Zusammenfassung

  • RFC 3988 bildete die LSP-MTU aus lokalen Grenzen und den tatsächlich ausgewählten nachgelagerten Pfaden einer FEC, nicht aus sämtlichen LDP-Nachbarn.
  • Eine Verkleinerung musste sofort nach oben gelangen, weil veralteter Optimismus Pakete verlieren konnte; eine Vergrößerung durfte warten, weil die alte kleinere Zahl weiterhin sicher war.

Im Februar 2005 veröffentlichte RFC 3988 eine experimentelle MTU-Erweiterung für LDP. Status, Errata und Datatracker halten die Lücke fest: Ein Label erreichte den Ingress, die nutzbare Größe des gesamten Label Switched Path jedoch nicht. Eine zu hohe statische Konfiguration konnte daher Pakete zulassen, die ein innerer LSR lautlos verwarf.

Der MTU-TLV gehörte zu einem Label Mapping für eine Forwarding Equivalence Class. Nicht jeder Peer floss in die Rechnung ein. RFC 3988 unterschied LSRs, die ein Mapping sendeten, von jenen nachgelagerten LSRs, die die Routingtabelle für die tatsächliche Weiterleitung auswählte. Eine funktionierende Kontrollsitzung bewies keine Rolle im Datenpfad.

Auch Link MTU, Hop MTU und LSP MTU hatten verschiedene Geltungsbereiche. Die Link-MTU umfasste IP-Header, Nutzlast und Label-Stack, nicht aber niedrigere Header; ein Link konnte Schnittstelle, Tunnel oder LSP sein. Die Hop-MTU begrenzte den Abschnitt zwischen einem vor- und nachgelagerten LSR. Die LSP-MTU musste alle gültigen Weiterleitungspfade bis zu den Egressen erfassen.

RFC 3032 mit Status, Errata und Historie liefert die Label-Buchhaltung. Ein gewöhnliches Label kostet vier Oktette. Aus 1500 werden im Beispiel 1496; ein weiterer getunnelter LSP kann 1492 ergeben. Die physische Portgröße allein beschreibt die aktuelle Kapselung nicht.

Am Egress begann die Rechnung mit dem Wächterwert 65535. Für jeden ausgewählten Downstream verglich ein Knoten seine Hop-MTU mit dessen angekündigter LSP-MTU und nahm anschließend das Minimum aller Kandidaten. Fehlte der TLV, wurde der Downstream-Beitrag als 65535 behandelt, sodass bekannte lokale Grenzen weiterhin griffen. Der Wächterwert war keine Messung eines so großen Pakets.

Ein LSR durfte weniger als sein Ergebnis ankündigen, niemals mehr. Damit war die sichere Fehlerrichtung festgelegt. Untertreibung verschenkte Kapazität. Übertreibung erlaubte Pakete, für die es weiter hinten keinen Durchlass gab. Der Wert war eine konservative Kontrollhülle und weder Durchsatz- noch Zustellungszusage.

Änderte sich eine Downstream-Ankündigung oder die Downstream-Auswahl, musste neu gerechnet werden. Eine kleinere LSP-MTU sollte sofort weitergemeldet werden; eine größere durfte zurückgehalten werden. Nach einer Erweiterung blieb der alte kleine Wert sicher. Nach einer Verengung wurde der alte große Wert gefährlich. Aktualität hing deshalb nicht nur vom Alter, sondern von der Änderungsrichtung ab.

Unbekannte TLVs zeigten eine weitere Grenze. Ein LSR ohne Unterstützung musste den TLV lokal ignorieren und dennoch weiterreichen. RFC 3988 räumte ein, dass daraus eine falsche Berechnung entstehen konnte, wollte aber möglichst viel Information erhalten. Ein Attribut zu transportieren hieß nicht, es verstanden oder bestätigt zu haben.

Diese Behandlung stammte aus RFC 3036, dokumentiert durch Status, Errata und Historie. Später ersetzte RFC 5036 mit Status, Errata und Historie die LDP-Basis. Diese Entwicklung belegt Protokollregeln, nicht den Einsatz der experimentellen MTU-Erweiterung.

Am Ingress wurde die Zahl zur Grenze für das IPv4-Verhalten aus RFC 1191, dessen Status, Errata und Historie erhalten sind. War Fragmentierung erlaubt, konnte fragmentiert werden; bei DF folgten Verwerfen und ICMP. Eine korrekte Entscheidung am Eingang bewies dennoch keine Durchquerung und keine Annahme durch die Anwendung.

RFC 3209 mit Status, Errata und Historie lieferte den RSVP-TE-Kontext. RFC 3988 konnte einen Tunnel als Link behandeln. Eine Pfadgrenze hing somit rekursiv von anderer Pfadgrenze, Labeltiefe und Auswahl ab.

Die historische Einsicht lag in der unterschiedlichen Eile. Eine verspätete Verbesserung hält nur eine vorsichtige, revidierbare Beschränkung aufrecht. Eine verspätete Verschlechterung erhält eine erfundene Möglichkeit und kann Pakete vernichten. Selbst die korrekteste Zahl bleibt aber ein Ergebnis des Kontrollplans, kein Zustellbeleg.

Quellen