Zusammenfassung

  • Der veröffentlichte Tarif von PPL Electric Utilities weist der Großverbraucherklasse LP-6 ab 1. Januar 2027 jährlich elf Millionen Dollar Kosten des Unterstützungsprogramms USR zu, die über eine verpflichtende Kundengebühr eingezogen werden.
  • LP-6 verlangt mindestens 69 kV, einen bestimmten Versorgungsbeginn und Lastschwellen; einzelne Anlagen mit 50 bis 75 MW können auf Antrag von PPL und mit Zustimmung der Aufsicht in LP-5 eingestuft werden.

PPL Electric Utilities lässt große Stromabnehmer ab Januar 2027 jährlich elf Millionen Dollar für Hilfsprogramme für private Kunden aufbringen. Dafür zieht der Versorger eine Grenze, die in der Sozialpolitik selten vorkommt: Die betroffene Tarifklasse LP-6 setzt einen Anschluss mit mindestens 69.000 Volt voraus. Hinzu kommen Lastschwellen und ein Stichtag für den Versorgungsbeginn.

Der aktuell veröffentlichte Tarif schreibt für die zugewiesenen Hilfskosten eine Kundengebühr vor. Er nennt sie „non-bypassable“: Sie gilt für alle Kunden der betroffenen Tarifklasse. Wer ein großes Projekt plant, muss deshalb klären, ob dessen Anschlussmerkmale zur Einstufung in LP-6 führen.

PPL Electric Utilities gehört zur Unternehmensfamilie der PPL Corporation und versorgt den Osten und die Mitte Pennsylvanias. Die neue Zuweisung steht im Universal Service Rider, kurz USR. Sie soll am 1. Januar 2027 beginnen.

Ein Tarifabschluss mit zwei Zeitpunkten

In der Mitteilung zur Genehmigung vom 4. Juni bezifferte PPL den erlaubten Anstieg der jährlichen Basiserlöse aus der Stromverteilung auf 275 Millionen Dollar. Für einen Haushalt mit 1.000 kWh Verbrauch schätzte das Unternehmen auf Basis der Juli-Rechnungen eine monatliche Erhöhung um 6,48 Dollar. Der genannte Anstieg für Haushaltsrechnungen betrug 3,23 Prozent.

Die höhere Haushaltsrechnung gilt ab Juli 2026. Die Zuweisung der jährlichen Hilfskosten an LP-6 beginnt am 1. Januar 2027. Der Tarifabschluss legt damit sowohl die Erhöhung für private Kunden als auch die spätere Kostenbeteiligung der Großabnehmer fest.

Der USR deckt Kosten der Programme für private Kunden ab. Interne Verwaltungskosten wie Gehälter, Löhne und Sozialleistungen für Beschäftigte sind dabei ausgeschlossen. Für die Haushaltstarife RS und RTS(R) gilt 2026 ein veröffentlichter USR-Satz von 0,01024 Dollar je kWh. Bei 1.000 kWh sind das 10,24 Dollar auf dieser Position vor dem anwendbaren staatlichen Steuerzuschlag.

Ab Januar werden elf Millionen Dollar solcher jährlichen Kosten der Klasse LP-6 zugeordnet. Die dafür vorgesehene Gebühr kommt zu anderen Stromkosten hinzu: Der Tarif nennt 999,11 Dollar monatliche Kundengebühr für die Verteilung sowie eigene Regelungen für Übertragung und Energielieferung.

Der Zahlerkreis wird elektrisch definiert

LP-6 gilt für große Lasten, darunter Rechenzentren, anhand mehrerer Bedingungen.

Voraussetzung Veröffentlichte Regel
Versorgungsspannung Mindestens 69 kV
Beginn der Versorgung Am oder nach dem 1. Oktober 2025
Einzelne Anlage Spitzenlast von mindestens 50 MW
Zusammengefasste Anlagen Mindestens 75 MW bei den betreffenden Anlagen innerhalb eines Radius von zehn Meilen

Ein Kunde kann den Lasttest mit einer Anlage oder mit mehreren erfassten Anlagen erreichen. Die räumliche Anordnung seiner Standorte kann damit über die Zugehörigkeit zur Klasse entscheiden, der die Hilfskosten zugewiesen werden.

Für eine einzelne Anlage mit 50 bis einschließlich 75 MW gibt es einen besonderen Weg zur Einstufung in LP-5. Sie muss mit mindestens 69 kV versorgt werden. Ihr Anschluss- und Versorgungsbedarf darf bei PPL Electric keine Kosten für den Ausbau des Übertragungsnetzes verursachen.

PPL stellt dafür den Antrag bei der Pennsylvania Public Utility Commission. Die Aufsicht muss die Einstufung genehmigen; alle Parteien des Verfahrens zur Tarifüberprüfung erhalten den Antrag. Bei einer solchen Einstufung nimmt der Tarif die Last der Anlage aus der genannten Zusammenrechnung heraus. Die Entscheidung betrifft damit auch die Last, die für den Aggregationstest zählt.

Im veröffentlichten Tarif fehlen noch der USR-Satz für Januar 2027 und die zugehörige Erhebungsbasis; erst die einschlägige Einreichung ermöglicht es, den USR-Betrag eines einzelnen Kunden zu berechnen.

Aus einer Zehn-Millionen-Vorlage wurden elf Millionen

Der eingereichte Vergleichsantrag dokumentiert einen früheren Vorschlag des Unternehmens über zehn Millionen Dollar. Im Vergleichstext stehen elf Millionen, ebenso im aktuellen Tarif. Die beschlossene jährliche Zuweisung liegt eine Million Dollar über dem dokumentierten früheren Vorschlag.

Der Antrag beschreibt auch den Wechsel von einer jährlichen USR-Einreichung zu drei Perioden im Januar, Mai und September. Er nennt dabei die Möglichkeit, den LP-6-Satz zu aktualisieren und neu angeschlossene Kunden in die Kostenverteilung aufzunehmen. Der aktuelle Tarif setzt Einreichungen und Abrechnungsabgleiche zum 21. Dezember, 20. April und 21. August fest. Die Gebühren gelten normalerweise ab 1. Januar, 1. Mai und 1. September.

Neue Anlagen können dadurch in die Erhebungsbasis gelangen. Die Einstufung bestimmt die belastete Gruppe; die regelmäßige Tarifberechnung setzt die Kostenverteilung in Zahlungen um.

PPL Electric muss die Gebühr regelmäßig einreichen, mit der die zugewiesenen Kosten von LP-6 eingezogen werden. Im nächsten Basistarifverfahren muss der Versorger außerdem eine höhere Zuweisung an diese Klasse vorschlagen oder begründen, warum er keine Erhöhung vorsieht. Für Großkunden gehört damit auch die Höhe ihres Beitrags zu den Fragen des nächsten Tarifverfahrens.