Zusammenfassung
- Am 12. Februar 2001 meldete Google den Erwerb des gesamten Deja.com-Usenet-Archivs mit Beiträgen seit 1995, dazu Software, Domains und weitere Rechte.
- Die neue Groups-Betaversion bot zunächst Zugriff auf mehr als sechs Monate. Suche in über 500 Millionen älteren Nachrichten, besseres Browsing und das Schreiben in Newsgroups wurden als nächste Schritte angekündigt.
Der Kaufvertrag war schneller als der Suchindex
Wer ein Archiv übernimmt, kann dessen Besitz sofort verbuchen. Wer darin recherchieren möchte, braucht einen funktionierenden Katalog. Googles Mitteilung vom 12. Februar 2001 zeigt beide Vorgänge nebeneinander. Deja.com übergab ein Usenet-Archiv, das bis 1995 zurückreichte, außerdem Software sowie die Domains deja.com und dejanews.com. Das neue Groups war schon erreichbar. Seine Suche erfasste aber erst etwas mehr als sechs Monate an Beiträgen und Gesprächsfäden.
Für die vollständige Integration stellte Google mehr als 500 Millionen durchsuchbare und lesbare Nachrichten in Aussicht. Diese Zahl beschrieb den künftigen Zugang zum Gesamtbestand, nicht die Leistung der ersten Betaversion. Ein Nutzer auf der Suche nach einer Diskussion von 1996 musste warten, bis die älteren Daten im neuen öffentlichen Index angekommen waren, obwohl Google sie bereits erworben hatte.
Hinzu kamen zwei weitere angekündigte Funktionen: bessere Wege durch die Gesprächsfäden und die Möglichkeit, selbst in Newsgroups zu schreiben. Die Übernahme der vertrauten Adressen konnte ehemalige Deja-Leser zum neuen Dienst führen. Sie machte die historische Suche und das Schreiben dort noch nicht automatisch vollständig nutzbar.
Später war mehr sichtbar
Eine Google-Mitteilung von Dezember 2004 nannte mehr als eine Milliarde durchsuchbare Usenet-Beiträge und neue Gruppenfunktionen. Der öffentlich zugängliche Bestand war damit deutlich größer als die anfängliche Betasuche. Wann genau jedes Deja-Paket indexiert wurde, geht aus den beiden Mitteilungen nicht hervor; dafür bräuchte man datierte Import- oder Abdeckungsprotokolle. Die Milliarde von 2004 ist außerdem keine unveränderte Zählung des 2001 gekauften Materials, denn der Dienst sammelte und entwickelte sich weiter.
Googles eigene Worte trennten drei Uhren: Eigentum an den Datensätzen, Reichweite der Suche und Teilnahme an laufenden Diskussionen. Am Tag der Übernahme stand die erste Uhr auf abgeschlossen, die zweite auf einen jüngeren Ausschnitt, die dritte auf geplant. Diese Differenz entscheidet darüber, ob ein historisches Gespräch für seine Leser praktisch weiterlebt.
Quellen
- Google-Mitteilung zum Kauf von Deja.com, 12. Februar 2001, Kaufumfang, Betasuche und Pläne.
- Google-Mitteilung zu Groups, 2. Dezember 2004, späterer Suchbestand und Funktionen.
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