Zusammenfassung

  • RFC 2381 empfahl, dass die paketkundige Interworking Function am Eingang sämtliche ATM-Zellen eines nicht TSpec-konformen IP-Pakets einheitlich mit niedriger Priorität behandelt.
  • Eine CLP-Markierung belegte weder den Transport der Zellen noch AAL5-Reassemblierung, IP-Weiterleitung oder Anwendungszustellung.

Integrated Services und ATM maßen nicht dasselbe. Auf der IP-Seite standen Datagramme und TSpecs. ATM sah feste Zellen und Verbindungsparameter. AAL5 zerlegte ein Paket in eine Folge, deren einzelne Teile für IP keinen selbständigen Nutzen hatten.

Fehlte eine notwendige Zelle, konnte der Ausgang das Paket nicht rekonstruieren. Alle übrigen Zellen hatten trotzdem Bandbreite, Puffer und Schaltarbeit verbraucht. RFC 2381 suchte deshalb den letzten Ort, an dem das Netz den Gegenstand seiner Entscheidung noch vollständig kannte.

Eine Zuordnung war kein Ergebnis

Die naheliegenden Abbildungen lauteten: Guaranteed Service auf CBR oder Echtzeit-VBR, Controlled Load auf Nicht-Echtzeit-VBR oder ABR mit positiver Mindestzellrate, Best Effort auf UBR oder ABR. Weniger passende Kombinationen blieben dokumentiert, weil reale Verfügbarkeit nicht vorhersehbar war.

Die ATM-QoS-Klasse folgte der tatsächlich gewählten ATM-Kategorie. Sie konnte einem Nicht-Echtzeit-Träger keine Echtzeiteigenschaft verleihen. Auch berechnete VC-Parameter bewiesen keinen installierten neuen Kanal. Lokale VC-Politik entschied über Neubau, Wiederverwendung oder Aggregation.

IP-Anforderung, Parameterabbildung, installierte Allokation und beobachteter Dienst waren getrennte Belege.

Überschuss war nicht wertlos

Controlled Load musste konforme Flüsse schützen, gewöhnlichen Best Effort vor unfairer Verdrängung bewahren und Überschuss bei verfügbaren Ressourcen bestmöglich weiterleiten. Guaranteed Service empfahl ebenfalls, nichtkonforme Datagramme am Rand auf Best Effort herabzustufen.

Nichtkonformität konnte an Multicast-Verzweigungen normal entstehen. „Außerhalb dieser Reservierung“ bedeutete daher nicht „sofort wegwerfbar“. RFC 2381 übertrug das Minimum nach ATM: Überschuss darf eine Chance erhalten, ohne konformen GS/CLS-Verkehr oder unreservierten Best Effort zu beschädigen.

Entscheiden, solange das Paket erkennbar ist

Bei VBR konnte CLP den Überschuss im selben VC halten und Reihenfolge bewahren. Die ATM-Nutzungsüberwachung sah jedoch nur Zellen. Wurde ein Grenzwert mitten im Paket überschritten, markierte sie womöglich nur dessen hinteren Teil.

Ging unter Last eine markierte Zelle verloren, konnten die unmarkierten Zellen weiterlaufen. Am Ausgang scheiterte AAL5; die transportierten Reste waren nutzlos. Die Eingangs-IWF wusste dagegen noch, welche Zellen zusammengehörten. RFC 2381 empfahl deshalb, die spätere Markierung vorwegzunehmen und alle Zellen des betroffenen Pakets einheitlich zu markieren.

Die dauerhafte Regel betrifft nicht ein einzelnes Bit. Eine Entscheidung über ein Objekt gehört an die Stelle, an der das Objekt noch lesbar ist. Die Beweiskette lautet: TSpec-Klassifikation des Datagramms, einheitliche Projektion in Zellen, ATM-Transport oder Verwerfung, AAL5-Reassemblierung, IP- und Anwendungszustellung. Keine Stufe quittiert die nächste.

CLP verpflichtete den Träger nicht

ATM-Standards verlangten nicht, markierte Zellen bei freier Kapazität tatsächlich zu befördern. Betreiber sollten das reale Verhalten entlang des Pfades prüfen, auch über Verwaltungsgrenzen hinweg. Wurden CLP-Zellen unabhängig von Last verworfen, fehlte die vorgesehene Best-Effort-Chance. Ein Break Bit konnte den Bruch offenlegen, nicht heilen.

Ein separater VC für Überschuss war eine Alternative. Er schützte den konformen Kanal, konnte aber Pakete desselben Flusses umordnen. Für CBR unter TM/UNI 4.0 ohne allgemeine Markierung oberhalb der PCR war diese Wahl besonders relevant. Der Ausgangs-Scheduler übernahm damit Ordnungs- und Verzögerungsrisiken.

Auch die Rate verlangte echte Umrechnung: LLC/SNAP, AAL5 und das Aufrunden auf 48-Byte-Zellnutzlasten änderten den Bedarf. Ein Nennwert in Byte pro Sekunde war noch keine Zellallokation.

RFC 2381 ist deshalb weniger eine Tabelle als eine Geschichte schwindender Sichtbarkeit. Am Eingang war das Paket bekannt, im Kern wurden Zellen behandelt, am Ausgang konnte ein Paket neu entstehen. Erst laufendes Verhalten verband diese Ebenen.