Summary
- David Farmer und Chris Grundemann betreuten im ARIN-Beirat den Entwurf ARIN-2013-3, der sehr kleinen Internetanbietern ein optionales IPv6-/40 eröffnen sollte.
- Farmer bat darum, die Überprüfung der Gebühren abzuwarten. Der Beirat beendete den Entwurf im April 2013.
Wenn das Präfix die Rechnung schreibt
Ein kleiner Provider wollte IPv6 anbieten und bekam zuerst die Größenfrage auf den Tisch. Laut ARIN-2013-3 führte die damalige Untergrenze /36 einen Anbieter aus der Klasse XX-Small in die teurere Klasse X-Small. Der Entwurf sprach von einer Verdoppelung der Jahresgebühr. Ausgerechnet im riesigen IPv6-Adressraum war die passende Schublade in der Preisliste zu klein.
Der Vorschlag öffnete eine freiwillige /40-Zuteilung. Sie sollte sich in passenden Schritten bis /32 erweitern lassen, ohne das Netz umzunummerieren oder eine neue Bedarfsprüfung zu bestehen. Regeln für vollständige und teilweise Rückgaben gehörten ebenfalls dazu. Der Verfasser kannte die technischen Kosten kleinerer Blöcke und schlug deshalb reservierten, zusammenhängenden Wachstumsraum vor. Im Text stand sogar die Überlegung, das Gebührenmodell selbst zu ändern.
Farmer und Grundemann waren die zuständigen Beiratsmitglieder für das Vorhaben. Farmer stellte es auf ARIN 31 vor. Dort fragte die Gemeinschaft, ob ein Preisnachlass Betreiber zu knappen Präfixen verleiten würde. Auch andere Wege gegen die IPv6-Einstiegskosten kamen zur Sprache. Farmer brachte die Verbindung zwischen täglicher Netzplanung und institutioneller Preisentscheidung in die Debatte.
Am 24. April wollte er den Entwurf bis zum Bericht des Ausschusses für die Gebührenstruktur auf der Tagesordnung lassen. Er hatte die Suche nach anderen Lösungen wahrgenommen; das /40 sollte als Möglichkeit verfügbar bleiben. Kollegen sahen technische Einwände gegen /40 für Provider und wollten Adresspolitik anhand ihrer eigenen Maßstäbe entscheiden. Der Antrag auf Einstellung fand eine Mehrheit. Das ARIN-Archiv nennt den 29. April als Abschlussdatum.
Eine kleine Ziffer nach dem Schrägstrich hatte damit eine große institutionelle Frage ausgelöst. Farmer hielt den Zusammenhang öffentlich fest: Preise steuern Anträge auf Nummernressourcen, auch wenn sie in einer Netzskizze unsichtbar bleiben.
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