Zusammenfassung

  • Die von EFF gehostete Grafik ließ sich zentral in eine Warnversion ändern und auf teilnehmenden Seiten anzeigen.
  • Websites mit über 30.000 Hits täglich sollten eine eigene Kopie hosten. Damit wanderten Last und Aktualisierungsarbeit weiter.

112 mal 76 Pixel reichten für eine kleine redaktionelle Arbeitsteilung. Die Website stellte den Platz, EFF bestimmte das Bild darin.

So funktionierte die Anleitung, mit der Electronic Frontier Foundation ihre Blue Ribbon Campaign am 15. Juni 1998 neu vorstellte. Der angebotene HTML-Ausschnitt verlinkte zur Kampagnenseite und lud die Grafik von einer weiteren EFF-Adresse. Aus dem blauen Band konnte eine Warnversion werden. Sobald ein Browser die geänderte Datei abrief, konnte auch die teilnehmende Seite das neue Signal zeigen.

Wer die Website betrieb, entschied über Einbau und Entfernung. EFF konnte das stehen gelassene Abzeichen verändern. Eine dauerhafte Bekundung bekam damit einen Wecker: Bei einem neuen Anlass musste die Organisation weniger Webmaster einzeln um eine Änderung bitten.

Erfolg machte die Grafik schwerer

Für besonders gut besuchte Seiten gab es jedoch eine andere Bitte. Oberhalb von 30.000 Hits am Tag sollten sie das Bild auf dem eigenen Server speichern und von dort laden. EFF erklärte, die zusätzliche Last mehrerer solcher Websites überfordere ihre Kapazität. Mehr Unterstützung war willkommen. Mehr Bildabrufe am selben Ort waren ein Betriebsproblem.

Mit der lokalen Kopie änderte sich die Arbeitsteilung. Die jeweilige Website übernahm die Auslieferung. Das gespeicherte Bild behielt seinen Zustand, bis jemand es ersetzte. Die Last ließ sich verteilen; die Pflege verteilte sich mit.

Dafür gab es eine Vorgeschichte. In einer Mitteilung vom Februar 1996 beschrieb EFF das Band als längerfristige Fortsetzung des zweitägigen Protests mit verdunkelten Webseiten nach der Unterzeichnung des Communications Decency Act. Neben Materialien und Links standen Hilferufe nach Spiegelservern.

Derselbe Rundbrief berichtete von vier Servern für EFFs Webangebot, drei im Haus und einem entfernten Rechner. Die Spiegelung funktionierte noch nicht reibungslos. Bei Problemen konnten Leser den Hauptserver direkt ansteuern, sollten dessen vorläufige Adresse aber weder verlinken noch als Lesezeichen behalten. Auch eine Abkürzung braucht jemanden, der sie später wieder aus dem Verkehr zieht.

Hinter dem Band ging die Arbeit weiter

Die Juni-Anleitung führte zu einer von EFF, ACLU und EPIC gemeinsam getragenen Aktionsseite. Dort ließen sich Abgeordnete per Fax oder E-Mail erreichen. Eine Herbstmitteilung im Oktober-Rundbrief 1998 verwies auf den kostenlosen Faxversand über das Web und bat darum, die Bänder über den aktuellen Gesetzesstreit hinaus stehen zu lassen.

Teilnehmer außerhalb der USA sollten eigene lokale Kampagnenseiten aufbauen und regelmäßig pflegen. Für den verteilten Aufruf galt dagegen ein Ablaufdatum: Nach Januar 1999 sollte er nicht weitergegeben werden; neue Informationen gab es auf der Kampagnenseite.

Das gemeinsame Bild konnte zentral wechseln. Alte Aufrufe und lokale Dateien brauchten einzelne Hände. Hinter dem scheinbar simplen Abzeichen lagen deshalb mehrere Entscheidungen: Wer löst die Warnung aus, wer liefert sie aus, wer hält das Ziel des Links aktuell? Die Fernbedienung sparte Wege. Sie ersparte der Kampagne keinen Dienstplan.