Summary

  • Der erste öffentliche W3C-Entwurf zur Feature Policy von 2019 gab einer Webseite Regeln für Browserfunktionen wie Vollbild, Geolokalisierung, Kamera und Mikrofon.
  • Der Permissions-Policy-Entwurf vom September 2026 verbindet einen HTTP-Header für das Dokument mit allow am einzelnen iframe; der Browser vererbt die Regeln vom Elternbereich zum Gast.

Eine Webseite gleicht einem Theater mit mehreren Bühnen. Die Hauptseite betreibt das Haus. Eine Karte besetzt die erste Bühne, ein Video die zweite, ein Zahlungsdienst sitzt in einem Nebenraum. Die Karte möchte Standortdaten, der Player den ganzen Bildschirm, das Konferenzwerkzeug die Kamera. Ein Engagement auf der Bühne enthält üblicherweise nicht den Generalschlüssel für das Gebäude.

Der erste öffentliche Feature-Policy-Entwurf des W3C vom April 2019 legte eine Hausordnung in die HTTP-Antwort. Der Header Feature-Policy konnte Funktionen für ein Dokument und seine Nachkommen sperren oder auf bestimmte Ursprünge begrenzen. Die Beispiele behandeln Vollbild und Geolokalisierung; Kamera und Mikrofon werden einem ausgewählten eingebetteten Ursprung vorbehalten. Die Entscheidung des Gastgebers reiste mit der Seite bis zum Browser.

Der W3C-Entwurf vom September 2026 sagt ausdrücklich, dass diese Spezifikation früher Feature Policy hieß. Der aktuelle Header Permissions-Policy verwendet ein strukturiertes Wörterbuch. fullscreen=(), geolocation=() schließt die beiden Funktionen für das Dokument und seine Nachkommen. Ist die Haustür verriegelt, schafft ein Schild an der Zimmertür keinen neuen Eingang.

Der Gastgeber kann auch gezielt einladen. Für eine eingebettete Karte setzt er allow="geolocation" am passenden iframe. Der allgemeine Header steckt den Kreis zulässiger Ursprünge ab; das Attribut wählt den konkreten Rahmen. Das Beispiel im Entwurf von 2026 verbindet einen zulässigen Gastursprung mit der Freigabe für ein bestimmtes Zimmer. Der Videoplayer nebenan erhält dadurch keinen Standortschlüssel.

Das Verfahren beruht auf Vererbung. Für jede kontrollierte Funktion existiert eine Standardliste zulässiger Ursprünge. Das Elterndokument bringt seine per Header erklärte Politik mit. Das iframe fügt eine Containerpolitik hinzu. Beim Erstellen oder Navigieren des Kinddokuments berechnet der Browser daraus dessen geerbten Anfangszustand. Das Kind kann innerhalb dieser Grenzen eigene Regeln setzen. Eine vom Elternteil geschlossene Tür bleibt geschlossen.

Damit beantwortet ein iframe endlich mehr als die Frage nach dem Platz auf dem Bildschirm. Eingebettete Dienste können Funktionen anfordern, die den Besucher unmittelbar betreffen: Ort, Bild, Ton, Darstellung. Der Betreiber einer Seite möchte fremde Bausteine einsetzen und dennoch bestimmen, welche Möglichkeiten bei welchem Gast landen. Die Politik macht aus dieser Absicht eine vom Browser verstandene Zutrittsordnung.

Der Entwurf von 2026 beschreibt auch eine Abfrage der wirksamen Politik für Dokumente und Frames. Eine Karte ohne Geolokalisierung kann ein Adressfeld zeigen. Ein Dienst ohne Kamerazugang braucht seinen Auslöser nicht groß auszuleuchten. Die Abfrage zeigt die Eignung nach Politik; die Entscheidung des Nutzers und die Verfügbarkeit eines Geräts folgen an eigenen Stellen.

Die W3C-Veröffentlichungschronik reicht bis zum Arbeitsentwurf vom September 2026. Während Seiten immer mehr fremde Teile einbauten, bekamen Browser immer wirkungsvollere Funktionen. Die alte Einladung „Du darfst auf die Seite“ brauchte nun einen zweiten Satz: „Und diese Schlüssel gelten für dein Zimmer.“