• KDDI, NTT DOCOMO, SoftBank und Rakuten Mobile haben vereinbart, die gemeinsame Nutzung von 5G-Millimeterwellen-Infrastruktur zu untersuchen
  • Die Arbeiten umfassen 28GHz-Basisstationen, Repeater und zugehörige Anlagen, während jeder Betreiber seinen eigenen Netzausbau fortsetzt

Die Fakten

KDDI, NTT DOCOMO, SoftBank und Rakuten Mobile haben eine Absichtserklärung zur Untersuchung der gemeinsamen Nutzung von 5G-Millimeterwellen-Infrastruktur in Japan unterzeichnet. Die Betreiber unterzeichneten die Vereinbarung am 11. September und gaben sie am 16. September bekannt.

Die Untersuchung wird die technische Machbarkeit der Erweiterung der 28GHz-Abdeckung durch gemeinsame Basisstationen, Repeater und zugehörige Infrastruktur sowie die betrieblichen Arrangements prüfen, die zur Unterstützung dieses Modells erforderlich sind.

Millimeterwellen-Netze erfordern im Allgemeinen eine dichtere Infrastruktur, da Hochfrequenzsignale eine kürzere Reichweite haben und leichter durch Gebäude und andere Hindernisse blockiert werden.

Die Absichtserklärung verpflichtet die vier Unternehmen nicht zum Aufbau eines gemeinsamen Netzes. Jeder Betreiber wird seinen eigenen Millimeterwellen-Ausbau fortsetzen, während die Untersuchung läuft. Es wurden keine Beteiligungsquoten, kommerziellen Konditionen, Betriebsstrukturen oder Umsetzungszeitpläne angekündigt.

Die Bewertung

Die Vereinbarung eröffnet die Möglichkeit, einen Teil der doppelten Infrastruktur zu reduzieren, wenn mehrere Betreiber 28GHz-Abdeckung am selben Ort wünschen. Ein gemeinsamer Standort oder Repeater könnte den Umfang der separat benötigten Ausrüstung verringern, aber die vier Unternehmen müssen zunächst Regeln für Eigentum, Wartung, Zugang und Störungsbehandlung festlegen.

Diese Entscheidungen sind wichtig, weil gemeinsame Nutzung auch gemeinsame Abhängigkeiten schafft. Wenn mehrere Betreiber sich an einem Veranstaltungsort oder Verkehrsknoten auf dieselbe Ausrüstung stützen, könnte eine Störung an dieser Stelle Kunden betreffen, die scheinbar separate Mobilfunknetze nutzen. Die Untersuchung muss daher neben der Ausbaueffizienz auch die Resilienz behandeln.

Für BTW-Leser ändert die Absichtserklärung den Planungsprozess, nicht die aktuelle Millimeterwellen-Abdeckung in Japan. Unternehmen, die 28GHz-Abdeckung benötigen, sollten jeden Betreiber weiterhin anhand der an ihren Standorten verfügbaren Infrastruktur bewerten, bis ein gemeinsames System tatsächlich vereinbart und ausgebaut ist.

Was zu beobachten ist

Beobachten Sie einen Pilotausbau oder einen formellen Rahmen, der festlegt, wem die gemeinsame Ausrüstung gehört, wie die Kosten aufgeteilt werden und wie Störungen behandelt werden. Auch regulatorische Vorgaben werden eine Rolle spielen, wenn die vier nationalen Betreiber beginnen, ihre Abdeckung zu koordinieren.

Eine kommerzielle Vereinbarung – und nicht eine weitere Untersuchungsankündigung – würde zeigen, dass die Infrastrukturteilung Richtung Umsetzung geht.