Zusammenfassung
- Hubble Heritage bereitete seit 1998 monatlich Bilder für die Öffentlichkeit auf und ergänzte dafür auch Archivbeobachtungen.
- Zur Veröffentlichung von M51 2005 gehörten bearbeitete wissenschaftliche Mosaike, Gewichtungskarten und eine ausführliche Anleitung.
Die Gebrauchsanweisung war freiwillig. Wer am 25. April 2005 das neue Bild der Whirlpool-Galaxie M51 ansah, durfte einfach staunen. Wer anschließend mit den Daten arbeiten wollte, fand im Netz auch dafür das nötige Gepäck. Hubble Heritage hatte zum fünfzehnten Geburtstag des Teleskops mehr vorbereitet als einen hübschen Bildschirmhintergrund.
Seit 1998 veröffentlichte das Projekt monatlich aufbereitete Bilder. Zum fünften Jahrestag waren es über 65. Astronomen und Fachleute für Bildverarbeitung suchten im Archiv nach geeignetem Material; zusätzliche Beobachtungszeit konnte fehlende Farbkanäle oder Bildbereiche ergänzen. Der NASA-Bericht von 2003 beschreibt die Arbeit zwischen einer zugänglichen Datensammlung und einem Bild, bei dem Besucher stehen bleiben.
Im Januar 2005 nahm die Advanced Camera for Surveys M51 und ihre Begleitgalaxie in sechs leicht überlappenden Feldern auf. Vier Filter und wiederholte Belichtungen lieferten das Material. Mit dem Farbbild erschienen auf der MAST-Projektseite auch bearbeitete wissenschaftliche Mosaike im FITS-Format, Vorschaubilder und eine ausführliche README-Datei. Herunterladen konnte man sie im Browser oder per anonymem FTP.
In diesen Dateien steckten bereits sorgfältige Ausrichtung, Zusammenfügen der Aufnahmen und Behandlung von Detektorfehlern. Eine Wasserstoff-alpha-Aufnahme hatte einen ungewöhnlich hohen Hintergrund, dessen Ursache ungeklärt blieb; sie wurde aus der ersten Fassung ausgeschlossen. In einer anderen Aufnahme bekam eine Satellitenspur eine Maske. Selbst eine Galaxie hat gelegentlich einen unerwünschten Gast im Bild.
Überlappungen, Lücken zwischen Detektorchips und verworfene Pixel führten dazu, dass nicht überall gleich viel nutzbare Belichtung zusammenkam. Die mitgelieferten Gewichtungskarten hielten diese Unterschiede fest. Das Team prüfte daran, ob Störungen tatsächlich weniger Gewicht erhielten und echte helle Objekte erhalten blieben. Wer gründlich aufräumt, sollte hinterher noch seine Sterne finden.
Die Veröffentlichung des Teams von 2005 erklärte die Einstellungen. Weil die Galaxie einen großen Teil des Bildes füllte, wurde der Abzug des Himmelshintergrunds abgeschaltet. Höhere Ausschlussschwellen schützten helle Kerne. Außerdem nannten die Autoren einen konkreten noch offenen Prüfschritt: Die Mosaike der ersten Fassung waren selbst nicht direkt auf photometrische Genauigkeit oder die Stabilität der Punktspreizfunktion über das gesamte Bildfeld getestet worden. Für spätere Nutzer war damit eine Arbeitsaufgabe benannt.
Die vollständigen wissenschaftlichen Bilder und Gewichtungskarten beanspruchten jeweils rund 420 MB. Kleinere Fassungen dienten dem schnellen Überblick und der Lehre; kleine GIF-Dateien erleichterten das Stöbern. Das Netz bot so verschiedene Einstiege in dieselbe Galaxie. Man konnte einen Augenblick bleiben oder sich genug Material für eine längere Beschäftigung mitnehmen.
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