Zusammenfassung

  • RFC 917 war ein Vorschlag, kein Standard. Er dokumentierte IP-Subnetze in Stanford seit Anfang 1982; 1984 waren dort etwa 330 Hosts und 18 Subnetze in Betrieb.
  • Stanford ordnete IP-Subnetze vorhandenen Pup-Netznummern zu. RFC 917 schlug eine je Netz wählbare Feldbreite vor; RFC 950 standardisierte 1985 Host-Verfahren.

Die Zahl aus RFC 917 beschreibt Stanford, nicht das gesamte Internet: ungefähr 330 Hosts, 18 Subnetze und ähnlich viele Subnetz-Gateways. Jeffrey Mogul veröffentlichte das Dokument im Oktober 1984 als Vorschlag für die Diskussion und Verbesserung. Der Bericht datiert den IP-Subnetzbetrieb in Stanford auf Anfang 1982. Die Praxis war also älter als die gemeinsame Verfahrensbeschreibung.

Das neue Adressmodell traf auf eine bestehende Infrastruktur. Stanford betrieb seit 1979 Pup auf mehreren experimentellen Ethernets. Bei der Einführung von IP wählte die Universität ein acht Bit breites Subnetzfeld. Die IP-Subnetznummern entsprachen den Pup-Netznummern der jeweiligen Ethernet-Segmente; acht Bit breite Pup-Hostnummern wurden zum Hostteil der IP-Adresse. So ließ sich die neue Ebene an vorhandene Kennungen und Abläufe anschließen.

Auch die Gateways wurden nicht vollständig durch IP ersetzt. Pup-only-Gateways leiteten IP-Datagramme anhand ihrer Pup-Routingtabellen weiter, ohne das Time-to-Live-Feld des IP-Headers zu verändern. Mehrfach angebundene Internet-Hosts, die als Gateways dienten, passten TTL dagegen an. Mogul meldete für diese konkrete Installation keine Fehler durch Weiterleitungsschleifen. Das ist eine begrenzte Betriebserfahrung und keine allgemeine Empfehlung, TTL unangetastet zu lassen.

Die IP-Routen wurden mit demselben Verfahren gepflegt wie die Pup-Routen, indem Pup-Netznummern in IP-Subnetznummern übersetzt wurden. Als Stanford 10-Mbit/s-Ethernet ergänzte, stellten Gateways auf ein ARP-basiertes Verfahren um, das unveränderte Hosts zuließ. Der Wandel musste folglich den laufenden Bestand berücksichtigen, nicht nur ein neues Adressformat.

Am MIT war der Engpass ein anderer. Bevor IP-Netznummern in Klassen eingeteilt waren, hätte eine eigene Netznummer je lokalem Link einen großen Teil des verfügbaren Adressraums beansprucht. Das MIT behielt eine IP-Netznummer und zerlegte das 24-Bit-Restfeld in drei Acht-Bit-Teile: Subnetz, ein zwingend null zu setzendes reserviertes Feld und Host. Die Subnetznummer stimmte mit der von CHAOS überein. Ein geplanter dynamischer Routingaustausch zwischen Gateways wurde nicht implementiert; statische Tabellen blieben im Einsatz. ICMP-Host-Redirects begrenzten notwendige Änderungen an Hostsoftware.

RFC 917 verglich vier Kodierungen: variable und feste Breite sowie zwei selbstbeschreibende Varianten. Der Vorschlag wählte eine Breite, die innerhalb eines Netzes konstant, zwischen Netzen aber unterschiedlich sein durfte. Selbstbeschreibende Adressen hätten eine Subnetzstruktur direkt erkennen lassen, konnten jedoch bestehende Hostnummern beschränken und den lokalen Adressraum verkleinern. Jede Organisation sollte selbst entscheiden, wie sie die knappen lokalen Bits zwischen Subnetz und Host aufteilte.

Für neu gestartete, disklose Hosts schlug RFC 917 ICMP-Nachrichten Address Format Request und Address Format Reply vor, damit sie die Feldbreite ermitteln konnten. Gespeicherte Konfiguration blieb eine Alternative. Wenn kein Gateway antwortete, durfte ein Host zunächst eine Breite von null annehmen und seine Interpretation nach einer späteren Gateway-Mitteilung ändern. Diese vorgeschlagenen Nachrichten sind nicht mit den späteren Address Mask-Nachrichten aus RFC 950 gleichzusetzen.

RFC 940 formulierte im April 1985 die Kompatibilitätsfrage für Hosts unterschiedlicher Hersteller. RFC 950 erklärte im August, auf RFC 917 aufzubauen, und empfahl ein gemeinsames Host-Verfahren bei Subnetzen; den Ablauf zwischen Subnetz-Gateways beschrieb es nicht vollständig. Die Chronologie lautet daher: lokaler Betrieb, gemeinsamer Vorschlag, danach Standardisierung eines Teils der Schnittstelle.

Heng Lus Note 64 dient als redaktionelle Perspektive auf minimale gemeinsame Regeln und lokal verbleibende Entscheidungen. Sie belegt nicht die Absichten Moguls, Stanfords, des MIT oder Postels.