Summary
- Abilene kombinierte von Qwest bereitgestellte Glasfaser, Ausrüstung und Ingenieursleistungen der Partner, die Koordination durch UCAID, den Betrieb an der Indiana University, regionale GigaPoPs und separate Hochschulanschlüsse.
- Die Ankündigung von 1998, die Vorführungen im Herbst und der Betriebsstart 1999 waren unterschiedliche Etappen. Ein Backbone mit 2,4 Gbit/s garantierte noch keinen durchgehenden Weg für jede Universität.
Im September 1998 schloss sich die University of Washington mit 622 Mbit/s an Abilene an. Das war ein bemerkenswerter Zugang zu einem nationalen Forschungs-Backbone, führte aber über ein Regionalprojekt, dessen Start der Staat Washington mitfinanziert hatte. Das zeigt, was die große nationale Ankündigung leicht verdeckte: Der schnelle Kern war nur ein Teil des Dienstes.
Am 14. April 1998 beschrieb das Weiße Haus eine Zusammenarbeit von 122 Universitäten und privaten Unternehmen. Qwest stellte 16.000 Meilen seines Glasfasernetzes bereit; Cisco und Nortel steuerten Geräte als Sachleistungen bei; und die University Corporation for Advanced Internet Development (UCAID) führte das Vorhaben im Rahmen von Internet2. Die Mitteilung bezifferte den Marktwert von Qwests Glasfaser auf mehr als 500 Millionen US-Dollar. Sie sagte weder, dass die Universitäten ein neues transkontinentales Kabel gekauft hätten, noch dass sie 500 Millionen Dollar in bar erhielten oder Campusleitungen eingeschlossen seien.
Der Unterschied zwischen Ankündigung und Betrieb wurde bald sichtbar. Im September bezeichnete sich die University of Washington als einen von vier ersten Standorten mit direktem Abilene-Anschluss. Sie war Ende August zum Alpha-Rollout eingeladen worden und nahm ihre 622-Mbit/s-Leitung etwa einen Monat später in Betrieb. Die Leitung gehörte zum Pacific Northwest GigaPoP, einem regionalen Knoten für Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Der Staat hatte den Start dieses Regionalprojekts finanziert. Die Universität war außerdem mit dem NSF-finanzierten Forschungs-Backbone vBNS verbunden.
Abilene trat also neben bereits bestehende Spezialnetze; es ersetzte nicht sofort sämtliche Wege.
Im November berichtete Rice University über eine öffentliche Vorführung von Anwendungen zwischen Purdue, Indiana University, dem Great Plains Network in Kansas City, der University of Washington und San Francisco. Ein formeller Start im Januar 1999 und rund 70 angeschlossene Hochschulen waren noch geplant. Rice erwog, Abilene nach Ablauf seines vBNS-Vertrags zu nutzen. Rice und Texas A&M beherbergten zudem einen Texas GigaPoP als gemeinsamen Regionalpunkt, der Institutionen mit mehreren Hochleistungs- und anderen Netzen verband. Die Vorführung hatte stattgefunden; die Zahl der vorgesehenen Teilnehmer war weiterhin eine Prognose.
Am 24. Februar 1999 meldete eine Partner-Mitteilung den landesweiten Betriebsbeginn für 37 Universitäten. Das Netz erstreckte sich demnach über mehr als 10.000 Meilen und lief mit 2,4 Gbit/s; bis Jahresende sollten mehr als 60 Universitäten und Forschungseinrichtungen angeschlossen sein. Dieselbe Mitteilung schätzte Geräte und Dienstleistungen der Partner über drei Jahre auf 500 Millionen US-Dollar.
Die zuvor genannten 16.000 Meilen des Qwest-Netzes und die später genannten mehr als 10.000 Meilen Abilene-Netz stammen aus Mitteilungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten; die Quellen erklären nicht ausreichend, wie ihre Streckenmessungen zusammenpassen. Die Aufgaben waren verteilt: Qwest lieferte Glasfaser und Ingenieursunterstützung; Cisco Geräte und Unterstützung für alle elf Knoten; Nortel Netzplanung, Engineering, Netzbetrieb und optische Systeme; Indiana University betrieb das Network Operations Center und übernahm Störungsbehebung und Anlagenverwaltung.
Der Betrag war eine Schätzung aus einer Partnermitteilung, kein geprüfter Barhaushalt.
Auch später blieb der Unterschied zwischen Backbone und Reichweite sichtbar. 2000 berichtete MIT, über den Northern Crossroads GigaPoP in Boston an Abilene angeschlossen worden zu sein. Die MIT-Leitung zu Abilene bot 155 Mbit/s, während die Backbone-Verbindungen mit 2,4 Gbit/s liefen. MIT wies ausdrücklich darauf hin, dass nicht jeder Ort über den neuen Anschluss erreichbar war. NoX verband MIT auch mit kommerziellen Anbietern und weiteren Hochschulen; es verlängerte nicht einfach ein einziges nationales Rohr.
Abilene wurde verteilt aufgebaut. UCAID koordinierte das Gemeinschaftsprojekt; ein Netzbetreiber stellte die Glasfaserplattform bereit; Technologiepartner lieferten Geräte und Fachwissen; Indiana University betrieb den Kern; regionale Konsortien bündelten Einrichtungen; und die Hochschulen organisierten ihre eigenen Wege zu diesen Knoten. Die Quellen nennen weder die Rechnung jedes Mitglieds noch die Eigentümer jedes Abschnitts.
Sie erklären aber, warum die Backbone-Geschwindigkeit die praktische Frage eines Forschers nicht beantwortete: War mein Ziel über den regionalen GigaPoP erreichbar, und über welchen Weg würden meine Daten dorthin gelangen?
Quellen: Archiv des Weißen Hauses, 14. April 1998; University of Washington News, 28. September 1998; Rice News, 5. November 1998; Cisco-Partnermitteilung, 24. Februar 1999; Indiana University GlobalNOC, Über uns; MIT News, 18. Oktober 2000.
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