Zusammenfassung

  • RFC 2223 erklärte ASCII zur Hauptfassung und PostScript zur zusätzlichen Darstellung, die der RFC Editor prüfen musste.
  • Die Veröffentlichungsreihenfolge ließ Diagramme und Drucklayout zu, ohne zwei Dateien zu zwei Fassungen derselben RFC zu erklären.

Wer zwei Dateien mit derselben RFC-Nummer öffnet, braucht eine Antwort auf eine einfache Frage: Welche davon gibt den Inhalt vor? Im Oktober 1997 lautete die Antwort von RFC 2223: die ASCII-Datei. Eine PostScript-Fassung durfte dazukommen, blieb aber eine alternative Darstellung. Erst der RFC Editor musste entscheiden, ob beide tatsächlich dasselbe Dokument enthielten.

Jon Postel und Joyce Reynolds schrieben die Anleitung für Autoren, die Texte zur RFC-Reihe einreichten. Die Dateien wurden kopiert, auf sehr unterschiedlichen Geräten angezeigt und ausgedruckt. Ein Leser konnte auf dem Bildschirm nach einem Wort suchen; ein anderer brauchte eine gedruckte Abbildung. Das öffentliche Dokument sollte beides aushalten, ohne dass eine Ausgabe ihren Inhalt stillschweigend änderte.

Der Text benennt die damaligen Arbeitsweisen. Viele Nutzer suchten mit emacs oder grep und übernahmen kurze Ausschnitte in E-Mails. PostScript eignete sich für diese Routinen noch nicht. Auch die Erzeugung war nicht zuverlässig vereinheitlicht: Manche Programme, die PostScript versprachen, produzierten nicht standardkonforme Dateien. Für Zeichnungen und Diagramme war das Format dennoch nützlich und auf Papier besser lesbar. RFC 2223 musste also nicht zwischen Suchbarkeit und guter Darstellung wählen; es musste verhindern, dass die zweite Darstellung ein zweites Dokument wurde.

Dafür legte die Anleitung eine Reihenfolge fest. Der RFC Editor bearbeitete zunächst die ASCII-Einreichung bis zur Veröffentlichung als RFC. Erst anschließend konnte der Autor PostScript nachreichen. Bevor diese Datei in den RFC-Repositorien installiert und der Community angekündigt wurde, musste der Editor sie als „dieselbe“ wie die ASCII-Fassung anerkennen. Die Zusatzversion war freiwillig. Ihre Freigabe war eine redaktionelle Entscheidung.

Auch die Zuständigkeit war klar. Autoren mussten eine bearbeitbare Quelle einreichen. Der RFC Editor durfte neu formatieren, die endgültige RFC-Nummer einsetzen, Änderungen verlangen oder einen Text zur Überarbeitung zurückgeben. Bei PostScript entschied er zusätzlich, ob die Datei noch den veröffentlichten Text wiedergab. Das Dateiformat konnte seine eigene Gleichheit nicht bescheinigen.

Die Regeln betrafen die Ausgabe bis ins Detail. RFC 2223 legte Papierformat, Ränder und Mindestgrößen fest und begrenzte die zulässigen Schriftarten auf verbreitete Varianten. Diagramme sollten mit einem zurückhaltenden PostScript-Satz erstellt werden, den gewöhnliche Drucker bewältigen konnten. Ein besser gestaltetes Blatt war kein Gewinn, wenn seine Darstellung an einem speziellen Gerät hängen blieb.

Auch Seitenzahlen waren kein stabiler Anker. Nach dem Umbruch konnten Abschnitte in ASCII und PostScript auf unterschiedlichen Seiten stehen. Deshalb empfahl die Anleitung Verweise auf Abschnittsnummern statt auf Seiten. Das ist eine kleine, aber wichtige redaktionelle Entscheidung: Die Seitenzahl gehört zum Layout, die Abschnittsnummer zum Aufbau des Textes.

Ein Teil der technischen Basis stammte aus RFC 1111 von 1989. Schon dort gab es Regeln für ASCII und PostScript; der ASCII-Text durfte höchstens 58 Zeilen pro Seite und 72 Zeichen pro Zeile enthalten. RFC 2223 übernahm dieses Fundament und machte ausführlicher, warum die gedruckte Version an den Text gebunden bleiben musste.

2014 löste RFC 7322 RFC 2223 ab. Der spätere Leitfaden führt grundlegende Formatkonventionen auf die 1970er Jahre und Jon Postel, den ersten RFC Editor, zurück. Die Geräte änderten sich; das Archiv brauchte weiterhin eine erkennbare Hauptfassung. Die offiziellen Texte beschreiben die Prüfung, nennen aber weder die Zahl beanstandeter PostScript-Versionen noch deren Nutzungsanteil.

Offizielle Quellen