Zusammenfassung

  • BankIt verteilte lange Sequenzen auf mehrere Eingabefelder, um die 1995 von NCBI beschriebenen Browsergrenzen zu umgehen.
  • Lokale Kopie, protokollierter Vorgang und abgeschlossene Einreichung hatten eigene Nachweise; Beschäftigte sicherten den weiteren Ablauf.

Mindestens drei Biologen sollten jeden Eintrag prüfen. So beschrieb NCBI im März 1995 die Arbeit hinter seinem neuen Webformular BankIt. Auf der einen Seite saß jemand vor einem Browser und klickte. Auf der anderen wartete eine ziemlich menschliche Prüfkette. Der Bildschirm hatte den Schreibtischbetrieb hübsch zusammengefaltet.

BankIt war im Februar gestartet. Forschende konnten Sequenzen für GenBank beschreiben, biologische Anmerkungen ergänzen und einen Entwurf im Datenbankformat durchsehen, bevor sie ihn überarbeiteten und einreichten. Die Ankündigung vom März 1995 beschrieb die Prüfung des Entwurfs und versprach eine Zugangsnummer binnen 24 Stunden. Weitere biologische Kontrollen folgten; nach der Qualitätssicherung ging der Eintrag zur abschließenden Zustimmung an die einreichende Person zurück. Nummer, Prüfung und Freigabe lagen an verschiedenen Haltestellen.

Große Wissenschaft, kleine Kästchen

Zunächst musste die Sequenz allerdings durchs Browserfenster passen. NCBI berichtete im September 1995, die meisten Browser erlaubten ungefähr 30.000 Zeichen je Eingabefenster. Die Biologie konnte längere Lieferungen schicken, als das Kästchen annehmen wollte.

BankIt fragte deshalb nach der Länge und stellte entsprechend viele Eingabefelder bereit. Jedes hatte laut Beschreibung 30 KB Kapazität. Mehr Kästchen statt großer Rede: eine ausgesprochen bodenständige Erweiterung der wissenschaftlichen Infrastruktur. Auch die Wahl des Browsers spielte mit. Die damaligen PC- und Mac-Versionen von Mosaic waren laut März-Ankündigung ungeeignet. Das Web war erreichbar, die Werkzeugauswahl blieb wichtig.

Die Kopie lag beim Kundendienst

Bei einem Absturz konnte ein bereits protokollierter Vorgang wieder aufgenommen werden. BankIt vergab eine Bearbeitungsnummer und führte ein Transaktionsprotokoll. Wer die Nummer nannte, konnte vom Personal eine HTML-Kopie der unfertigen Einreichung per E-Mail erhalten und im Browser weiterarbeiten. Der Weg zurück führte über eine auffindbare Akte.

Die Fragen und Antworten vom März 1996 nannten die Bedingung: mindestens einmal auf BankIt geklickt haben. Dadurch waren Informationen zum Protokoll übertragen und mit einer Bearbeitungsnummer versehen worden. Wiederherstellbar war dieser übertragene Stand. Die BankIt-ID gehörte zum laufenden Vorgang; die GenBank-Zugangsnummer bezeichnete den Datenbankeintrag. Wer den passenden Zettel aufhob, ersparte sich Sucharbeit.

Eine eigene HTML-Kopie ließ sich mit der 1995 ergänzten Option Save This Form sichern. Sie half beim späteren Fortsetzen und bei ähnlichen Einreichungen. Netscape und MacWeb fragten nach einem Dateinamen, Mosaic unter Unix brauchte zusätzlich seinen eigenen Save-As-Befehl. Selbst beim Speichern hatte die Browserfamilie noch getrennte Haushalte.

Fertig war erst die Bestätigung

Die wichtigste Einreichungshilfe im Septemberheft betraf einen Statusschalter: Vor dem letzten BankIt-Klick musste Modify auf Submit wechseln. Danach erschienen ein Dank auf der Seite und eine Bestätigung im Postfach. Eine ordentlich gespeicherte Datei konnte auf dem Rechner liegen, während der Vorgang beim Dienst noch offen war. Das freundliche Dankeschön erfüllte eine handfeste Belegfunktion.

Zum Ende des Haushaltsjahres 1995 gelangten zwei Drittel der Einreichungen über BankIt in die Bearbeitung, meldete der NLM-Jahresbericht auf Seite 39. Der im Februar eröffnete Zugang war rasch wichtig geworden. Seine Geschichte steckt in den unscheinbaren Teilen: ausreichend Felder, gespeicherte Zwischenstände, eine erkennbare Ankunft und Beschäftigte, die ein verlorenes Formular wieder hervorholen konnten.