Zusammenfassung

  • Holzbauer zeigte auf der RIPE 93 im europäischen Vergleich, dass niederländische Kommunaldienste bei der IPv6-Erreichbarkeit auffallen, und verwies auf die nationale Vorgabe.
  • Der Anfang 2026 veröffentlichte Behördenbericht misst zum 31. Dezember 2025 eine vollständige Web-IPv6-Adoption bei 85 Prozent von 1.273 Kommunaldomains und bei 71 Prozent von 690 Domains gemeinsamer öffentlicher Einrichtungen.

Die grüne Fläche endet an einer inneren Grenze

Auf der RIPE 93 sagte Holzbauer, der politische Effekt sei in den niederländischen IPv6-Ergebnissen sichtbar. Er beschrieb das Prinzip als „Comply or explain“ und verwies auf die Frist Ende 2021. Forum Standaardisatie trennt die beiden Punkte: Seit 2010 steht IPv6 auf der verbindlichen „Comply-or-explain“-Liste; eine verwaltungsweite Vereinbarung setzte den 31. Dezember 2021 als Ziel, Websites und E-Mail-Domains öffentlicher Stellen zusätzlich über IPv6 erreichbar zu machen.

Der jüngste Behördenbericht fügt dieser Erfolgsgeschichte eine interne Lücke hinzu. Die Anfang 2026 veröffentlichte Auswertung beruht auf Messungen vom 31. Dezember 2025. Bei Webverkehr erreichten 85 Prozent von 1.273 kommunalen Domains die vollständige IPv6-Adoption. Bei 690 Domains gemeinsamer öffentlicher Einrichtungen waren es 71 Prozent, also 14 Prozentpunkte weniger. Domains der Zentralregierung lagen bei 66 Prozent.

Der Bericht verwendet für diese Kategorie den niederländischen Begriff „gemeenschappelijke regelingen“.

Der Nenner zählt Domains, keine Kommunen. Der Bericht bezeichnet seine 12.598 Domains als Auswahl; ein vollständiges, einheitliches Behördenverzeichnis fehlt. Wiederholte Tests derselben Domains würden zeigen, welche Endpunkte sich änderten und welche neu hinzukamen oder aus der Liste verschwanden.

Damit erhält Holzbauer’s Karte eine institutionelle zweite Ebene. Municipalytics verbindet lokale Verwaltungseinheiten mit öffentlichen Web-, Mail- und DNS-Domains und misst, was diese Endpunkte nach außen zeigen. Der Ländervergleich stellt Politik neben Erreichbarkeit. Die niederländischen Zahlen ergänzen die Organisationsform: Das nationale Ziel kommt bei gemeinsamen öffentlichen Einrichtungen weniger gut an. Forum Standaardisatie hält fest, dass die Vereinbarungen dort schwächer wirkten, obwohl andere staatliche Stellen diese Einrichtungen meist finanzieren.

Wer nur über IPv6 ins Netz kommt, kann eine öffentliche Website ohne IPv6-Zugang nicht nutzen. Dabei ist es egal, welche Verwaltungsebene die Rechnung trägt. Der Bericht von 2026 zeigt, dass die Kategorien nicht denselben Stand erreicht haben. Um den Effekt des Ziels von 2021 zu messen, müsste man dieselben kommunalen und gemeinsamen Domains vor und nach der Frist verfolgen.

Holzbauers Vorschlag einer europäischen Beobachtung bekommt damit einen konkreten Auftrag: dieselben Domains mit Messdatum weiterverfolgen, die verantwortliche öffentliche Stelle je Endpunkt nennen und den Behebungsstatus fehlgeschlagener Tests veröffentlichen. Zu jedem Ergebnis gehört auch die Behörde, die den gemeinsamen Dienst finanziert. So erhält der Landesdurchschnitt eine nachvollziehbare Spur statt nur eine schmeichelhafte Farbe.

Quellen