Zusammenfassung

  • ARINs Chefjurist Michael Abejuela erklärte bei ARIN 58, dass der NRO-Exekutivrat ICANN den Entwurf des RIR-Governance-Dokuments zur Prüfung übergeben hat.
  • Als weitere Stationen nennt er eine letzte Runde zum Endentwurf, ein öffentliches Kommentierungsverfahren, Beschlüsse der RIR- und ICANN-Vorstände sowie gemeinsame Umsetzungsverfahren.

Die Mappe liegt jetzt auf dem nächsten Tisch. In seinem Vortrag bei ARIN 58 berichtet Chefjurist Michael Abejuela, dass der Exekutivrat der Number Resource Organization das RIR-Governance-Dokument an ICANN zur Prüfung gegeben hat. RIR- und ICANN-Teams hätten während der ganzen ICANN-87-Woche miteinander gesprochen. Nach dem Treffen soll es Informationen über die nächste Phase der Beteiligung geben. Nach der Übergabe des empfohlenen Entwurfs an die NRO im Sommer ist das der nächste konkrete institutionelle Schritt.

Das neue Dokument soll ICP-2 ablösen, die ältere Grundlage für die Anerkennung regionaler Registries. Es soll auch ihre Arbeitsweise, Kontrollen, Notfallregelungen und mögliche Aberkennung regeln. Die Erläuterung des NRO-Nummern-Rates vom September beschreibt neue Entscheidungsschwellen, Prüfungen und Schutzvorkehrungen. Über diesen Inhalt wird seit Monaten gesprochen. Neu ist, dass die NRO-Führung den Text an ICANN weitergereicht hat, die Institution mit eigenem späterem Beschlussrecht.

Abejuela zählt vier weitere Stationen auf: letzte Rückmeldungen zum endgültigen Entwurf, öffentliche Kommentierung, Annahme durch RIR- und ICANN-Vorstände und die Entwicklung von Umsetzungsverfahren. Seine Folie enthält weder Termine noch einen abgeschlossenen Vorstandsbeschluss. Jede Station kann die tatsächliche Reichweite der Regeln ändern. Eine Formulierung in der Anerkennungsklausel ist etwas anderes als ihre spätere Handhabung im Streitfall.

ICANNs Bericht über die Vorstandsklausur im September sprach noch von einer Unterrichtung und der Erwartung einer förmlichen Vorlage. ARIN dokumentiert nun die Abgabe des Textes. Welche Passage in den Gesprächen bei ICANN 87 auf dem Tisch lag und ob sie verändert wurde, geht aus den Folien nicht hervor. Dafür braucht die Öffentlichkeit eine datierte neue Fassung mit nachvollziehbaren Änderungen.

Der Nummern-Rat hatte seine Empfehlung im Juli an den NRO-Exekutivrat abgegeben. Er kündigte an, dass die weitere Beteiligung von dort koordiniert werde. Mit ICANN am Tisch stellt sich die praktische Frage, wer bis zur letzten Kommentarrunde den Rotstift führt und welche Fassung die Community tatsächlich beurteilt.