Summary

  • Für Juli bis September 2026 zählt ACMA 5.961 neue BetStop-Anmeldungen. Am Quartalsende waren 43.090 Ausschlüsse aktiv. Die Statistik enthält keine Messung, wann Wettanbieter neue Ausschlüsse technisch umsetzen.
  • Picklebet nahm nach der Registrierung einer Person Wetten an. ACMA stellte einen Verstoß gegen das Verbot der Wettbereitstellung fest; die Betreiberin zahlte 19.800 australische Dollar. Werbe-SMS und Kontoschließungen wurden anhand anderer Tatbestände geprüft und führten zu keinem weiteren Verstoß.

Ein dauerhafter Ausschluss ist ein Versprechen mit Gegenwartsform. Die Person entscheidet jetzt, die Wettfirma darf erst wieder handeln, wenn ihr System diese Entscheidung erkennt. Die neue BetStop-Statistik von ACMA macht die Nachfrage nach diesem Schutz sichtbar: seit dem Start im August 2023 insgesamt 71.391 Registrierungen, davon 5.961 im Quartal bis Ende September 2026. An diesem Stichtag waren 43.090 Ausschlüsse aktiv. 27.241 Registrierte hatten im Verlauf der gesamten Reihe eine lebenslange Dauer gewählt. Diese Wahlzählung ist kein Bestand aktiver lebenslanger Ausschlüsse. Das Quartalsblatt beschreibt den Eingang beim Register; über die Reaktionszeit der einzelnen Anbieter schweigt es.

Der Originalbericht zur Untersuchung zeigt eine konkrete Lücke. Am 9. Februar 2026 meldete sich eine Person mit bestehendem Picklebet-Konto bei BetStop an. Eine Abfrage im Umfeld dieser Anmeldung lieferte zunächst „nicht registriert“, weil der Ausschluss zum Zeitpunkt der Antwort noch nicht wirksam war. Erst um 13:54 Uhr australischer Ostküsten-Sommerzeit folgte ein positiver Treffer, fast sieben Stunden nach der ersten Abfrage. Von 11:39 bis 11:54 Uhr hatte Picklebet Wetten der inzwischen registrierten Person angenommen. ACMA stellte einen Verstoß gegen das Verbot fest, registrierten Personen Wettleistungen anzubieten. Puntaa Pty Ltd, die Betreiberin, zahlte 19.800 australische Dollar.

Picklebet hatte eine automatische Sperre: Als der positive Treffer ankam, wurde das Konto geschlossen. Die Firma beschrieb Prüfungen nach Nutzeraktivität und in festen Intervallen. Beides half für die Wetten zwischen den Antworten nicht. Die öffentliche Fassung schwärzt die genaue Uhrzeit der ersten Registrierung. Sie erlaubt deshalb keinen exakten Wert vom ersten Klick bis zur Sperre. Sie belegt aber eine Annahme von Wetten nach der Registrierung und vor der Erkennung durch den Anbieter. Die technische Frage lautet, wann nach einer negativen Antwort erneut gefragt wird.

Der Bericht macht auch klar, warum ein einziges Urteil über „Compliance“ die Sache verwischt. Zwei Werbe-SMS gingen um 09:33 und 11:22 Uhr an die Nummer der registrierten Person. ACMA erkannte sie als regulierte Werbenachrichten an eine registrierte Adresse an, fand aber unter der geprüften Vorschrift nicht das erforderliche Bewusstsein eines erheblichen Risikos für Fahrlässigkeit in dieser Form. Zwölf untersuchte Konten wurden 5,5 bis 16,5 Stunden nach dem Ausschluss geschlossen; ACMA bewertete das unter den Umständen als so schnell wie praktikabel. Kein Verstoß bei SMS und Schließung heißt nicht, dass die angenommene Wette zulässig wurde.

Drei Pflichten hatten drei verschiedene Beweisfragen.

Die ACMA-Leitlinien schreiben keinen einheitlichen Minutenabstand für Registerabfragen vor. Anbieter können beim Login, vor einer Wette oder bei anderen Risikoereignissen prüfen. Wenn die erneute Prüfung am Login hängt, erwartet die Behörde angemessen kurze Sitzungen. Ein Vertrag mit einem Techniklieferanten ersetzt auch keinen Nachweis, dass dessen Kontrolle funktioniert. Die Freiheit im Systemdesign gibt den Firmen eine messbare Verantwortung für die Zeit zwischen zwei Antworten.