Summary

  • 2007 führte Google Gears als offene Browsererweiterung für lokale Daten, Cache und weitere Fähigkeiten ein. Reader war das erste öffentliche Beispiel für eine offline verfügbare Anwendung.
  • Am 24. Mai 2010 kündigte Reader die Abschaffung des Offline-Zugangs ab 1. Juni an und verwies auf geringe aktive Nutzung sowie hohen laufenden Aufwand. Gears erhielt 2011 keine neuen Versionen mehr; Chrome 12 entfernte es.

Eine gespeicherte Nachricht ist besonders wertvoll, wenn gerade kein Netz erreichbar ist. 2007 brauchten Webanwendungen dafür zusätzliche Fähigkeiten im Browser. Google veröffentlichte Gears als quelloffene Erweiterung mit JavaScript-Schnittstellen für lokale Speicherung, zwischengespeicherte Ressourcen und parallele Arbeit. Reader stand sofort als Beispiel für Offline-Nutzung im Schaufenster. Langfristig sollten die Bauteile in gemeinsame Webstandards eingehen.

Die Gears-Entwickler verstanden ihr Projekt als Ergänzung der damaligen AJAX-Webanwendungen. Wer eine App betrieb, konnte schneller handeln als die Standardisierung. Dafür musste der Nutzer die Erweiterung installieren. Die App brauchte einen Pfad mit Gears und einen anderen ohne. Eine einzige Funktion erzeugte zwei Betriebsweisen.

Ein Google-Entwicklerbeispiel von Juni 2007 macht den Unterschied greifbar. Mit Gears speicherte eine Suchanwendung Anfragen und vollständige Ergebnisse in einer lokalen SQLite-Datenbank. Ohne die Erweiterung behielt sie lediglich die Anfragen in einem Cookie; für Ergebnisse reichte der Platz nicht. Die Dokumentation wies außerdem auf die Migration bestehender lokaler Daten hin, falls sich das Datenbankschema änderte. Offline war ein eigener Datenbestand, der gepflegt werden musste.

Dieses Beispiel ist nicht der interne Quellcode von Reader. Die Produktentscheidung steht in einer Mitteilung vom 24. Mai 2010. Reader erklärte, nur eine Minderheit nutze den Offline-Zugang aktiv. Seine Unterstützung verlange viel fortlaufende Entwicklungsarbeit; HTML5 löse Gears allmählich ab. Das Team kündigte an, den Offline-Zugang ab 1. Juni zu entfernen. Es empfahl andere Feed-Programme, stellte aber keinen sofortigen Ersatz innerhalb von Reader vor.

Schon im Februar 2010 hatte das Gears-Team den Schwerpunkt zu Browserstandards verlegt. Neue Funktionen für die Erweiterung sollten nicht mehr entwickelt werden. Zugleich sagte es, für die vollständige und einfache Migration bestehender Gears-Anwendungen samt Nutzern gebe es noch keinen Weg. Der Standard von morgen verringerte den Aufwand für Readers Offline-Pfad von heute nicht automatisch.

Das Gears-Ende im März 2011 verteilte die bisherigen Fähigkeiten auf mehrere Browsertechniken: Anwendungscache für Ressourcen, IndexedDB für lokale Daten, File API für Binärobjekte und native Schnittstellen für Standort, Benachrichtigungen und Worker. Neue Gears-Versionen sollten ausbleiben; Firefox 4 und Internet Explorer 9 waren nicht vorgesehen. Am 7. Juni 2011 führte Chrome 12 Stable die Entfernung von Google Gears in seiner Änderungsliste.

Readers Offline-Abschied lag ein Jahr vor der Entfernung der Erweiterung aus Chrome. Die Plattform gewann neue Bausteine, doch eine konkrete Leseerfahrung wurde aufgegeben. Wer im Zug auf einen gespeicherten Feed angewiesen war, konnte mit dem künftigen API-Namen wenig anfangen. Entscheidend war, ob Reader die Artikel weiterhin auf dem Gerät bereithielt.

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