• Oracle sucht 2 GW an neuen Erneuerbare-Energien-Projekten in New Mexico für die Lieferung zwischen 2027 und 2031
  • Noch wurden keine Projekte ausgewählt – Oracle bewertet Reifegrad, Technologie und Lieferzeitpunkt

Der Sachverhalt

Oracle hat eine Ausschreibung für 2 GW neuer Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien in New Mexico veröffentlicht, um Project Jupiter zu unterstützen. Das Unternehmen sucht Solar-, Wind-, Geothermie- und weitere Erneuerbare-Energien-Projekte, die zwischen 2027 und 2031 mit der Energiebelieferung beginnen können. Oracle bewertet die Angebote zudem anhand von Faktoren wie Projektreife, technischer Machbarkeit und Lieferzeitpunkt. Die Beschaffung ist Teil des Plans, für Project Jupiter bis 2031 einen 100-prozentigen Abgleich des Energiebedarfs mit CO₂-freier Energie zu erreichen.

Das Unternehmen hat noch nicht angekündigt, welche Projekte ausgewählt werden, und hat auch noch keine Verträge über die vollen 2 GW unterzeichnet.

Getrennt davon kündigte Oracle bis zu 1 Million US-Dollar für Forschung zur Abscheidung und Speicherung des mit den Brennstoffzellen von Bloom Energy verbundenen Kohlendioxids an. Außerdem plant das Unternehmen, nach Beginn des Betriebs der Rechenzentren Umweltdaten zu veröffentlichen und zweimal jährlich unabhängige Bewertungen in Auftrag zu geben. Diese Maßnahmen befinden sich noch in der Forschungs- bzw. künftigen Berichtsphase; das Unternehmen hat weder abgeschlossene Anlagen zur CO₂-Abscheidung noch Ergebnisse zu den Emissionen aus dem Betrieb gemeldet.

Die Einschätzung

Für Entwickler erneuerbarer Energien kann der Zeitpunkt eines Projekts ebenso wichtig sein wie dessen Größe. Oracle will Erzeugung, die zwischen 2027 und 2031 geliefert werden kann; Projekte, die in der Entwicklung bereits weiter fortgeschritten sind, bieten daher eher die Voraussetzungen, in den Zeitplan des Rechenzentrums zu passen. Ein großes Projekt, das noch auf wichtige Genehmigungen, Finanzierung oder Bauarbeiten wartet, würde ein höheres Umsetzungsrisiko bergen als ein Projekt, das näher an der Fertigstellung ist.

Die 2-GW-Angabe beschreibt zudem Erzeugungskapazität und nicht die Menge erneuerbarer Energie, die in jedem Moment verfügbar ist. Die Erzeugung aus Solar und Wind schwankt mit Wetter und Tageszeit, während ein Rechenzentrum durchgehend Strom benötigt. Oracle hat erklärt, dass es einen Abgleich mit CO₂-freier Energie anstrebt; die Ausschreibung erläutert bislang aber nicht im Detail, wie die Erzeugung mit dem Stromverbrauch von Project Jupiter abgeglichen werden soll oder über welche Zeiträume.

Für BTW-Leser ist der nächste wichtige Schritt, welche Projekte Oracle tatsächlich beauftragt und wann mit deren Stromerzeugung zu rechnen ist. Diese Vereinbarungen zeigen, wie viel vom 2-GW-Ziel von der Beschaffung in die geplante Versorgung übergegangen ist. Sobald Project Jupiter in Betrieb geht, sollte Oracles Umweltberichterstattung weitere Belege dafür liefern, wie sich die Energievereinbarungen im Vergleich zu den erklärten Zielen bewähren.

Was zu beobachten ist

Achten Sie auf die ausgewählten Erneuerbare-Energien-Projekte, die vertraglich gesicherte Kapazität und die erwarteten Liefertermine. Oracles endgültige Methode für den Energieabgleich und spätere Betriebsdaten werden zeigen, wie sich die 2-GW-Beschaffung in messbare Stromversorgung für Project Jupiter umsetzt.