Summary

  • Bei aktivierter Auto Validation hält SES Adressen unterhalb des gewählten Vertrauenswerts vor der Zustellung auf. Laut AWS zählt der Versuch dennoch zum täglichen Sendelimit; sowohl das normale Entgelt für ausgehende Nachrichten als auch die Prüfgebühr fallen an.
  • Die Stufe High kann echte Adressen mit mittlerer Zustellwahrscheinlichkeit aussortieren. SES meldet eine solche Ablehnung als Permanent-Bounce mit dem Untertyp EmailValidationSuppressed: sichtbar in Bounce, aber nicht in Reputation.BounceRate.

Die Absage erscheint nicht als Gutschrift

Ein Versandteam schaltet Auto Validation ein, weil schlechte Adressen den Ruf seines Absenders gefährden. SES stoppt einen Teil der Liste vor der Zustellung. In der Erfolgsstory des Produkts ist das der gewünschte Filter. In der Abrechnung sieht es anders aus: AWS hält ausdrücklich fest, dass unterdrückte Versuche das Tageslimit belasten und neben der Prüfgebühr das gewöhnliche Versandentgelt auslösen. Der Filter trifft die Zustellentscheidung, aber der Kunde bezahlt den Anlauf.

Auf der Preisseite stehen für die nutzungsabhängige Variante 0,10 US-Dollar je 1.000 ausgehende Mails und 0,01 US-Dollar je 1.000 automatische Prüfungen. Tarife und Zusatzleistungen können andere Preise vorsehen. Diese Zahlen sind deshalb ein Beispiel aus der veröffentlichten Tabelle, keine Rechnung für ein bestimmtes Unternehmen. Die Regel dahinter ist eindeutig: Ein vom eigenen Prüfmechanismus abgewiesener Empfänger macht den Sendeversuch nicht kostenlos.

Wie viele Adressen vor der Tür bleiben, hängt auch vom gewählten Schwellenwert ab. SES managed lässt Amazon den Wert anhand von Versandmuster und Reputation steuern. High akzeptiert nur Adressen mit hoher Zustellwahrscheinlichkeit; laut AWS können dabei auch legitime Adressen mittlerer Sicherheit ausfallen. Medium lässt mittlere und hohe Werte passieren. Wer High wählt, entscheidet also zugleich über Reputationsschutz, verfehlte echte Empfänger und bezahlte Ablehnungen. Die drei Größen gehören in dieselbe Entscheidungsvorlage.

Das Tageslimit ist kein abstrakter Vertragspunkt. SES zählt in einem rollierenden Fenster von 24 Stunden, getrennt nach AWS-Region und nach Empfänger. Eine Nachricht an zehn Personen verbraucht zehn Einheiten. Erreicht ein Konto sein Limit, weist SES weitere Sendeanfragen zurück. Viele vom Filter gestoppte Adressen können daher Platz beanspruchen, der später für zustellbare Empfänger gebraucht wird. Ob das in einem konkreten Betrieb schmerzt, zeigen nur dessen eigenes Limit und seine tatsächlichen Sperrereignisse.

Immerhin liefert SES eine brauchbare Spur: bounceType=Permanent, bounceSubType=EmailValidationSuppressed. Diese Ereignisse fließen in die Bounce-Metrik von AWS/SES, nicht aber in Reputation.BounceRate. Eine hübsche Reputationskurve kann neben einer teuren Menge nie zugestellter Versuche stehen. Ereignisziele einer Konfigurationsgruppe machen sie zählbar. Die Kontoeinstellung gilt für ausgehende Post, sofern die Konfigurationsgruppe sie nicht überschreibt. Die separate Sperrliste des Kontos hat andere Regeln und muss in der Analyse getrennt bleiben.

Für eine Bilanz fehlen nun die kundeneigenen Zahlen: Wie viele Adressen wurden durch Auto Validation gestoppt, welche hätten geschäftlich erreicht werden sollen, und welcher Tarif gilt? Amazon baut die Schranke. Der Absender stellt ihre Höhe ein. Wer die Kampagne verantwortet, sollte den Ausschuss und die Kosten sehen, bevor er den Filter lobt.

Quellen