Zusammenfassung

  • Carsten Schiefners RIPE-Vorschlag 2014-01 strich die /22-Mindestgröße für Allokationen, die /24-Grenze für Suballokationen und die Größenhürde bei PA-Transfers. Er wurde im Juli 2014 angenommen und noch im selben Jahr umgesetzt.
  • Die Vergabe eines /22 aus dem letzten /8 an berechtigte neue LIRs blieb bestehen. Die Änderung betraf vorhandene Bestände: aufteilen, kleiner weitergeben und unter Bedingungen Infrastruktur-PI in PA überführen.

Ein funktionierender Block mit Formularproblem

Ein Betreiber stellt fest, dass ein vorhandener PA-Block für den nächsten Nutzer besser passt als für ihn selbst. Das Netz kann mit der Stückelung umgehen; das Transferformular von 2014 fragte zunächst nach einer Mindestgröße. Ein /22 umfasst 1.024 IPv4-Adressen und war die Startportion für neue lokale Internet-Registries aus dem letzten /8. Als allgemeines Minimum im Regelwerk hielt dieselbe Zahl kleinere PA-Einheiten beim Transfer zurück. Für Suballokationen galt zusätzlich ein /24-Minimum. Eine Regel für die Neuvergabe stand dem sinnvollen Wechsel vorhandener Adressen im Weg.

Carsten Schiefner setzte 2014 bei der RIPE Address Policy Working Group an. Sein Vorschlag 2014-01 entfernte die Untergrenzen an drei Stellen. Damit konnte ein LIR aus einem vorhandenen Block ein passendes Stück für einen Empfänger heraustrennen, eine kleinere Suballokation eintragen oder PA unter /22 übertragen. Eine weitere Lücke betraf PI-Zuweisungen für eigene Infrastruktur: War die rechtliche Inhaberin dieselbe wie beim LIR, konnte eine passende PI-Zuweisung als PA-Allokation registriert werden. Aus der starren Portionsregel wurde wieder ein Register, das den tatsächlichen Zuschnitt erfassen konnte.

Die damalige Bestandsaufnahme nannte 2.066 solcher PI-Zuweisungen unter /22 bei 1.260 LIRs. Hinter jedem dieser Einträge stand ein Betreiber, der seine Infrastruktur versorgte und die Adresse im Register in einem anderen Status führte, als es für eine spätere Aufteilung passen konnte. Die Zahl beschreibt den möglichen Anwendungsbereich 2014, keine später vollzogenen Umwandlungen. RIPE NCC nannte zugleich den Haken für das Netz: Sehr kleine Präfixe können an den Filtern anderer Betreiber scheitern. Wer ein kleines Stück transferiert, muss die Route ebenso ernst nehmen wie die Urkunde.

Schiefners Eingriff verteilte die Aufgaben neu. Das LIR beurteilt, welche Stückelung zu Kunde oder Infrastruktur passt. RIPE NCC führt nachvollziehbar Buch über den Inhaber. Benachbarte Netze entscheiden, welche Ankündigungen sie akzeptieren. Die Startportion von /22 für neue LIRs blieb unangetastet. Nur das altgewordene Verbot außerhalb dieses Ausgabeschalters fiel weg.

Der RIPE-NCC-Mitgliederbericht vom Oktober 2014 vermerkt Unterstützung und Annahme im Juli; der Jahresbericht 2014 führt die Umsetzung auf. Das Lineal konnte weiter Startportionen messen. Für die Schubladen anderer Leute war es nicht mehr zuständig.

RIPE-Originalquellen