Zusammenfassung

  • RFC 3483 unterschied Überwachung, Aufzeichnung, Meldung und Löschung. Der PDP konnte Meldungen aussetzen, während der PEP die Nutzung weiter zählte.
  • Aussagekraft entstand erst zusammen mit Zeitplan, Löschregel und Identität der tatsächlichen Zuweisung; Kontextwechsel, Zustandslöschung und Ablauf gecachter Richtlinien setzten Schlussgrenzen.

Eine Lücke in einer Messreihe wirkt wie eine Zahl. Wer schnell hinsieht, liest sie als null. Im Modell von RFC 3483 bezeichnete diese Lücke zunächst aber nur einen stillen Meldekanal. Der Policy Enforcement Point konnte weiterhin Richtliniennutzung beobachten und lokal festhalten, obwohl der Policy Decision Point unaufgeforderte Berichte unterbunden hatte.

Die Trennung lag in der Architektur. Auswahlkriterien bestimmten, welche Objekte beobachtet wurden. Eine Usage-Feedback-Klasse definierte die zu erhebenden Messgrößen. Eine Verknüpfungsrichtlinie verband beides mit den Bedingungen der Übermittlung. Ein gemeldeter Wert war folglich das Ergebnis von Objektwahl, Metrik und Lieferregel, kein selbsterklärender Gesamtstand.

Der Accounting Timer begrenzte die Häufigkeit unaufgeforderter Abrechnungsberichte. Er diente der Drosselung des Nachrichtenaufkommens, nicht der präzisen Zeitsynchronisation. Eine Richtlinie konnte mehrere Grundintervalle abwarten, einen Schwellenwert verwenden, nur bei Veränderung melden oder unabhängig von einer Veränderung periodisch senden. Aus dem Ausbleiben einer Nachricht zu einem vermuteten Zeitpunkt ließ sich deshalb keine ausbleibende Nutzung ableiten.

Besonders deutlich wurde das beim Timerwert null. Dann versandte der PEP keine unaufgeforderten Nutzungsberichte. Dennoch überwachte und speicherte er die von der PDP-Richtlinie verlangte Nutzung und lieferte sie auf ausdrückliche Anfrage. Null bezog sich auf die spontane Melderate, nicht auf den Zählerstand.

Auch das Aussetzen kannte zwei Bedeutungen. Der PDP konnte nur die Berichte stoppen und Überwachung sowie Aufzeichnung weiterlaufen lassen. Er konnte ebenso die Überwachung selbst aussetzen; dann entstand keine neue Messung und entsprechend kein Bericht. Der Befehl legte zusätzlich fest, ob beim Übergang der aktuelle Stand gemeldet werden sollte, und konnte eine einzelne oder alle Feedback-Richtlinien betreffen. Ein Protokolleintrag „ausgesetzt“ ohne diese Details verlor den entscheidenden Zustand.

Angefordertes Feedback durchschnitt den periodischen Takt. Der PDP durfte mitten im Intervall einen sofortigen Bericht verlangen. Der PEP antwortete und löschte den gemeldeten Wert, falls die Richtlinie dies vorsah. Der bestehende Periodenplan blieb jedoch erhalten. Die Anfrage setzte seine Phase nicht zurück. Zwei kurz nacheinander eintreffende Berichte konnten daher verschiedene, gültige Grenzen abbilden.

Ob ihre Werte addiert werden durften, hing vom Löschverlauf ab. Nach einer löschenden Sofortmeldung enthielt der nächste periodische Bericht nur den anschließend entstandenen Rest. Ohne Löschung konnten sich beide Werte überlappen. Sendezeit und Messzeitraum waren getrennt aufzubewahren; ein einzelner Bericht war nicht automatisch die gesamte Zählergeschichte.

RFC 3483 schärfte zudem die Zuordnung. Manche COPS-Objekte standen für eine eindeutige Konfiguration im PEP. Andere wurden von mehreren tatsächlichen Zuweisungen geteilt, die jeweils eigene Statistiken sammeln konnten, ohne eigene COPS-Objekte zu besitzen. Auswahl-PRC und Feedback-PRC mussten gemeinsam die feinste vom PEP unterstützte Zuweisung identifizieren.

