Zusammenfassung

  • ICANNs Vorstand genehmigte am 22. Oktober die Übertragung von 20 Millionen US-Dollar aus dem Betriebsfonds in den Projektfonds.
  • Grundlage sind ein Überschuss Ende Juni und ein Mindestpuffer von drei Monatsausgaben; einzelne Projekte brauchen einen eigenen Beschluss.

Zwanzig Millionen Dollar haben jetzt ein Ziel, aber noch keinen Auftrag. Der Beschluss vom 22. Oktober tut es: ICANNs Vorstand genehmigt, 20 Millionen US-Dollar vom Betriebsfonds in den Projektfonds zu verschieben. Organisation und Finanzausschuss empfahlen den Betrag, nachdem zum 30. Juni mindestens ebenso viel Überschuss im Betriebsfonds lag. Dort müssen Mittel für mindestens drei Monate Betriebsausgaben bleiben.

Im Mai hatte der Vorstand den früheren Fonds für die Umsetzung von Gemeinschaftsempfehlungen für weitere geeignete Vorhaben geöffnet, umbenannt und Regeln für die Förderfähigkeit angefordert. Das änderte den Zugang. Der Oktoberbeschluss weist nun Mittel zu. Er nennt allerdings kein konkretes Vorhaben. Über die Verwendung für ein einzelnes Projekt muss der Vorstand erneut entscheiden.

Für große, mehrjährige Arbeiten ist ein solcher Topf plausibel: Ein Jahreshaushalt passt selten sauber zu ihrem Zeitplan. Wer als Mitglied, Antragsteller oder Beobachter ICANNs Prioritäten verstehen will, braucht deshalb die nächste Akte: einen Beschluss mit Zweck, Kosten und Zuständigkeit. Ein schöner Kontostand verrät noch nicht, welches Problem ICANN als Erstes lösen möchte. Laut ICANN wird eine Zuweisung an die Reserve zuvor erwogen oder entschieden; zudem bleibt der Dreimonatspuffer im Betriebsfonds bestehen. Das sind zwei sichtbare Schranken vor der späteren Projektausgabe.

Der Vorstand hat die Kasse vorbereitet. Welche Idee zuerst die Rechnung stellen darf, wird die nächste Tagesordnung zeigen.