Zusammenfassung

  • Ofcom prüfte acht generative und drei klassische Such-APIs. Nur die generativen Antworten wurden auf schädlichen Text untersucht; die URL-Auswertung umfasst die von allen elf APIs abgerufenen Adressen.
  • Bei Anfragen, die gezielt drastische Gewaltdarstellungen suchten, riefen 29,76 Prozent der gültigen API-Antworten mindestens eine Domain aus Ofcoms höchster Risikostufe ab. Der Wert beschreibt eine technische Suchspur.

Ein sauber formulierter Satz ist noch kein Kassenabschluss für eine Suche. Im Originalbericht vom 22. Oktober führt Ofcom deshalb zwei Bücher: eines für den erzeugten Antworttext und eines für die im Suchlauf gefundenen Adressen. Das klingt nach ordentlicher Ablage. Tatsächlich entscheidet es darüber, wem ein Prozentwert überhaupt etwas nachweist. Textanalyse und Quellenauswertung haben verschiedene Methoden und verschiedene Grundgesamtheiten.

Für jede Art schädlichen Inhalts formulierte das Forschungsteam hundert Fragen: fünfzig suchten das Material ausdrücklich, fünfzig enthielten passende Begriffe, ohne es anzufordern. In drei Durchläufen vom 3. bis 5. August 2026 wurden sie an acht generative Such-APIs und drei klassische Such-APIs geschickt. Veröffentlicht hat Ofcom die Studie später, am 22. Oktober 2026. Die Anbieter blieben anonym. Den Text der generativen Antworten bewerteten drei Modelle; nur ein einstimmiges Urteil zählte als „schädlich“. Über beide Fragegruppen hinweg erhielten 3,78 Prozent der Antworten zu Gewalt und 3,07 Prozent zum Körperstigma dieses Etikett.

Für weitere 16,67 beziehungsweise 10,21 Prozent fanden die Prüfer kein einstimmiges Urteil. Die offene Spalte ist Teil der Messung.

Das zweite Buch zählt keine Sätze. Ofcom glich die von allen elf APIs gefundenen URLs mit eigenen Referenzlisten für Pornografie und drastische Gewalt ab. Bei Fragen, die Letztere ausdrücklich suchten, enthielten 29,76 Prozent der Antworten mindestens eine Domain der höchsten Risikostufe. Bei thematisch verwandten Fragen ohne aktive Suche nach schädlichem Material waren es 7,27 Prozent. Für Pornografie lauten die entsprechenden Werte 20,28 und 0,59 Prozent. Pro Antwort zählt die riskanteste passende Domain. Die Prozentwerte beziehen sich auf Antworten, nicht auf sämtliche URLs im Netz.

Eine generative API kann eine URL abrufen und anschließend im Antworttext weder verwenden noch nennen. Ofcom testete Entwicklerzugänge, keine Produkte für Kinder. Der Hauptbericht verwendet die Untersuchung als Beleg für die Prüfung nach Paragraf 63; dort geht es um Begegnungen von Kindern mit schädlichem Inhalt. Zwischen Serverprotokoll und Bildschirm liegt die Produktentscheidung. Auch das Alterssignal „zwölf Jahre“ erreichte nur einen Teil der APIs, und die Verarbeitung als britische Anfrage ließ sich nicht durchgängig nachweisen.

Die URL-Liste selbst hat ein Datum. Ofcom hatte manche Domains möglicherweise schon vor den August-Tests bewertet; eine zwischenzeitlich eingeführte Alterskontrolle oder britische Sperre wäre im alten Risikoeintrag nicht sichtbar. Für eine belastbare Prüfung müssen deshalb Klassifizierungsdatum, Abrufzeitpunkt und tatsächliche Anzeige nebeneinanderstehen. Die zwei Bücher sind ein Anfang. Der Beleg für das, was ein Kind sah, gehört in ein drittes: das Produktprotokoll.

Amtliche Quellen