Als Beispiel konnte ein Port eine IP-Adresse ergänzen und so mehrere Instanzen unterscheiden. Bevorzugt sollten die Auswahlkriterien bereits den vollständigen eindeutigen Schlüssel enthalten. Optional durfte eine unscharfe Auswahl mehrere Zuweisungen erfassen, wenn der Nutzungsbericht die fehlende Differenzierung lieferte. Dann war die Verbindung beider Datensätze Teil des Beweises.

Kontexte markierten einen zeitlichen Abschluss. COPS-PR konnte mehrere unabhängige Richtliniensätze halten, aber immer nur einen aktivieren. Nur im aktiven Kontext wurden Nutzung überwacht, aufgezeichnet und gemeldet. Bei seiner Deaktivierung musste ein Schlussbericht hinausgehen; danach fand für diesen Kontext keine weitere Messung statt. Der letzte Bericht war damit der Abschluss einer Autoritätsperiode.

Delete Request State setzte eine zweite Abschlussregel. Unmittelbar vor der Löschung musste der PEP alle ausstehenden Nutzungsdaten melden, auch wenn der PDP die Löschung veranlasste. Erst wurde der letzte Beleg bewahrt, dann der Zustand entfernt, der ihm Bedeutung gab.

Bei Verbindungsverlust galt die lokale Fortsetzung nur solange, wie der PEP die gecachte Richtlinie weiter durchsetzte. Lief diese Richtlinie ab, verfielen auch ihre Feedback-Daten und die Überwachung endete. Nach der Wiederverbindung musste der PDP die Wiederaufnahme eindeutig erlauben. Danach meldete der PEP die gecachte Nutzung und passte den Rhythmus an den neu akzeptierten Accounting Timer an.

Die Lebensdauer des Belegs folgte also der Lebensdauer der tatsächlich durchgesetzten Entscheidung, nicht bloß einem Prozess oder Datenbankeintrag. Ein Verbindungsabbruch löschte gültige Messung nicht; eine Wiederverbindung verlängerte sie aber auch nicht über den Richtlinienablauf hinaus.

Der Geltungsbereich blieb eng. RFC 3483 war Informational und definierte ein Framework, kein Abrechnungssystem. Preisbildung, Rating und Rechnungsstellung lagen außerhalb. Der genaue Inhalt einer anfordernden Decision blieb Umsetzungsdokumenten überlassen. Die Quellen belegen weder einen benannten Einsatz noch Zählergenauigkeit, Interoperabilität, korrekte Abrechnung oder Dienstqualität.

Damit unterschied sie sich von benachbarten Arbeiten. RFC 3060 ordnete Richtliniendaten und lokale Auswertung. RFC 3084 behandelte Provisionierung, Cache und Wiederverbindung. RFC 3159 konzentrierte sich auf die Identität von PRID-Zeilen. RFC 3483 setzte nach der Installation an und fragte, welcher Nutzungsbeleg unter welchem Kommunikationszustand entstand.

Mit Heng Lus Methode der Realitätsebenen beginnt eine Prüfung beim aktiven Kontext und der tatsächlichen Zuweisung. Danach werden Auswahl, Metrik und Verknüpfung zusammengeführt. Timer, Schwelle, Änderungsbedingung und Löschung gehören neben Anfragen, Aussetzungen, Wiederaufnahmen und Schlussberichte auf dieselbe Zeitachse. Beim Ausfall endet der Beleg mit der gecachten Durchsetzung.

Erst dann lässt sich Schweigen deuten. Vielleicht gab es keine Nutzung. Vielleicht waren spontane Berichte abgeschaltet, nur die Meldung ausgesetzt, das Intervall offen oder ein Wert wartete auf Anforderung. RFC 3483 zwang den Beobachter, diese Möglichkeiten mit Zuständen zu unterscheiden, statt eine leere Anzeige zur Gewissheit zu erklären.

Quellen