Die Gerichtseingabe von OpenAI vom Februar 2024 verwandelte den Urheberrechtsfall der New York Times in einen Kampf um die Beweiskonstruktion, nicht nur um Trainingsdaten. Die Times hatte Microsoft und OpenAI im Dezember 2023 verklagt und behauptet, dass generative KI-Systeme den Journalismus der Times ohne Erlaubnis nutzten und Teile ihrer Arbeit reproduzieren oder ersetzen könnten. Der Teilantrag von OpenAI auf Klageabweisung antwortete mit einer engeren, aber brisanten Behauptung: Die Beispiele der Times zeigten keine normale Produktnutzung, da sie angeblich wiederholte Versuche, Artikelauszüge, einen Fehler und Eingabeaufforderungen erforderten, die laut OpenAI gegen die Nutzungsbedingungen verstießen. Das rechtliche Signal besteht in dem Druck, den dieser Streit gleichzeitig auf drei Kontrollflächen ausübt: Lizenzhebel der Verlage, KI-Trainingsverteidigungen und die Beweismethoden zum Nachweis des Kopierens von Modellausgaben.
OpenAI und The New York Times Company sind gegnerische Parteien in einem Urheberrechtsstreit über KI-Training und Beweise für Modellausgaben.
Mehrere öffentliche Quellen
Der Anknüpfungspunkt ist der Antrag, den OpenAI am 26. Februar 2024 in der Rechtssache The New York Times Company gegen Microsoft Corporation u. a. einreichte, einem Urheberrechtsverfahren, das zwei Monate zuvor vor dem United States District Court for the Southern District of New York anhängig gemacht worden war. Die Klage der Times machte geltend, dass Microsoft und mehrere OpenAI-Einheiten den Journalismus der Times ohne Erlaubnis genutzt hätten, um generative KI-Systeme zu trainieren, und dass ChatGPT oder verwandte Produkte Ergebnisse liefern könnten, die mit der Arbeit der Times konkurrierten, sie zusammenfassten oder reproduzierten.
Der Antrag von OpenAI zielte auf die Abweisung mehrerer Klagepunkte ab und stellte die Art und Weise infrage, wie die Times ihre Ausgabebeispiele konstruiert hatte.
Der zentrale öffentliche Schachzug von OpenAI bestand darin, die Beispiele als widersprüchliche Beweise und nicht als normales Nutzerverhalten umzudeuten. Der Antrag behauptete, die Times habe Zehntausende von Versuchen, Artikelauszüge, einen Modellfehler und irreführende Eingabeaufforderungen benötigt, um die in der Klage präsentierten Ergebnisse zu erzeugen.
OpenAI argumentierte zudem, dass ChatGPT kein Abonnement der Times ersetze, dass gewöhnliche Nutzer nicht beliebig Artikel der Times abrufen könnten und dass sich der Fall auf tragfähige urheberrechtliche Fragen konzentrieren sollte und nicht auf das, was OpenAI als künstlich erzeugte Ergebnisse ansah.
Die Sichtweise der Times ist nicht einfach eine Beschwerde eines Verlags über Trainingsdaten. Ihre Klage beschreibt einen geschäftlichen und rechtlichen Konflikt: teurer Journalismus, der zum Aufbau von KI-Systemen verwendet wird, Ausgaben, die urheberrechtlich geschützte Werke reproduzieren oder eng zusammenfassen können, und das Risiko, dass Nutzer von der Times abgeleitete Informationen erhalten, ohne den Verlag zu besuchen oder zu bezahlen. Axios berichtete später über die Antwort des Anwalts der Times, wonach OpenAI die Nutzung der OpenAI-Produkte durch den Verlag zur Suche nach Kopierbeweisen falsch darstelle.
Die operative Bedeutung liegt in der Beweisdisziplin. Wenn die Gerichte akzeptieren, dass die Ausgabebeispiele zu sehr konstruiert sind, könnten Verlage transparentere Testprotokolle und klarere Belege für eine Substitution durch gewöhnliche Nutzer benötigen. Wenn die Gerichte die Beispiele als beweiskräftig ansehen, werden KI-Anbieter stärker unter Druck geraten, was Maßnahmen gegen Memorisierung, Widerstandsfähigkeit gegen Prompt-Angriffe, Inhaltslizenzen und die Offenlegung von Trainingsdaten betrifft. In beiden Fällen erhöht der Streit die Kosten, Screenshots von Modellausgaben als einfache Beweismittel zu behandeln.
Der Beschluss vom April 2025 zeigt, warum der Antrag über die schlagzeilenträchtige Behauptung hinaus bedeutsam bleibt. Das Gericht schränkte einige Theorien ein, ließ jedoch die Weiterverfolgung wichtiger urheberrechtlicher Ansprüche zu, darunter die Theorien der unmittelbaren Urheberrechtsverletzung und der Beitragsurheberrechtsverletzung. Dieser prozessuale Kontext erhält die Relevanz der Behauptung vom Februar 2024 als Teil eines umfassenderen Rechtsstreits aufrecht und nicht als endgültige Schlussfolgerung, dass eine der Parteien in der Sache Recht hatte.
Signalbericht
- Signal: OpenAI behauptet, die NYT habe ChatGPT „gehackt“ und einen Prozess angestrengt
- Region:
- Marktklasse: Cloud-Dienste-Trends in Nordamerika
Betriebspräsenz
- Urheberrechtsansprüche bezüglich KI-Trainingsdaten
- Nachweise für Modellausgaben und Protokoll zur Prompt-Prüfung
- Lizenzhebel der Verlage
- Kontrollen gegen Auswendiglernen und Wiedergabe bei KI-Produkten
- Gerichtlich überwachte Beweisaufnahme und Antragspraxis
Marktkontext
- Operative Relevanz: Hoch
- Zeithorizont: Längerfristig
Was ansehen?
- Prozessuale Entscheidungen des SDNY
- Beweisaufnahme zu Prompt-Design und Ausgabeprotokollen
- Sicherheitsvorkehrungen der OpenAI-Produkte
- Lizenzverhandlungen der Verlage
- Rechtslehre zu fairer Nutzung und wesentlicher Ähnlichkeit
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