Summary

  • 2005 verlangte Flickr von neuen Mitgliedern eine Yahoo-ID, ließ bisherige Nutzer aber zunächst mit Flickr-Mailadresse und Passwort anmelden. Im Januar 2007 kündigte es an, den alten Zugang am 20. März abzuschalten und die Yahoo-ID verbindlich zu machen.
  • Beim angekündigten Übergang zu SmugMug 2018 versprach Flickr unveränderte Foto-URLs, behielt aber während des Wechsels die Yahoo-Anmeldung bei. Am 4. März 2019 begann die schrittweise Einführung einer eigenen Anmeldung; bis zur Umstellung ihres Kontos benötigten Mitglieder die alte Kennung.

Eine dauerhafte Foto-Adresse und eine fremde Kontotür

Flickr unterschied schon im August 2005 zwischen öffentlicher und privater Identität. Anzeigename und flickr.com-Adresse der Fotos sollten bleiben, während die Yahoo-ID der Anmeldung diente. Wer ein Foto verlinkt hatte, musste die Adresse nicht ändern. Der Fotograf brauchte für die Verwaltung seines Kontos künftig aber Zugang zu einem fremden Identitätssystem. Die Firma nannte bequemere Neuanmeldungen und den Aufwand zweier parallel betriebener Anmeldewege als Gründe.

Der erste Schritt vom 16. August 2005 betraf neue und alte Nutzer verschieden. Neue Mitglieder brauchten Yahoo-IDs. Bestandsmitglieder durften ihre Flickr-Anmeldung behalten oder die Konten freiwillig verbinden. Flickr warnte, dass Programme anderer Entwickler mit API-Zugriff nach einer Verbindung möglicherweise neue Authentifizierung unterstützen müssten. Eine neue Anmeldung verändert auch die Werkzeuge, die im Auftrag des Kontoinhabers arbeiten.

Im Januar 2007 setzte Flickr dem alten Weg ein Ende. Die Mailadresse-Passwort-Anmeldung von Flickr sollte am 20. März abgeschaltet werden; danach war eine Yahoo-ID nötig. Mobile Angebote nutzten sie bereits. Der Name auf der Fotoseite blieb Flickr, doch für bestehende Konten lag der zwingende Identitätsnachweis bei der Muttergesellschaft.

Eine spätere Ausnahme darf man nicht übersehen. 2010 konnten Menschen ein neues Flickr-Konto über Google und OpenID eröffnen. Derselbe Beitrag sagt ausdrücklich, dass Inhaber bestehender Flickr-Konten weiterhin eine Yahoo-ID zum Anmelden brauchten. Ein alternativer Einstieg für Neulinge löste die Abhängigkeit der bereits gefüllten Fotokonten nicht.

Der Käufer übernahm den Dienst, die Anmeldung blieb zurück

In der Übernahme-Q&A vom April 2018 sagte Flickr, die Fotos blieben unter ihren bekannten flickr.com-URLs erreichbar. Auf die Frage nach der Yahoo-Anmeldung antwortete es ebenfalls mit Ja: während der Übergangszeit würden Mitglieder ihre bisherigen Zugangsdaten verwenden. Die Nutzungsbedingungen sollten am 25. Mai zu SmugMug wechseln. Dieser Rechtstermin war kein Termin für einen neuen Login.

Im November 2018 schilderte Flickr die Folgen: Mitglieder verwechselten die mit ihrem Konto verknüpften Mailadressen, verpassten Benachrichtigungen oder kamen nicht mehr hinein. Das Unternehmen arbeitete an einer Anmeldung ohne Yahoo-Konto. Es nannte keine Zahl betroffener Mitglieder. Für die Kontoinhaber war das Problem dennoch handfest: Die Fotos waren öffentlich erreichbar, der Zugang zum Verwalten konnte scheitern.

Die Ankündigung vom 4. März 2019 markierte den Beginn der neuen Anmeldung. Flickr wollte sie über mehrere Wochen ausrollen. Solange ein Konto noch nicht an der Reihe war, musste sein Besitzer Yahoo-Daten verwenden. Danach wählte er Mailadresse und Passwort neu; anfangs war die Adresse auf die Yahoo-Anmeldung oder die hinterlegte Hauptkontaktadresse begrenzt. Für einen glatten Wechsel sollten Mitglieder ihre alten Yahoo-Zugangsdaten bereithalten. Der bisherige Schlüssel war nötig, um den neuen zu bekommen.

Was 2005 als ein Passwort weniger vermarktet wurde, wurde 2007 für alte Konten zur Pflicht. Die Pflicht überstand sogar den Eigentümerwechsel. Erst eine eigene Migration brachte den Zugang wieder unter die Kontrolle des Fotodienstes. Die Webadresse der Fotos hatte diesen Umweg nie nötig.

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