Summary
- Google plante ab 30. September 2009 mehr als 100.000 Einladungen für Wave. Zur selben Zeit konnten Nutzer Teilnehmer weder entfernen noch Gruppen bilden oder Rechte innerhalb einer Wave konfigurieren.
- Im Dezember 2009 dokumentierte Google erste Gruppenrechte. Bei der Öffnung für alle am 18. Mai 2010 nannte es das Entfernen versehentlich hinzugefügter Teilnehmer und die Rechteverwaltung als verfügbare Funktionen.
Im Mai 2009 stellte Google Wave als Gespräch und Dokument zugleich vor. Beteiligte konnten Antworten einfügen, denselben Text verändern, Buchstaben beim Entstehen sehen und die Bearbeitung später abspielen. Das Unternehmen sprach von einer Anwendung, einer Entwicklerplattform und einem für Föderation vorgesehenen Protokoll. Die Vorführung feierte Gleichzeitigkeit. Sie stellte damit auch die Frage, wer über den Kreis der Mitwirkenden bestimmen durfte.
Die Mitteilung vom 29. September beantwortete sie zunächst mit einer Lücke. Am Folgetag sollten mehr als 100.000 Einladungen an aktive Entwickler, früh registrierte Interessenten und ausgewählte Firmen- und Hochschulkunden von Google Apps gehen. Eingeladene durften weitere Personen vorschlagen. Seit Mai habe das Team vor allem an Skalierung, Stabilität, Tempo und Bedienbarkeit gearbeitet. Es listete dann ausstehende Funktionen: einen Teilnehmer entfernen, Nutzergruppen definieren, Berechtigungen für eine Wave einstellen, Entwürfe speichern. Der Verteiler wuchs schneller als die Werkzeuge, ihn zu korrigieren.
Eine Wave war ein dauerhaftes gemeinsames Arbeitsstück. Die Beteiligten konnten den Inhalt unmittelbar ändern und frühere Änderungen wiedergeben. Wer jemanden einlud, gewährte Zugriff auf eine fortlaufende Arbeit. Bei einer falschen Einladung fehlte dem Gastgeber die beschriebene Möglichkeit zum Widerruf. Google hielt diesen Zustand selbst in der Vorschau-Ankündigung fest. Die Aussage betrifft die damalige Bedienung; für konkrete Schadensfälle enthalten diese Mitteilungen keine Belege.
Im Dezember 2009 erklärte das Wave-Team eine frühe Verknüpfung mit Google Groups. Eine Gruppe konnte zu einer Wave hinzugefügt werden; danach ließen sich Rechte setzen und Inhalte mit der Gruppe ansehen und bearbeiten. Google nannte die Funktion ausdrücklich vorläufig. Gruppen-Waves erschienen in Wave, nicht in der Oberfläche von Google Groups. Eine kollektive Zugriffsregel war nun sichtbar, während die Steuerung einzelner Teilnehmer weiterentwickelt wurde.
Am 18. Mai 2010 endete die Einladungspflicht. Wave stand in Google Labs allen offen. Google hob nun das Entfernen versehentlich hinzugefügter Teilnehmer und Optionen zur Rechteverwaltung hervor; dazu kamen E-Mail-Benachrichtigungen und eine Erweiterungsgalerie. Ein genaues Einführungsdatum für jeden Knopf nennen die Ankündigungen nicht. Sie zeigen aber die Reihenfolge: erst die große Einladungsrunde, dann die allgemein zugängliche Version mit den Kontrollfunktionen.
Im August 2010 beendete Google die Entwicklung als eigenständiges Produkt und verwies auf eine Nutzung unter den Erwartungen. Im November 2011 setzte es die Termine für den Lesemodus am 31. Januar 2012 und die Abschaltung am 30. April fest. Einzelne Waves konnten bis dahin als PDF exportiert werden. Eine Verbindung zwischen dem frühen Rechteproblem und der späteren Nutzungsentscheidung stellt Google in diesen Unterlagen nicht her.
Die aufschlussreichste Phase liegt vor dem Schlussstrich. Wave zeigte eindrucksvoll, wie Menschen gemeinsam schreiben können. Anschließend musste das Produkt die alltäglichen Befugnisse einer gemeinsamen Arbeitsfläche nachreichen: einladen, begrenzen, zurücknehmen. Beim elften Cursor zählt nicht die Animation, sondern die Frage, wer ihn wieder aus dem Dokument holen kann.
Originalunterlagen
- Vorstellung im Mai 2009 und Vorschau-Mitteilung im September: Arbeitsmodell, Einladungen und fehlende Funktionen.
- Gruppenfunktion im Dezember und Öffnung im Mai 2010: Entwicklung der Rechte und Teilnehmerentfernung.
- Entscheidung vom August 2010 und Zeitplan von 2011: weiterer Produktverlauf.
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