Zusammenfassung
- RFC 1664 erschien im August 1994 als Experimental-RFC und schlug DNS-PX-Einträge vor, über die Gateways Zuordnungsvorlagen für X.400- und RFC-822-Adressen abrufen konnten.
- PX beschrieb Adressbeziehungen. Für SMTP-Routing war MX zuständig; weder der Eintrag noch der RFC belegt eine zugestellte Nachricht oder eine breite Einführung.
Gemeinsame Tabellen als Betriebsbedingung
RFC 1649 formulierte eine praktische Voraussetzung für die beteiligten Gateways: Ihre Zuordnungstabellen sollten weltweit konsistent sein, und die Betreiber mussten sich abstimmen. Das ist eine Betriebsanforderung, kein Nachweis, dass sie überall erfüllt wurde. RFC 1664 setzte an der Verteilung solcher Daten an.
Der frühere RFC 1327 beschrieb den größeren Rahmen für die Zuordnung zwischen X.400- und RFC-822-Adressen. RFC 1664 ergänzte einen DNS-Mechanismus: den neuen Ressourcentyp PX mit dem Typcode 26. Ein Eintrag enthielt eine Präferenz sowie Zuordnungsdaten für beide Adressformen. Ein Gateway konnte sie abfragen und die passende Regel lokal anwenden. DNS verteilte also Daten; es wandelte weder die Adresse selbst um noch transportierte es die Nachricht.
Gerade deshalb durfte PX nicht mit MX verwechselt werden. RFC 1664 ordnet MX dem SMTP-Routing zu und behandelt PX als ergänzende Zuordnungsinformation. Ein PX-Ergebnis benannte nicht den nächsten SMTP-Server, enthielt keine E-Mail und bestätigte keinen Eingang beim Empfänger. Die Gateway- und Mailserver mussten die Zustellung nach der Umwandlung weiterhin selbst bewältigen.
Die Vorgeschichte im RFC ist kleinräumig: Einige Autoren hatten Zuordnungsdaten in PTR-Einträgen unter .it getestet und fanden den Ansatz für einige Testanwendungen nützlich. Daraus folgt keine allgemeine Einführung. Der Text benennt auch technische Hürden. Nameserver mussten den neuen Typ unterstützen; die sehr unterschiedlichen DNS-Installationen würden die Umstellung verzögern. Ein schrittweise verteilbarer X.400-Namensbaum erscheint als Entwurf, nicht als dokumentierter Abschluss.
RFC 1664 ist als Experimental eingestuft und erklärt ausdrücklich, kein Internetstandard zu sein. RFC 2163 löste ihn 1998 im MIXER-Kontext ab. Das zeigt eine spätere Spezifikation, aber nicht die Verbreitung von PX. Auch eine spätere Norm darf nicht rückwirkend als Betriebsbeleg gelesen werden. Historisch greifbar ist der Versuch, verteilte Gateways mit gemeinsamen Übersetzungsregeln zu versorgen. Ob und in welchem Umfang diese Regeln produktiv über PX verteilt wurden, lässt sich aus den genannten RFCs nicht ableiten.
Quellen
- RFC 987 — Zuordnung zwischen X.400 und RFC 822
- RFC 1327 — Zuordnung zwischen X.400(1988) und RFC 822
- RFC 1649 — Betriebsanforderungen für X.400-Verwaltungsdomänen
- RFC 1664 — Verteilung von RFC-1327-Mailadressenzuordnungen über das Internet-DNS
- RFC 2156 — MIXER: Zuordnung zwischen X.400 und RFC 822
- RFC 2163 — Verteilung globaler MIXER-konformer Zuordnungen über DNS
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