Zusammenfassung
- Anbieter können für Personal und Professional gleiche oder unterschiedliche Preise festlegen. Beide regulären Stufen der Standardlizenz gewähren denselben Rechteumfang.
- Die Berechtigung für Personal wird beim Erwerb geprüft. Wer erst danach über die Umsatzgrenze wächst, muss einen zuvor berechtigten Kauf nicht hochstufen.
- In die Berechnung fließen auch Vorschüsse, eingeworbene Mittel und bestimmte verbundene Unternehmen ein. Ein Studio ohne Spieleverkäufe kann deshalb bereits über der Grenze liegen.
Kein zusätzlicher Ast für Geschäftskunden
Ein Baum aus einem digitalen Laden kann vieles kosten: den Kaufpreis, Stunden für die Anpassung seiner Materialien, vielleicht einen Nachmittag auf der Suche nach einem störenden Schatten. Bei Fab kann derselbe Baum außerdem zwei Preisschilder tragen. Wer Professional wählt, erhält dadurch keinen besonders geschäftstüchtigen Ast.
Fab trennt hier Preis und Rechteumfang. Die regulären Stufen Personal und Professional der Standardlizenz gewähren denselben Umfang an Nutzungsrechten. Anbieter müssen beide Stufen anbieten und dürfen dafür gleiche oder unterschiedliche Preise ansetzen. Die Grenze sortiert Käufer; sie beschreibt keine höhere Auflösung des Produkts.
Für kleine Studios steckt darin eine nützliche Zusage. Wenn sie beim Erwerb zu Personal berechtigt waren, müssen sie nach einem späteren Überschreiten der Einkommensgrenze nicht auf Professional wechseln. Das steht ausdrücklich in Fabs Lizenzübersicht. Ein erfolgreicher Spielestart löst auf diesem Weg keine nachträgliche Einkaufstour durch die bereits verwendeten Felsen, Zäune und Bäume aus.
Ein Preis mit Datum
Nehmen wir ein erfundenes Beispiel: Ein unabhängiges Studio kommt nach der vertraglichen Berechnung auf 80.000 Dollar in den zurückliegenden zwölf Monaten und kauft ein gewöhnliches Baummodell. Später steigt der entsprechende Betrag auf 150.000 Dollar. Die ursprüngliche Berechtigung wird nach dem damaligen Erwerbszeitpunkt beurteilt. Für diesen Baum ist allein wegen des Wachstums kein Upgrade fällig.
Beim nächsten Einkauf sieht die Rechnung anders aus. Ein neues Schlossmodell wird zu einem neuen Zeitpunkt erworben; die dann vorliegenden Verhältnisse entscheiden über die passende Stufe. Alte Bestellungen behalten ihren damaligen Prüfpunkt. Neue Bestellungen bekommen einen neuen.
Diese Datumsgrenze wirkt unscheinbar, bis ein Asset tief in einem Projekt steckt. Ein Team importiert ein Modell, verändert Materialien, baut Wege darum und stimmt Kollisionen sowie Beleuchtung ab. Der ursprüngliche Preis kann klein sein, die inzwischen damit verbundene Arbeit groß. Eine spätere Preisprüfung aller alten Käufe würde deshalb auch Entscheidungen belasten, die längst in Produktion gegangen sind. Fab lässt nachträgliches Wachstum als solchen Auslöser entfallen.
Für den Verkäufer endet damit ein möglicher Zugriff auf den späteren Erfolg dieses einen Kaufs. Er kann einem heute kleinen Kunden einen günstigeren Einstieg anbieten. Aus dessen späterem Wachstum wird jedoch kein automatischer Anspruch auf den höheren Stufenpreis. Für weitere Erlöse braucht es weitere Geschäfte.
Die Finanzierung steht mit an der Kasse
Die Bezeichnung Personal klingt nach Einzelperson, Hobby oder kleinem Büro. Abschnitt 2(a) der Fab-Lizenz verwendet einen finanziellen Maßstab. Beim Erwerb dürfen Käufer zusammen mit beherrschenden Unternehmen und anderen Unternehmen unter gemeinsamer Kontrolle in den vergangenen zwölf Monaten nicht mehr als 100.000 US-Dollar Bruttoeinnahmen aus kommerzieller Tätigkeit in der digitalen Inhaltsbranche erzielt haben. Vorschüsse und sonstige eingeworbene Mittel werden für diese Berechnung mitgezählt.
Genau 100.000 Dollar liegen noch innerhalb der Grenze. Der Zeitraum rollt über zwölf Monate; die Prüfung hängt nicht einfach am letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr. Und die maßgebliche Größe ist weder der Gewinn eines einzelnen Spiels noch die Zahl der Menschen, die an ihm arbeiten.
