Zusammenfassung

  • Digital Himalaya ergänzte den Webzugang durch tragbare Vorführkopien; Sara Shneiderman brachte im Dezember 2002 einen DVD-Spieler und eine Zusatzbatterie nach Lubra.
  • Zuschauer erkannten Aufnahmen aus Dolpo und erinnerten sich an einen für die Kamera arrangierten Tanz. Weitere Vorführungen brauchten eine Stromversorgung.

Der Film hatte einen Ort im Archiv. Einige seiner Bilder gehörten nach Erinnerung der Zuschauer an einen anderen Ort. Diese Korrektur entstand, als Digital Himalaya im Dezember 2002 alte Aufnahmen nach Lubra zurückbrachte.

Sara Shneiderman beschreibt die Reise in ihrem Bericht auf der Projektwebsite. Von Jomsom ging sie mit einem tragbaren DVD-Spieler und einer zusätzlichen, dort als Zwölf-Stunden-Batterie bezeichneten Stromquelle im Rucksack nach Lubra. Sie brachte digitalisierte 16-mm-Aufnahmen mit, die Christoph von Fürer-Haimendorf 1962 gemacht hatte. Für die Zeit ihres Besuchs berichtet sie, dass es im Dorf weder Strom noch Telefon gab.

Die Datei bekam einen Träger

Digital Himalaya war im Dezember 2000 gestartet. Die offizielle Projektübersicht beschreibt drei Aufgaben: zerfallendes ethnografisches Material digital erhalten, Forschenden den Zugang über Breitband ermöglichen und den Nachkommen der aufgenommenen Menschen DVDs bereitstellen.

Die Website begann laut einer 2010 aktualisierten Technikchronik im Jahr 2000 mit einfachem HTML und eingebetteten, komprimierten QuickTime-Dateien. Für einen Teil des Publikums kam ein weiterer Transportweg hinzu. Er hatte Schultergurte.

Warum das nötig war, erläuterten Mark Turin und Shneiderman in ihrem Bericht vom März 2003. Bandbreite, Erfahrung mit Computern und die Sprache einer Suchoberfläche konnten den Zugang zu Bildern der eigenen Gemeinschaft erschweren. Ein batteriebetriebener Spieler brachte eine Vorführung auch in einen Raum ohne Internetverbindung.

Das Publikum ergänzte die Beschreibung

In Lubra organisierte Shneiderman die Vorführung im örtlichen Gompa. Sie stellte das Projekt vor und nannte das Aufnahmejahr. Weitere Erläuterungen ließ sie zunächst weg, um die Kommentare der Zuschauer zu hören. Der fünfminütige Ausschnitt wurde mehrfach abgespielt und angehalten. Menschen erkannten Angehörige und diskutierten die Szenen.

Die beiden Projektberichte halten fest, dass Zuschauer mehrere frühe Sequenzen Dolpo statt Lubra zuordneten. Die Autoren schlossen daraus, dass Material verschiedener Orte offenbar ohne einen Vermerk zu diesem Wechsel zusammengeschnitten worden war.

Vier Dorfbewohner, die sich an den Besuch des Filmemachers erinnerten, erklärten auch einen Tanz der Frauen. Ihrer Erinnerung nach hatte er sie gebeten, ihre besten Kleider anzuziehen und für die Kamera zu tanzen. Damit erhielt eine Szene, die als spontaner Teil eines Hochzeitsrituals erscheinen konnte, eine zusätzliche Entstehungsgeschichte.

Die Zuschauer leisteten Beschreibungsarbeit. Eine erkannte Person führte zu einem Ereignis, die Erinnerung an den Besuch zu einer Erklärung des Bildes. Die abspielbare Kopie brachte dieses Wissen mit dem erhaltenen Film zusammen.

Der nächste Termin hing am Akku

Der Wunsch nach weiteren Vorführungen blieb. In ihrem persönlichen Bericht erzählt Shneiderman von der Bitte, Disc und Gerät dazulassen. Sie antwortete, die Batterie reiche nur noch einige Stunden. Der gemeinsame Artikel erwähnt das Versprechen, eine örtliche Vorführstation zu prüfen.

Shneidermans Text endet mit einem Bewohner, der eine Petition zur erneuten Prüfung der Stromversorgung des Dorfes zu den Bezirksbehörden mitnimmt.

Die Reise hatte neue Zuordnungen und Erinnerungen zur Entstehung des Films hervorgebracht. Für einen weiteren Nachmittag vor dem Bildschirm musste wieder Strom ins Gerät. Das Archiv hatte Menschen erreicht, die seine Beschreibungen bereichern konnten; dauerhafter Zugang blieb eine eigene Organisationsaufgabe.