Zusammenfassung

  • Die Satzung zählt 20 Beiträge im zurückliegenden Jahr als einen Weg zum Stimmrecht, nennt die Heuristik aber ausdrücklich ungenau und ermöglicht Ausnahmen für nichttechnische Arbeit und die Nutzung durch Endanwender.
  • Im Oktober werden vier zweijährige Sitze im Governance Committee neu besetzt. Bei der Zustimmungswahl kann die Obergrenze von zwei Mitgliedern je Unternehmen die Sitzverteilung verändern.

Eine Zahl macht Beteiligung leichter zählbar, erfasst aber nicht jede Arbeit, die ein Projekt trägt. OpenTelemetry benennt diese Grenze selbst: Laut Satzung ist die Beitragsheuristik ungenau und bildet die gesamte Gemeinschaft nicht ab. Wer mit seiner Arbeit von der automatischen Erfassung nicht erkannt wird, kann deshalb eine Ausnahme beantragen.

Der Status „member of standing“ beruht nicht allein auf einem Codezähler. Er gilt für aktive Mitwirkende mit mindestens 20 Beiträgen zur OpenTelemetry-GitHub-Organisation im vorherigen rollierenden Jahr—Pull Requests, Issues und Kommentare zählen—sowie für alle Approver und Maintainer der Organisation. Die Satzung nennt außerdem Maintainer stark genutzter Projekte, die von OpenTelemetry-APIs oder -Formaten abhängen, und Vertreter großer Anwenderorganisationen als mögliche Antragsteller. Das Governance Committee entscheidet mit einfacher Mehrheit.

Die Termine für die Wahl 2026 stehen fest. Nominierungen enden am 16. Oktober um 23:59 Uhr AoE („Anywhere on Earth“); die Kandidatenliste soll am 19. Oktober erscheinen. Anträge auf eine Ausnahme vom Wahlrecht sind bis zum 23. Oktober, 23:59 Uhr AoE, möglich. Die Abstimmung beginnt am 26. Oktober um 12:00 UTC und endet am 28. Oktober um 23:59 Uhr AoE, also am 29. Oktober um 11:59 UTC. Vier Personen werden für jeweils zwei Jahre in das neunköpfige Committee gewählt.

Bei der Helios-Zustimmungswahl kann jede wahlberechtigte Person bis zu vier Kandidaten auswählen. Die vier Stimmenstärksten, die wählbar bleiben, erhalten die Sitze. Eine Kandidatur braucht drei Unterstützungen von Mitgliedern mit Wahlstatus aus drei verschiedenen Unternehmen. Höchstens zwei Mitglieder dürfen demselben Unternehmen angehören. Würde die Stimmenfolge die Grenze überschreiten, überspringt das Verfahren den dadurch nicht wählbaren Kandidaten und berücksichtigt den nächstplatzierten. Ergebnisse und Wahlunterlagen sollen öffentlich sein. Die drei Mitglieder der Wahlkommission sind in diesem Jahr nicht zur Wiederwahl fällig.

Für Ausnahmeanträge gilt eine andere Sichtbarkeitsregel: Nur die derzeitigen Mitglieder des Governance und des Election Committee dürfen die Anträge einsehen; die Listen sollen einen Monat nach der Wahl gelöscht werden. Genehmigte Ausnahmen werden laufend in das Wählerverzeichnis aufgenommen. Die Unterlagen versprechen jedoch keine Veröffentlichung der individuellen Entscheidungsgründe.

2025 stimmten 273 von 702 Wahlberechtigten ab, eine Beteiligung von 39 Prozent. Das ist ein historischer Vergleichswert, keine Aussage über Größe oder Zusammensetzung der Wahlberechtigten 2026. Auch belegt die Regel keinen tatsächlichen Ausschluss. Die Nachricht liegt in der Konstruktion: Ein nachvollziehbarer Zähler ist der normale Zugang, aber das Projekt erkennt an, dass es einen Weg für Arbeit braucht, die der Zähler nicht sieht.

Quellen