Zusammenfassung
- Sechs Mietgeneratoren nahmen am 2. September den kommerziellen Betrieb auf und erhöhten die gesamte Erzeugungskapazität Selayars von 11 MW auf 16 MW
- PLN IP Services machte keine Angaben zu Spitzenlast, Reservemarge oder Mietdauer, sodass Umfang und Dauer des zusätzlichen Spielraums unklar bleiben
Die Fakten
PLN Indonesia Power Services teilte am 3. September mit, dass sechs Mietgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 5 MW einen Tag zuvor in Selayar in Südsulawesi den kommerziellen Betrieb aufgenommen hätten. Damit stieg die gesamte Erzeugungskapazität des Inselsystems auf 16 MW. Die Einheiten wurden über die Rental Power Services von PLN IP Services in Zusammenarbeit mit der Tello Generation Business Unit und der Selayar Implementation Unit von PLN Indonesia Power bereitgestellt.
PLN IP Services ist eine Tochtergesellschaft von PLN Indonesia Power, der für die Stromerzeugung zuständigen Unterholding des staatlichen Versorgers PLN. Nach Angaben des Unternehmens soll die zusätzliche Kapazität den wachsenden Strombedarf von Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und der lokalen Wirtschaft decken. Das Unternehmen machte keine Angaben zur Spitzenlast, zur Reservemarge, zur Verfügbarkeit des bestehenden Kraftwerksbestands, zur Mietdauer oder dazu, ob die Einheiten später durch dauerhafte Erzeugungskapazitäten ersetzt werden sollen.
Die Einschätzung
Die Erweiterung eines Systems mit zuvor 11 MW Erzeugungsleistung um 5 MW ist gemessen an der ausgewiesenen Kapazität erheblich. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, wie groß die Betriebsreserve Selayars ist. Diese hängt von der Spitzenlast und davon ab, wie viel des Kraftwerksbestands zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich verfügbar ist. PLN IP Services veröffentlichte hierzu keine Zahlen.
Auch der Einsatz gemieteter Erzeugungskapazitäten ist von Bedeutung. PLN hat zusätzliche Kapazität geschaffen, ohne den dauerhaften Bau einer 5-MW-Anlage anzukündigen. Dauer und Kosten dieser Lösung bleiben daher offen. Falls die Einheiten vor allem bei Lastspitzen oder bei Ausfällen anderer Erzeugungsanlagen benötigt werden, unterscheidet sich ihre Funktion von einer langfristigen Ergänzung des regulären Versorgungsmixes der Insel. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, welche Rolle vorgesehen ist.
Für die Leserinnen und Leser von BTW sind als Nächstes vor allem Spitzenlast, verfügbare Erzeugungsleistung und Mietdauer relevant. Zusammen würden diese Angaben zeigen, wie viel Reserve die zusätzlichen 5 MW tatsächlich geschaffen haben und ob die gemietete Erzeugung eine kurzfristige Maßnahme oder ein dauerhafter Bestandteil der Stromversorgung Selayars ist.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind Selayars Spitzenlast, die während der Lastspitze verfügbare Erzeugungsleistung und der Einsatz der sechs Mietgeneratoren. Die Mietdauer, die Betriebskosten und eine mögliche spätere Beschaffung dauerhafter Erzeugungskapazitäten würden zeigen, ob die 5 MW hauptsächlich als Reserve dienen, den bestehenden Bedarf decken oder zu einem längerfristigen Bestandteil des Versorgungsmixes der Insel werden.
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