Ein zweites, ebenfalls erfundenes Studio hat noch keine einzige Kopie verkauft, aber innerhalb dieses Zeitraums 150.000 Dollar Finanzierung erhalten. Sein Verkaufsumsatz von null beantwortet die Berechtigungsfrage nicht. Das Geld zählt bereits nach der speziellen Vertragsdefinition. Wie es im Jahresabschluss eingeordnet wird, ersetzt diese Definition nicht.
Auch ein kleines Projekt in einem großen Unternehmensverbund bekommt seine wirtschaftliche Vorgeschichte nicht durch einen neuen Teamnamen gelöscht. Der Vertrag zieht die genannten Kontrollbeziehungen ein. Die Person am Rechner muss wissen, ob sie für sich oder für eine juristische Person erwirbt und welche Unternehmen für die Berechnung dazugehören.
Die falsche Stufe ist ein anderer Fall
Fab regelt ausdrücklich den Kauf einer Stufe, für die der Käufer schon damals nicht berechtigt war. Auf Anforderung muss er Epic die Differenz zu dem Betrag zahlen, den er für eine zulässige Stufe hätte zahlen müssen.
Hier hilft das Datum erneut. Ein berechtigter Einkauf bei 80.000 Dollar mit anschließendem Wachstum auf 150.000 Dollar unterscheidet sich von einem Einkauf, bei dem die höhere Summe bereits vorlag und trotzdem Personal gewählt wurde. Heute können beide Bestellungen im selben Ordner liegen. Ihre Vorgeschichte entscheidet.
Die Differenz muss außerdem überhaupt existieren. Ein Anbieter darf beide Stufen gleich bepreisen. Die richtige Einordnung bleibt erforderlich, doch die allgemeine Behauptung eines festen Professional-Aufschlags lässt sich aus dem Modell nicht ableiten. Der einzelne Produktpreis gehört zur Rechnung.
Die Datei hat noch andere Eigenschaften
Beim Wort Personal lohnt ein zweiter Blick auf den vollständigen Namen. Personal—Reference Only ist eine eigene Variante, die Zugriff als Referenz statt auf die Quelldatei bietet. Bei regulärem Personal und Professional richtet sich die verfügbare Quell- und Referenzform weiterhin nach dem Produktangebot. Code-Plug-ins werden zusätzlich nach Nutzerplätzen lizenziert.
Wer ein gewöhnliches Modell kauft, muss daraus keinen Software-Lizenzkongress machen. Er muss aber erkennen, ob er eine bearbeitbare Datei erhält oder einen Verweis und ob sein Team ein Plug-in mit einer begrenzten Zahl bezahlter Nutzer einsetzt. Ein höheres Preisschild ersetzt diese Angaben nicht.
Der Kauf überträgt eine Nutzungslizenz. Das Urheberrecht am Asset bleibt beim jeweiligen Rechteinhaber. Die Einbindung in erlaubte kommerzielle Projekte ist vorgesehen; der eigenständige Weiterverkauf des Materials ist es nicht. Auch die dauerhafte Möglichkeit, Dateien erneut aus dem Marktplatz zu laden, wird nicht garantiert. Ein Projektarchiv mit den benötigten Dateien und den zugehörigen Erwerbsunterlagen hat deshalb einen praktischen Wert, lange bevor jemand über eine Preisstufe streitet.
Was der günstigere Einstieg dem Verkäufer bringt
Ein niedrigerer Einstiegspreis kann für einen Anbieter ein Weg sein, kleinere Käufer zu gewinnen. Ein höherer Professional-Preis kann die größere wirtschaftliche Basis anderer Käufer berücksichtigen. Das sind Möglichkeiten des Modells; ihre Wirkung muss der einzelne Verkäufer in seinen Zahlen finden.
Fab nennt für Anbieter einen Anteil von 88 Prozent an den Einnahmen ihrer Produktverkäufe. Erstattungen werden von der nächsten Auszahlung oder nötigenfalls mehreren Auszahlungen abgezogen. Der Anbieter verdient also am tatsächlich verbleibenden Geschäft, nicht an der hübscheren Zahl auf der Produktseite. Herstellung, Pflege und Käuferbetreuung kommen als eigener Aufwand hinzu.
Öffentliche Unterlagen zeigen weder den Verkaufsmix der Stufen noch die Nachfrage nach Preisänderungen. Dafür wären Transaktions- und Erstattungsdaten der Anbieter nötig. Wer einen größeren Aufschlag als sichere Ertragssteigerung behandelt, überspringt den Kunden.
Fabs Grenze gibt einem kleinen Studio vor allem eines: einen abgeschlossenen Preisentscheid für einen damals berechtigten Erwerb. Sein späterer Erfolg bleibt bei diesem Einkauf unbehelligt. Für den nächsten Baum wird neu gerechnet. So darf das Spiel größer werden, ohne dass das erste Dorf nachträglich die Kasse wechseln muss.
Originalquellen
Fab-Standardlizenz und vollständige Vereinbarung, Lizenzstufen und Preisregeln, Erwerb, Dateiformate und frühere Lizenzen, Anbieteranteil, Erstattungen und Verkaufsberichte.
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