Feedbackphase für Bewerber um Ämter im IAB, in der IESG und im Verwaltungsrat der IETF-IPMC. Regulärer Einsendeschluss ist der 19. November.
  • Onlineeingaben werden sämtlichen Komiteemitgliedern zusammen mit dem Namen des Absenders angezeigt. Wer seinen Namen nicht im ganzen Gremium verbreiten möchte, kann den Vorsitzenden oder ein anderes vertrautes Mitglied um Weitergabe bitten.

Ein künftiger Area Director lässt sich anhand von Lebensläufen und Vorträgen beurteilen. Die schwierigeren Fragen kennt meist jemand, der mit ihm eine strittige technische Entscheidung durchstehen musste. Genau diese Person könnte im nächsten Jahr wieder mit ihm zusammenarbeiten. Das NomCom braucht ihre Beobachtung – und verlangt bei einer direkten Eingabe, dass sie vor dem gesamten Gremium dafür einsteht.

Der Vorsitzende erklärte am 27. Oktober, dass die Nominierungsfrist am 23. Oktober endete. Nun bittet das Komitee um Rückmeldungen zu Personen, die für Positionen im Internet Architecture Board (IAB), als Area Directors der Internet Engineering Steering Group (IESG) und im Board der IETF Intellectual Property Management Corporation (IPMC) infrage kommen. Seine ursprüngliche Stellenliste umfasst sechs IAB-Sitze, sieben IESG-Ämter und einen IPMC-Sitz. Vierzehn bezeichnet hier die Ämter, nicht die Zahl der Bewerber.

Bis zum 19. November eingereichte Hinweise fallen in die angekündigte Frist. Spätere Beiträge können berücksichtigt werden; eine Prüfung wird nicht zugesagt. Beim Onlineformular sehen alle NomCom-Mitglieder den Kommentar samt Namen. Für eine Eingabe ohne Namensnennung vor dem gesamten Gremium kann sich der Verfasser an den Vorsitzenden oder ein vertrautes Mitglied wenden, das den Inhalt für ihn einreicht. Dieser Mensch kennt die Quelle und trägt die Verantwortung, ihren Bericht unverfälscht weiterzugeben.

Das Komitee behandelt sämtliche Rückmeldungen vertraulich. Vertraulichkeit schützt den Inhalt der Auswahlgespräche vor Weitergabe. Die Frage nach dem Absender entscheidet zusätzlich, wie viele Mitglieder dessen Identität kennen. Der direkte Weg verteilt den Namen im Gremium; der indirekte Weg konzentriert dieses Wissen bei einem Vermittler. Das ist ein Unterschied für Menschen, deren berufliche Beziehungen von einer offenen Kritik berührt werden.

RFC 8713 legt fest, dass Beratungen und Unterlagen zu einzelnen Kandidaten vertraulich bleiben. Die Regel erlaubt, Namen von Personen zu veröffentlichen, die eine Nominierung annehmen, um Rückmeldungen aus der Gemeinschaft einzuholen. Sie verlangt breite Konsultation, überträgt die Auswahl aber den stimmberechtigten freiwilligen NomCom-Mitgliedern. Danach bestätigen die zuständigen Gremien die Auswahl. Hinweise aus der Gemeinschaft fließen in eine Entscheidung ein, die hinter dieser Verfahrensgrenze getroffen wird.

Mitte Oktober ging es darum, die Annahmefrist für Nominierungen bis zum 23. Oktober zu verlängern. Mit der Ankündigung vom 27. Oktober beginnt eine andere Aufgabe: konkrete Erfahrungen rechtzeitig in die Beurteilung zu bringen. Die bestätigten Personalentscheidungen werden später öffentlich. Die einzelnen Hinweise bleiben vertraulich. Gerade deshalb zählt jetzt, ob der Zugang für unbequeme, aber belegte Beobachtungen funktioniert.

Sources