Summary

  • Der Auftragnehmer CPCCo erfasste im Haushaltsjahr 2024 in Hanford 2.734 Probleme. Das zuständige Bundesbüro erklärte, es verfolge 346 Fälle dieses Unternehmens. Die Zahlen haben unterschiedliche Auswahlregeln; der Prüfbedarf liegt im Weg vom Eintrag zur behördlichen Priorität.
  • Die Zentrale der Umweltmanagement-Abteilung führte 64 von ihr identifizierte Probleme für den gesamten Komplex in den Jahren 2024–25. Ihre Beamten konnten weder die Aufnahme in die Liste erklären noch deren Einfluss auf risikobezogene Prüfungen zeigen. Den Prüfkalender für örtliche Büros hatte die Zentrale seit 2020 nicht umgesetzt.
  • Eine Serie von fünfzehn radiologischen Ereignissen in Idaho, die Beschäftigte einer möglichen Überexposition aussetzte, war der Zentrale unbekannt. Auftragnehmer und örtliches Büro beschrieben jeweils einen Meldeweg.

Eine Differenz ohne Nenner

Die Central Plateau Cleanup Company zählte 2024 in Hanford 2.734 Probleme. Das örtliche Bundesbüro verfolgte nach eigener Auskunft 346 Probleme dieses Auftragnehmers. Im folgenden Jahr lauteten die Zahlen 1.908 und 320. Eine Subtraktion wäre bequemer als eine Untersuchung, aber falsch: Beide Register können unterschiedliche Arten von Einträgen aufnehmen. Die entscheidende Frage lautet, welche einzelne Meldung auf welcher Grundlage in der Bundesaufsicht auftauchte und welche zurückblieb.

Der Originalbericht des Government Accountability Office untersuchte drei ausgewählte Verträge des Umweltmanagements im US-Energieministerium, an den Standorten Hanford, Idaho und Los Alamos. Daraus lässt sich keine Fehlerquote für alle Anlagen ableiten. Die Aufgabe selbst ist groß: Fünfzehn Standorte sind von der Produktion von Atomwaffen und der Forschung zur Kernenergie belastet. Im April 2026 schätzte die Behörde, dass die verbleibende Sanierung bis 2100 dauern und 641 bis 840 Milliarden Dollar kosten könnte. Rund 95 Prozent ihres Jahresbudgets von acht Milliarden Dollar fließen in Verträge; mehr als 25.000 Menschen arbeiten für die Auftragnehmer.

Einige Auftragnehmer müssen ein eigenes Sicherungssystem betreiben, das Arbeitsabläufe prüft, Fehler aufdeckt und Korrekturen organisiert. Die staatlichen Büros vor Ort beaufsichtigen diese Systeme. Die Zentrale soll ihre Informationen nutzen, um begrenzte Prüfer auf hohe Risiken zu konzentrieren. Auf jedem Wegstück kann eine Warnung an Bedeutung verlieren, wenn die nächste Stelle andere Begriffe und Schwellen verwendet.

„Wirksam“ ohne Messlatte

In den zuletzt verfügbaren Erklärungen für 2021 und 2022 stuften die Büros und Auftragnehmer in Hanford und Idaho ihre Sicherungssysteme insgesamt als wirksam ein. Los Alamos traf keine Wirksamkeitsfeststellung. Das GAO konnte die Grundlage der positiven Urteile nicht nachvollziehen. Eine Definition und messbare Kriterien fehlten; gleichzeitig beschrieben die Dokumente wiederkehrende Leistungsprobleme.

Idaho liefert ein besonders scharfes Beispiel. Der Auftragnehmer IEC dokumentierte fünfzehn radiologische Ereignisse zwischen Juni 2024 und Februar 2025. Sie setzten Beschäftigte dem Risiko einer überhöhten Strahlendosis aus und hätten Kontamination verbreiten können. Laut GAO kannten Beamte der Zentrale die wiederkehrende Serie nicht. IEC erklärte, die Ereignisse einem System für Regelverstöße gemeldet zu haben; das örtliche Büro sagte, sie in einem Quartalsbericht an die Zentrale aufgeführt zu haben. Ein versandter Bericht ist noch keine nachweisbare Entscheidung über ein erkanntes Muster.

Im eigenen System hatte die Zentrale 64 von ihr identifizierte Probleme in den Jahren 2024–25 für den ganzen Komplex erfasst: 24 in Hanford, 17 in Los Alamos, keines in Idaho, 23 anderswo. Zeitraum und Gegenstand unterscheiden sich von den 2.734 Einträgen eines Hanford-Auftragnehmers aus 2024. Ein Verhältnis der beiden Zahlen hätte keine Aussagekraft. Der belastbare GAO-Befund ist, dass die Zentrale ihre Auswahlregeln und die Wirkung der Auswahl auf ihren risikobezogenen Prüfplan nicht darlegen konnte.

Jede Stelle stellt den Zeiger anders ein

In Idaho verwendete der Auftragnehmer fünf Schweregrade, das Bundesbüro drei. In Los Alamos waren es drei und vier. Eine gemeinsame Liste mit unveränderten Begriffen würde Risiken nur vortäuschen. Hanford vereinheitlichte 2022 bestimmte Begriffe und Kennzahlen für mehrere Auftragnehmer am Standort. Das örtliche Büro erklärte, dadurch Trends vergleichen zu können. Eine entsprechende, nachgewiesene Abbildung zwischen allen Standorten fehlte der Zentrale.

Hinzu kam ein Prüfplan, der in der Schublade blieb. Seit 2020 setzte die Zentrale keinen Zeitplan zur Bewertung der örtlichen Bundesbüros um. Pläne für 2024 und 2025 wurden geschrieben, einschließlich einer Prüfung der Wirksamkeitserklärungen, aber nicht durchgeführt. Der positive Stempel überlebte die Kontrolle, die ihn hätte prüfen sollen.

Das GAO empfahl vier zusammenhängende Schritte: Wirksamkeit messbar definieren, Informationsbedarf und gemeinsame Begriffe festlegen, die örtlichen Prüfungen durchführen und Erwartungen samt Konsequenzen in Verträgen verankern. Das Energieministerium stimmte zu. Entscheidend wird sein, welche Inspektionen stattfinden und welche Warnungen sie tatsächlich erreichen.

Sources