Zusammenfassung
- RFC 1703 beschrieb im Oktober 1994 die Übergabe von Internet-Mail an einen Funkrufserver. Positive Antworten auf
RCPTundDATAbescheinigten je nach vorausgehendemMAIL,SEND,SOMLoderSAMLunterschiedliche Schritte. - Eine direkte SMTP-Verbindung mit nur einem Hop und dem Befehl
SENDoderSAMLermöglichte die stärkere Aussage: Bei positiver Serverantwort war die Meldung über das Funkrufnetz gesendet worden. Diese Aussage endete an der Grenze des Funknetzes.
Die Quittung brauchte eine Gebrauchsanweisung
Der Computer kann einer Nachricht einen hervorragenden Empfang bereiten und sie anschließend in eine Warteschlange legen. Für gewöhnliche Post ist das ein vernünftiger Anfang. Beim Funkruf konnte die Nachricht ihren Zweck verlieren, während sie dort lag. Wer eine Rufnummer anwählte, wollte einen Menschen bald erreichen; wer SMTP benutzte, bekam zunächst die Sprache eines Systems, das Weiterreichen und Zwischenlagern beherrschte. Marshall Rose schrieb die Unterschiede in diese Sprache hinein.
Ein Funkrufserver musste MAIL unterstützen. SEND, SOML und SAML durfte er anbieten, musste es aber nicht. Der RFC definierte die Zusage erst für die positiven Antworten auf beide Schritte RCPT und DATA. Bei MAIL hieß diese Zusage mindestens: Die Nachricht ist zur Übertragung an das Funkrufnetz eingereiht. Die Warteschlange war ein belegbarer Ort, keine Antenne. Aus ihr konnte später ein Ruf werden; die Quittung selbst beschrieb den vorherigen Zustand.
Bei SEND stand der Vorgang weiter vorn: Das Funkrufnetz hatte die Meldung zur Zustellung an den Empfänger angenommen. Für SOML und SAML blieb Rose vorsichtiger; die Annahme durch das Netz konnte bereits erfolgt sein. Diese Abstufung macht den Text interessanter als eine pauschale Erfolgsmeldung. Gleich aussehende positive SMTP-Antworten bekamen eine andere Bedeutung, sobald der Client einen anderen Befehl gewählt hatte. Wer nur die Nummer des Antwortcodes sammelte, sammelte halbe Belege.
Die Adresse führte über eine Telefonnummer, deren Ziffern zu DNS-Labels unter tpc.int wurden. MX-Einträge zeigten auf einen Server, der den Zugang zum Funkrufdienst versuchen wollte. Auch ein Wildcard-MX war eine solche Bereitschaftserklärung für einen Nummernbereich; über das Vorhandensein jedes einzelnen Pagers sagte er wenig. Die allgemeinen TPC.INT-Grundsätze stehen in RFC 1530. Die besondere Arbeit von RFC 1703 begann nach dem Finden dieses Servers, beim Wortlaut seiner Antwort.
Sogar der Inhalt verlangte Rücksicht auf die Funkgeräte. pager-numeric ließ im Nachrichtentext nur Ziffern zu. pager. und pager-alpha. bezeichneten alphanumerische Dienste. Der Mailumschlag konnte beide ansprechen, doch er machte die Empfänger nicht gleich. Der Gateway musste die Mailanfrage in eine für das jeweilige Funknetz geeignete Anforderung verwandeln, bevor eine Antwort über deren Fortschritt sinnvoll war.
Die nächste Variable war die Strecke. Klassische E-Mail durfte mehrere Relays und Gateways durchlaufen. Jedes konnte speichern und später weiterleiten. Der RFC nannte mögliche Verzögerungen von Minuten, Stunden oder Tagen. Für einen dringenden Funkruf war das ein Fahrplan mit zu vielen unbekannten Haltestellen. Rose beschrieb daher eine direkte IP/SMTP-Verbindung zwischen Client und Funkrufserver: ein einziger SMTP-Hop, ohne zusätzliche Mail-Relays auf diesem Abschnitt.
SEND und SAML verlangten bei diesem Verfahren ausdrücklich eine zeitnahe Funkübertragung sowie eine Antwort über deren Gelingen oder Scheitern. Zusammen mit der direkten Verbindung durfte eine positive Serverantwort nach RFC 1703 bescheinigen, dass die Meldung im Funkrufnetz gesendet worden war. Die Spezifikation versprach genau diesen beobachtbaren Netzvorgang. Ob das Gerät sie anzeigte und wer daraufhin aufstand, war eine andere Szene.
Der eigentliche Fortschritt lag in einer unscheinbaren Trennung. „Angenommen“ konnte Warteschlange, Netzannahme oder Funkversand bedeuten. Rose band jede Stufe an Befehl und Verbindungsweg. Damit musste der Erfolgscode nicht lauter werden. Der Betreiber musste nur wissen, welche Arbeit er für diese grüne Antwort eingekauft hatte.
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