Zusammenfassung
- Remco van Mook berichtete im Community-Plenum von RIPE 92 von 62 Antworten auf eine Umfrage zur Secret Working Group, darunter 27 Kommentare. Die Mittelwerte für Vortrag, Inhalt und Relevanz lagen bei etwa 9,6 bis 9,7 von zehn; Kritik galt Witzen, die erst nach Jahren verständlich werden, und einem zu kleinen Kreis auf der Bühne.
- Für RIPE 93 bis 97 schlug er vor, neue Mitwirkende einzuladen und sich vom Autor, Redakteur und Gastgeber zum Mentor zurückzuziehen. Ab RIPE 98 will er im Publikum sitzen. Die offizielle Sitzungsseite beschreibt die Rede als Umfrage und Ausblick.
Die drei Mittelwerte waren so hoch, dass ein Vorstand daraus eine Folie mit grünem Häkchen gemacht hätte. Remco van Mook las lieber die Kommentare vor. In Edinburgh, am 21. Mai 2026, zeigte der Gastgeber der Secret Working Group ein Problem, das man auf einer Zehnerskala schlecht sieht: Einige Pointen erschließen sich erst nach Jahren im RIPE-Kreis. Die Alten lachen sofort. Die Neuen merken sich, dass ihnen eine Vorgeschichte fehlt.
Gerade diese Trennung wollte die Gruppe einmal aufspießen. Sie macht sich über Titel, Gewohnheiten und die Feierlichkeit einer technischen Gemeinschaft lustig. Van Mook erinnerte an eine sinngemäße Warnung des RIPE-Mitgründers Rob Blokzijl: Gemeinschaften geraten ins Wanken, wenn sie sich selbst zu ernst nehmen. Eine Bühne, auf der RIPE über seine eigene Würde lachen kann, hält diesen Satz lebendig. Sie taugt weniger, wenn man zuerst Mitglied der alten Runde sein muss, um den Witz zu hören.
In der RIPE-92-Mitschrift datiert van Mook den Anfang nur ungefähr auf die 1990er Jahre. Er selbst sprang bei RIPE 61 um 2010 ein, weil ein anderer Mitwirkender fehlte und Nigel Titley einen Partner brauchte. Später kamen weitere Autoren und Darsteller hinzu. Er dankte auch dem Veranstaltungsteam für verschobene Ballonbögen, Requisiten und einen Saal, der zeitweise zur Tanzfläche wurde. Der vermeintliche spontane Einfall hat einen Aufbauplan und Menschen, die ihn tragen.
Die Umfrage zählte 62 Antworten und 27 Freitexte. Für Vortrag, Inhalt und Relevanz lagen die Mittelwerte um 9,6 bis 9,7; die Medianwerte waren jeweils zehn. Manche lobten den absichtlich peinlichen Ton, andere die Leichtigkeit als Teil der RIPE-Kultur. Daneben stand der Wunsch nach mehr unterschiedlichen Vortragenden. Van Mook verstand die Kritik als Hinweis, dass aus einem Werkzeug gegen Selbstgefälligkeit selbst ein kleiner Insiderzirkel werden kann.
Sein Vorschlag benennt die nächsten Stationen: Zwischen RIPE 93 und RIPE 97 sollen Interessierte erfahren, wo und wann die Gruppe arbeitet. Van Mook will Schreiben, Redigieren und Moderieren schrittweise abgeben und neue Leute begleiten. Ab RIPE 98 möchte er auf der anderen Seite des Mikrofons Platz nehmen. Ein Zuhörer fragte, ob die berüchtigte Hinterzimmer-Runde ihn hineinlassen würde. Van Mook versprach, einen Weg zu finden. Aus der Pointe wird eine überprüfbare Aufgabe.
Ein Wechsel des Gesichts genügt dafür nicht. Neue Autoren brauchen Zugang zum Material, zum Veranstaltungsteam und zum Recht, auch den alten Gastgeber zum Gegenstand eines Witzes zu machen. Sonst besetzt eine neue Stimme die Bühne und rezitiert weiterhin die Erinnerungen der alten Runde.
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