Zusammenfassung
- Das erste NSFNET-Backbone verband sechs Supercomputerstandorte über 56-kbit/s-Leitungen; Anfang 1987 war die Leistung bereits durch hohe Nutzung beeinträchtigt.
- Eine im November 1987 an Merit, IBM und MCI vergebene Kooperationsvereinbarung führte zum landesweiten T1-Netz, das am 1. Juli 1988 in Betrieb ging.
NSFNET, bevor der Name für ein nationales Backbone stand
NSFNET begann nicht mit der Vergabe an Merit im Jahr 1987. Die National Science Foundation hatte fünf Supercomputerzentren in Cornell, Illinois, Pittsburgh, San Diego und Princeton finanziert. Forschende an anderen Hochschulen sollten diese Ressourcen nutzen können. Ein erstes Backbone verband sechs Standorte, darunter das National Center for Atmospheric Research in Boulder. Die Leitungen boten 56 Kilobit pro Sekunde; Digital-LSI-11-Computer dienten als Router.
Die Programmteile sollten getrennt betrachtet werden. Regionale Netze verbanden Hochschulen innerhalb eines Bundesstaats oder benachbarter Staaten; das erste Backbone verband die Rechenzentren. Gemeinsam erleichterten sie den Fernzugriff, bündelten aber auch Nachfrage auf Leitungen mit begrenzter Kapazität.
Überlastung als Entwurfssignal
Laut der institutionellen Geschichte von Merit waren ARPANET und NSFNET Anfang 1987 stark ausgelastet und ihre Leistung hatte gelitten. Im Juni forderte die NSF Vorschläge für den Bau und Betrieb eines schnelleren Backbones zwischen den Zentren und den regionalen Netzen sowie für Informationsdienste. TCP/IP war vorgeschrieben. Merit sollte Koordination und Betrieb übernehmen, IBM die Vermittlungs- und Managementtechnik liefern und MCI die Übertragungskreise bereitstellen. Michigan sagte zusätzliche Unterstützung zu.
Am 24. November 1987 gab die NSF die Kooperationsvereinbarung bekannt. Nach Merits späterer Darstellung ging der neue Dienst am 1. Juli 1988 in Betrieb: T1 mit 1,5 Mbit/s, ungefähr das 24-Fache der anfänglichen Leitung, und mit mehr angeschlossenen Standorten. Das ist die klare Trennlinie zwischen dem Vorläufer und dem neuen Dienst. Nicht nur die Kapazität wuchs: Auch regionale Reichweite und ein kontinuierlicher Produktionsbetrieb mit Aufgabenverteilung zwischen Hochschulen und Unternehmen kamen hinzu.
Die verfügbaren Unterlagen enthalten weder eine vollständige Verkehrsreihe für die Phase mit sechs Standorten noch ein minutengenaues Umschaltprotokoll. Merit berichtet nach dem Kapazitätsausbau von monatlichem Verkehrswachstum über 20 Prozent. Das deutet auf zuvor begrenzte Nachfrage hin, misst aber die Auslastung des früheren Netzes nicht präzise. Der technische Beitrag von David Mills und Hans-Werner Braun behandelt zudem Robustheit und Staukontrolle: Mehr Bandbreite allein machte den Dienst nicht zuverlässig.
Der historische Wendepunkt lag darin, aus einer Verbindung zu Forschungsressourcen einen betriebenen nationalen Dienst zu machen. NSF-Zentren schufen den Grund für die Verbindung, regionale Netze brachten Nutzer, und Überlastung machte die Grenze des ursprünglichen Entwurfs sichtbar. Die Vereinbarung von 1987 verband öffentliche Finanzierung, akademische Koordination und betriebliche Fähigkeiten der Industrie. Das Netz mit sechs Standorten legte die spätere Form des Internets nicht fest; es machte aber eine bleibende Frage sichtbar: Wie bleibt eine gemeinsame Infrastruktur brauchbar, wenn mehr Institutionen von ihr abhängen?
Quellen
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