Summary
- BrowserID, später Persona genannt, sollte die Anmeldung über verifizierte E-Mail-Adressen ermöglichen. Websites behielten damit eine direkte Kontobeziehung, ohne ein weiteres Passwort zu verwalten.
- Mozilla beendete die Unterstützung am 30. November 2016 und schaltete den gehosteten Dienst zum Jahresende ab. Der Leitfaden empfahl als einen Migrationsweg, Bestandsnutzer noch einmal mit Persona zu authentifizieren und erst dann ein eigenes Website-Passwort einzurichten.
Eine E-Mail-Adresse in der Nutzertabelle beantwortet die Frage, welches Konto gemeint ist. Sie beantwortet nicht, ob die Person am Bildschirm dieses Konto besitzt. Persona verband die beiden Fragen durch einen Anmeldeweg. Die Abschaltung ließ Websites mit dem ersten Teil zurück und zwang sie, den zweiten vor einem festen Termin neu zu lösen.
Mozilla beschrieb BrowserID 2011 zugleich als Identitätsprotokoll und Authentifizierungsdienst. Nach eigener damaliger Angabe nutzten es fast tausend Websites. Diese zeitgebundene Schätzung sagt nichts über die Zahl beim späteren Ende. Die Ankündigung der Persona-Beta 2012 machte den Tausch deutlich: kein zusätzliches Website-Passwort für Besucher, aber weiterhin eine E-Mail-Adresse für die direkte Beziehung zwischen Website und Nutzer.
Die technische Darstellung von Mozilla aus dem Jahr 2013 zeigt die nötige Infrastruktur. Persona prüfte die Domain der E-Mail-Adresse. Unterstützte deren Anbieter das Verfahren selbst, konnte er den Nutzer authentifizieren. Andernfalls sprang Mozillas Ausweichdienst ein, über eine Brücke zu einem vorhandenen Login oder per Bestätigungsmail. Der Beitrag behandelt eine behobene Sicherheitslücke in einer solchen Brücke. Für diese Geschichte zählt die darin beschriebene Architektur; die Lücke belegt keinen Zusammenhang mit der Schließung drei Jahre später.
Mozillas Rückzug erfolgte in Stufen. Eine Sitzungsnotiz vom März 2014 kündigte an, Persona in die Verantwortung der Gemeinschaft zu übergeben. Mozilla wollte den Betrieb weiter unterstützen, aber keine neuen Funktionen mehr finanzieren. Der spätere Leitfaden für angeschlossene Websites dokumentiert Betriebs- und Sicherheitsunterstützung für 2014 und 2015. Mozilla nannte geringe, sinkende Nutzung und die Kosten eines sicheren, verlässlich verfügbaren Authentifizierungsdienstes als Gründe für das Ende. Die Unterstützung lief am 30. November 2016 aus, der gehostete Dienst zum Jahresende.
Abgeschaltet wurden laut Leitfaden persona.org, die JavaScript-Einbindung, der Ausweich-Identitätsanbieter, die Brücken und der gehostete Prüfdienst. Mozilla behielt die Domain, damit Anfragen verspätet migrierender Websites nicht bei einem fremden Erwerber landeten, und kündigte die Löschung der gehosteten Nutzerdaten an. Frei verfügbarer Quellcode konnte die abgeschaltete Antwort eines gehosteten Prüfdienstes nicht ersetzen.
Die Weitergabe der E-Mail-Adresse erwies sich als Ausweg. Anders als eine nur intern verständliche Kennung ließ sie sich auch durch ein anderes System auf Besitz prüfen und mit dem bestehenden Konto verbinden. Für Websites, die eigene Passwörter wählen wollten, schlug Mozilla eine letzte Persona-Anmeldung vor, danach die Bestätigung der Adresse und das Anlegen eines lokalen Passworts. Auch Anmeldelinks per E-Mail und delegierte Authentifizierung standen im Leitfaden. Selbsthosting blieb möglich, doch Mozilla riet den meisten Websites wegen der komplexen Software und künftig fehlender Sicherheitsaktualisierungen davon ab.
Die letzte Anmeldung war ein Arbeitsfenster. Nach der Abschaltung konnte eine Website die Adresse weiterhin lesen, musste den Besitz aber anders nachweisen oder ein Wiederherstellungsverfahren anbieten. Die Originalunterlagen beziffern weder abgeschlossene Website-Migrationen noch verlorene Konten. Dafür wären die Migrations- und Zugriffsprotokolle der einzelnen Websites nötig.
Originalunterlagen
- BrowserID-Erklärung von 2011 und Persona-Beta von 2012: Versprechen und E-Mail-Kennung.
- Technische Erklärung von 2013 und Sitzungsnotiz von 2014: Infrastruktur und Rückzug.
- Mozillas Abschaltleitfaden: Termine und Migrationswege.
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