Zusammenfassung
- Der Verwaltungsrat von Pets.com beschloss am 4. November 2000 die Abwicklung. Bis zum 7. November waren rund 255 von 320 Beschäftigten entlassen; am 10. November endete der Verkauf im Netz.
- Zum verwertbaren Bestand zählten Waren, Technik des Verteilzentrums, URLs, Website-Inhalte und die Marke der Sockenpuppe. Im Januar 2001 stimmten die Aktionäre der Auflösung zu, während die Abwicklung von Schulden und Verträgen weiterlief.
Die Kasse war schneller als die Gläubiger
Im Jahresbericht für 2000 an die SEC stehen die letzten Tage von Pets.com in ungewöhnlich genauer Reihenfolge. Nachdem die Suche nach Kapital oder einem Käufer erfolglos geblieben war, billigte der Verwaltungsrat am 4. November die Abwicklung. Bis zum 7. November verloren etwa 255 Beschäftigte ihre Stellen. Drei Tage später nahm der Shop keine Verkäufe mehr an. Die sichtbare Schließung war damit erst der letzte Schritt des Rückzugs aus dem laufenden Geschäft.
Was danach verwertet werden sollte, erzählt viel über den Betrieb. Neben Tierbedarf und Ausrüstung des Verteilzentrums nennt die Gesellschaft Internetadressen, Website-Inhalte, geistiges Eigentum und die als Werbefigur bekannte Sockenpuppe. Das Maskottchen, das einst Aufmerksamkeit kaufen half, sollte nun selbst Geld einbringen. Der Bericht beschreibt Verkaufsbemühungen; er belegt nicht für jeden einzelnen Posten einen abgeschlossenen Verkauf.
Für Lieferanten, Speditionen und Vermieter war der 10. November kein magischer Löschbefehl. Schon bestellte Ware, Mietverträge und Forderungen mussten bearbeitet werden. Ein Bestellformular kann man schließen, ohne damit die Verpflichtungen zu schließen, die sein Betrieb geschaffen hat.
Der neue Name trug die alten Pflichten
Am 16. Januar 2001 stimmten die Aktionäre der Auflösung und dem Namen IPET Holdings zu. Die Auflösungsurkunde wurde am 18. Januar wirksam; zugleich schlossen die Aktienübertragungsbücher und die Nasdaq-Notierung endete. Die Verbrauchermarke verschwand aus dem Firmennamen. Eine Rechtsperson für den Verkauf verbliebener Güter und die Bearbeitung der Ansprüche blieb nötig.
Der Bericht für 2001 behandelt weiterhin Gläubiger, Mietverhältnisse und Verträge. Er nennt keinen gemeinsamen Abschlusstag für sämtliche Ansprüche. Die belegbare Chronik besteht aus Beschluss, Entlassungen, Verkaufsstopp, Aktionärsvotum, Auflösung und fortgesetzter Abwicklung. Jede Stufe beendete etwas anderes.
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