Zusammenfassung
- Die erste Webversion von SIMBAD erschien im November 1996. Im November 1999 verzeichnete das System rund 2,7 Millionen Objekte und 7,5 Millionen Kennungen.
- Schreibvarianten ließen sich mit Regeln bearbeiten. Mehrdeutige Kürzel brauchten Kontext; Literaturauswertung, Fachleute und ein Korrekturdienst pflegten die Zuordnungen.
Im Universum herrscht kein Platzmangel. Beim Buchstaben N waren die Astronomen offenbar weniger großzügig versorgt.
Marc Wenger und seine Kollegen beschreiben in ihrem SIMBAD-Aufsatz von 2000 die Anfrage N 1992. Hier musste das System zusätzliche Angaben verlangen. N konnte in einem Zusammenhang NGC abkürzen, in einem anderen Nova und in weiteren Namenssystemen wieder etwas anderes bezeichnen. Die Kürze hatte ausgerechnet die entscheidende Information eingespart.
Dabei war die Datenbank an Namen gewöhnt. Im November 1999 enthielt sie rund 2,7 Millionen astronomische Objekte und 7,5 Millionen Kennungen. M 87 gehörte zu den Beispielen mit mehr als fünfzig Kennungen. Eine Galaxie, ein ziemlich großer Vorrat an Visitenkarten.
Das Formular kam nach der Ordnung
SIMBAD sammelte Informationen zum jeweiligen astronomischen Objekt. Kataloge und Veröffentlichungen konnten dafür verschiedene Bezeichnungen verwenden. Durch Kreuzidentifikation wurden diese Namen demselben Eintrag zugeordnet. Über eine bekannte Bezeichnung gelangte der Nutzer so zu Koordinaten, Beobachtungen und Literatur.
Der interaktive Onlinedienst begann 1981. Der begleitende Bericht des CDS-Teams datiert die erste Webversion auf November 1996. Der Browser erleichterte den Zugang zu langjähriger Ordnungsarbeit. Andere Archive konnten außerdem über einen Client-Server-Zugang aus einem Objektnamen eine Position ermitteln.
Auch Namen haben eine Grammatik. Die offizielle Anleitung beschreibt das Muster aus Katalogkürzel und einer Bezeichnung innerhalb dieses Katalogs. Das im Aufsatz vorgestellte interne Modul sesame überführte Schreibvarianten regelbasiert in eine erkannte Form. Zeichenfolgen zu vereinheitlichen und die Identität eines beobachteten Objekts festzustellen waren unterschiedliche Aufgaben.
Hinter der Suche stand ein Dienstplan
Der damalige Bericht schildert tägliche Literaturarbeit von CDS und Partnern in Paris und Bordeaux für ungefähr hundert astronomische Fachzeitschriften. Große Kataloge einzuarbeiten konnte Monate oder Jahre beanspruchen. Neue Bezeichnungen wurden auf ihre Beziehung zu vorhandenen Objekten geprüft.
Hinzu kamen Korrekturen der Nutzer: einige Dutzend Nachrichten pro Woche, so der zeitgenössische Bericht. Ein wechselnder Diensthabender bearbeitete sie täglich oder leitete Fachfragen weiter. Das schlichte Suchfeld hatte also eine erstaunlich bodenständige Rückseite.
Eine falsche Verknüpfung konnte Literatur zum falschen Objekt heranholen. Eine richtige führte Beobachtungen über Namen und Wellenlängen hinweg zusammen. Sobald ein anderes Archiv die Antwort verwendete, wurde diese Zuordnung auch dort wichtig.
Nach der Bedeutung von N zu fragen gehörte deshalb zur Leistungsfähigkeit des Dienstes. Das Universum durfte seine vielen Namen behalten. Wer suchte, musste gelegentlich einen etwas längeren nennen.
Mitgliederbriefing
Detaillierter Profilkontext
Melden Sie sich mit der richtigen Mitgliedschaftsstufe an, um das vollständige Briefing und die Quellennotizen freizuschalten.
Nur für Strategic Circle
Strategic Circle
Offen für alle Leser. Schalten Sie Profil-Briefings nach Beitritt und Anmeldung frei.
Strategic Circle beitretenNur für Leadership Alliance
Leadership Alliance
Für qualifizierte Inhaber von IP-Assets und Management; melden Sie sich an, um Leadership-Alliance-Briefings freizuschalten.
Leadership Alliance beitreten





