Zusammenfassung
- RFC 1357 beschrieb ein per E-Mail versendbares Textformat für bibliografische Angaben zu technischen Berichten. Ein Rechner konnte die Felder lesen; die Verarbeitung im Zielkatalog blieb dessen Sache.
REVISIONverlangte eine höhere Zahl und einen vollständigen Ersatzdatensatz. Auch eine Rücknahme war eine solche Revision und konnte den Titel entfernen, ohne damit bereits alle fremden Kataloge zu ändern.
Ein gedruckter Hinweis auf einen neuen technischen Bericht hatte zwei Wege vor sich: zur empfangenden Einrichtung und von dort in deren Suchkatalog. Beide kosteten Zeit. Danny Cohen schlug in der RFC 1357 vom Juli 1992 vor, den ersten Weg durch eine E-Mail mit festen bibliografischen Feldern zu ersetzen. Das war eine schnelle Leitung für eine Verlagsmeldung. Sie war keine Fernbedienung für die Datenbank der Bibliothek.
Vier Felder mussten in festgelegter Reihenfolge erscheinen: BIB-VERSION, ID, ENTRY und END. Die Kennung verband ein vom Herausgeber kontrolliertes Kürzel mit dessen Berichtsnummer; dazwischen stand //. Titel, Autoren, Abstract und Hinweise zur Beschaffung waren möglich, aber nicht Teil dieses zwingenden Gerüsts. So konnte ein Empfänger dieselbe Meldung wiedererkennen, auch wenn sich beschreibende Angaben änderten.
Für Änderungen wählte das Dokument den umständlicheren, sichereren Weg. REVISION enthielt eine steigende ganze Zahl und eine Erläuterung. Mit jeder Revision musste der gesamte Datensatz erneut verschickt werden. Wer nur die zweite Nachricht besaß, bekam damit trotzdem eine komplette Beschreibung. Wer eine verspätete erste Nachricht erhielt, konnte deren niedrigere Revisionsnummer erkennen. Eine bloße Liste geänderter Zeilen hätte den Empfänger gezwungen, aus einer womöglich lückenhaften Mailfolge einen gültigen Datensatz zusammenzubauen.
Die Rücknahme zeigte die Trennung von Aussage und Wirkung am schärfsten. Der Herausgeber konnte die Pflichtfelder mitsenden, in NOTES die Rücknahme erklären und TITLE weglassen oder leeren. Das Muster in der RFC erklärt diese Form; es belegt keine tatsächlich gelöschte Karte einer bestimmten Bibliothek. Eine eingegangene Rücknahme und ein aus dem öffentlichen Katalog verschwundener Titel waren zwei unterschiedliche Tatsachen. Zwischen ihnen stand die lokale Verarbeitung.
Auch Testdatensätze sollten an dieser Schwelle aufgehalten werden. Ein mit X beginnender Versionswert war experimentell; DUMMY, TEST oder ein mit X beginnendes Herausgeberkürzel kennzeichneten Material, das nicht dauerhaft aufgenommen werden sollte. Diese Zeichenketten schützten nur, wenn die empfangende Stelle die Regel umsetzte. Druckbares ASCII, Zeilen bis 79 Zeichen, wiederholbare Felder und einfache Fortsetzungszeilen hielten das Format für verschiedene Mail- und Katalogsysteme handhabbar.
Ein Katalogeintrag lieferte zudem keinen Bericht aus. RETRIEVAL konnte auf FTP oder den Postweg verweisen; die Existenz der Beschreibung garantierte die Verfügbarkeit des Dokuments nicht. Die spätere RFC 1807 löste RFC 1357 ab, ergänzte etwa HANDLE, OTHER_ACCESS, KEYWORD und WITHDRAW und nannte Cornell Dienst sowie Stanford SIFT als Nutzer des überarbeiteten Formats. Damit ist die Weiterarbeit am Schema dokumentiert, nicht der Erfolg jeder früheren Rücknahme.
Die Leitung war schnell genug, um eine neue Verlagsentscheidung zu melden. Der Katalog brauchte trotzdem jemanden, der sie annahm und sichtbar machte. Genau dort lag die Macht über das, was ein Leser fand.
Quellen: RFC 1357; RFC 1807; offizieller RFC-1357-Eintrag.
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