Zusammenfassung
- James Spenceley wollte mit APNIC prop-065 im Jahr 2008 vier Byte lange AS-Nummern als schlichte Dezimalzahlen vergeben und erfassen lassen. Whois sollte bei beiden Schreibweisen denselben Eintrag liefern.
- Seine Folien zeigten AS2.37 und AS131109: ein Wert, zwei Etiketten. Der Unterschied wanderte in Kundenakten, Skripte und Routingregister.
- APNIC erzielte Konsens und wartete anschließend auf die IETF. RFC 5396 von Geoff Huston und George Michaelson legte im Dezember 2008 die Dezimalschreibweise fest.
Ein Punkt mit Folgekosten
AS2.37 klingt nach einer anderen Kennung als AS131109. Dabei ergibt 2 × 65.536 + 37 genau 131109. James Spenceley stellte dieses Paar in seinem Vortrag bei APNIC 26 nebeneinander. Wer einen Kunden betreut, ein Ticket abgleicht oder einen Eintrag im Routingregister prüft, braucht eine gemeinsame Identität. Zwei Schreibweisen machen aus dieser einfachen Aufgabe erst einmal eine Rückfrage.
Die Schreibweise ASDOT zerlegt eine vier Byte lange AS-Nummer in zwei durch einen Punkt getrennte Teile. ASPLAIN gibt den Dezimalwert als Ganzes aus. Spenceley beschrieb Ärger mit regulären Ausdrücken, in denen der Punkt eine Sonderrolle hat, sowie mit SNMP, internen Verwaltungssystemen und IRR/RPSL. Seine Folien fragten auch, welche Version ein Kunde kennt und welche im CRM des Anbieters landet. Das war keine Debatte über hübsche Typografie. Es ging um Betriebskosten, die an einer Zeichenfolge hängen.
Prop-065 verlangte deshalb zweierlei: APNIC sollte vier Byte lange AS-Nummern in ASPLAIN vergeben und speichern; eine Whois-Abfrage in beiden Formaten sollte zum gleichen Datensatz führen. Die erste Regel bestimmt die offizielle Schreibweise. Die zweite verhindert, dass vorhandene Kenntnisse beim Umstieg wertlos werden. Ein Verzeichnis erfüllt seinen Zweck erst, wenn der gesuchte Eintrag auch gefunden wird.
Was APNIC beschloss und die IETF schrieb
Das Protokoll der APNIC-26-Mitgliederversammlung zählt prop-065 zu den Vorschlägen mit Konsens und anschließender letzter Kommentarrunde. Laut APNIC-Historie fiel der Konsens am 28. August 2008. Am 27. Oktober setzten die Vorsitzenden weitere Schritte aus und warteten auf einen RFC zur Darstellung von AS-Nummern. Eine regionale Registerpraxis traf hier auf eine Formatfrage für viele Systeme.
Im Dezember erschien RFC 5396, verfasst von Geoff Huston und George Michaelson von APNIC. Das Dokument legt den Dezimalwert als Textdarstellung fest: Aus ASDOT „1.10“ wird „65546“. Auch IANA-Register sollen Dezimalzahlen verwenden. Spenceley brachte den Vorschlag in das APNIC-Verfahren ein; die RFC-Autoren waren Huston und Michaelson. Aus dem Ärger am Kundenschalter wurde über diese Arbeitsteilung eine gemeinsame technische Sprache.
Spenceleys prop-064 behandelte separat die Zuteilungspolitik für vier Byte lange Nummern und wurde im Februar 2009 umgesetzt. Prop-065 kümmerte sich um die lesbare Identität. Das klingt klein, bis ein Team für dieselbe Nummer zwei Akten durchsucht.
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