Zusammenfassung

  • RFC 935 antwortete auf die Vorschläge der RFCs 914 und 916 für zuverlässige Kommunikation über langsame asynchrone Punkt-zu-Punkt-Leitungen. Robinson verglich Zeichenbegrenzung, Bitbegrenzung und Längenfelder und empfahl transparentes Zeichenframing, 16-Bit-CRC und LAPB-Steuerung.
  • Die 13 Byte des Thinwire-Rahmens stehen vor dem Verbindungsaufwand. Acht zusätzliche Zeichen ergeben 21 gesendete Zeichen; die sechs von RATP ergeben 19. Bei ungefähr 120 gesendeten Zeichen je Sekunde liefern 120 × 13/21 und 120 × 13/19 rund 74 beziehungsweise 82 Thinwire-Zeichen je Sekunde. Die Differenz musste die Kosten einer zusätzlichen Protokollwelt tragen.

Ein kleines Feld, eine große Wartungsrechnung

RFC 914 wollte mit Thinwire einen PC über eine langsame Leitung an das Netz bringen. RFC 916 beschrieb RATP, ein zuverlässiges asynchrones Übertragungsverfahren. Die Entwickler hatten recht, jedes überflüssige Zeichen zu prüfen. Robinson hatte ebenfalls recht, nach der Rechnung jenseits des Drahts zu fragen. Er begann bei den Zahlen der Gegenseite und machte daraus einen Streit über Betrieb und Wiederverwendung.

Ausgangspunkt sind 13 Byte Thinwire II vor dem Link-Framing. Acht zusätzliche Zeichen sind 8/13 oder 61 Prozent davon und ergeben 21 Zeichen auf der Leitung; sechs bei RATP sind 6/13 oder 46 Prozent und ergeben 19. Bei rund 120 gesendeten Zeichen pro Sekunde kommen 120 × 13/21 ≈ 74 und 120 × 13/19 ≈ 82 Thinwire-Zeichen an. In diesem Tipp-Beispiel ist nur eines von 13 Thinwire-Zeichen Nutzereingabe; Robinson nennt deshalb ungefähr 5,6 und 6,3 getippte Zeichen pro Sekunde. Das ist eine Modellrechnung für kurze Rahmen, kein gemessener Durchsatz beliebiger Verbindungen.

Gerade deshalb muss der Vorteil im gewählten Szenario auch die Kosten einer neuen Implementierung rechtfertigen.

Ein Rahmen kann auf drei Arten anfangen und enden. Zeichenorientierte Verfahren setzen besondere Begrenzungszeichen; tauchen diese in Nutzdaten auf, müssen sie maskiert werden. Bitorientierte Verfahren verwenden ein Flag-Muster mit Bitfüllung und sind gewöhnlich auf synchrone Übertragung zugeschnitten. DDCMP zählt Zeichen im Kopf. Das vermeidet Maskierung, doch ein beschädigtes Längenfeld lässt den Empfänger die Grenze verlieren. Der Kopf braucht eigene Fehlerprüfung, und ein besonderes Muster muss den nächsten Kopf wieder auffindbar machen. Wer nur ungestörte Rahmen zählt, lässt die Kosten des Wiederfindens verschwinden.

Wenn das Steuerfeld kippt

Die neueren Vorschläge verwendeten einfache Summen- oder XOR-Prüfungen, die ein allgemeiner Prozessor günstig berechnen konnte. Robinson plädierte für einen 16-Bit-CRC auf der Verbindung. Ein Fehler im Steuerfeld kann einen Rahmen verlieren oder duplizieren, bevor eine höhere Schicht das Problem behebt. TCP-Reparatur auf einer verrauschten langsamen Leitung dauert. Der CRC und die Prüfungen von TCP/IP erfassen nach seiner Begründung unterschiedliche Fehlermuster; zwei ähnliche Summenprüfungen teilen blinde Stellen.

Er schätzte fünf bis sechs Prozessoranweisungen pro Zeichen bei einer Nachschlagetabelle und höchstens etwa 120 Zeichen pro Sekunde. Auf der Gateway-Seite konnte ein serieller Baustein die Arbeit übernehmen.

Sein Vorschlag lautet DLE STX … DLE ETX CRC CRC für den Rahmen und LAPB für Steuerung und Quittungen. Quittungen können mit Gegenverkehr mitlaufen; bis zu sieben Rahmen sind je Richtung gleichzeitig offen. Das Adressfeld eines Mehrpunktstandards erscheint auf einer Punkt-zu-Punkt-Leitung überflüssig. Robinson behielt es, weil der Verzicht die gemeinsame Implementierung verlassen hätte. Acht Zusatzzeichen pro Rahmen waren der offen ausgewiesene Preis. Ein eigener Zählrahmen oder das gestrichene Adressfeld hätten noch etwas gespart und neue Sonderfälle geschaffen.

Bausteinhersteller hatten einen Anreiz, verbreitete Verfahren zu unterstützen. Diese Marktlogik gehört bei Robinson zum Protokolldesign: ein schmaler Bytegewinn muss gegen Code, Diagnose, Kompatibilität und verfügbare Hardware bestehen. Im Nachwort sah er Ähnlichkeiten mit einer Telenet-Zugangsverbindung um 1976 und erwartete eine baldige Zukunft für X.25/X.32. Das ist seine Prognose aus dem Jahr 1985. RFC 935 belegt die vorgeschlagene Abwägung, keinen späteren Sieger. Seine Frage trifft weiterhin den Augenblick nach einem Leitungsfehler: Wer findet den nächsten Rahmen, wenn der Zähler beschädigt wurde?

Quellen